Es war eine der kuriosen Geschichten dieser Football-Saison. Immer dann, wenn Backup-Quarterback Rohat Dagdelen nicht selbst spielte, stand er in Spielerausrüstung, aber mit Kopfhörer neben dem Spielfeld, war mit seinen Trainerkollegen verbunden und agierte als „Play-Caller“ der Offensive von Rhein Fire. Einfach ausgedrückt: Er gab die Spielzüge vor, die Nummer-eins-Quarterback Chad Jeffries und seine Kollegen durchführen sollten. „Rohat ist ungeheuer beliebt bei den Spielern und er hängt sich in diese Aufgabe rein“, sagt Gesellschafter Martin Wagner über den jungen Mann, der in diese Funktion im Zuge des Trainerwechsels während der Saison hineingerutscht ist.

Da sich Rohat mit unserem nicht ganz einfachen Playbook bestens auskennt, wollen wir ihm diese Chance nun geben.

Martin Wagner, Gesellschafter von Rhein Fire

Nun ist klar: Rohat Dagdelen wird sogar zum Offensive Coordinator des zweifachen Meisters der European League of Football befördert. Der Grund ist freilich unschön. Beim 69:7-Sieg gegen Berlin vor zwei Wochen kam die zweite Garde angesichts des klaren Vorsprungs in der zweiten Spielhälfte zum Einsatz. Doch fünf Minuten vor dem Ende verletzte sich Rohat Dagdelen am Knie und wird für den Rest der Saison ausfallen. „Da sich Rohat mit unserem nicht ganz einfachen Playbook bestens auskennt, wollen wir ihm diese Chance nun geben. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Rohat künftig unserem Trainerteam angehört. Er ist sehr akribisch und ein guter Kerl“, so Wagner. Fred Armstrong, bislang als „OC“ tätig, wird dem Coaching Staff auch weiterhin als Assistenztrainer angehören.

EFA-Treffen zu Wochenbeginn

Im Streit mit der ELF gibt es aktuell nicht viele Neuigkeiten. Nachdem Ligachef Zeljko Karajica angekündigt hatte, sich als Geschäftsführer zum Saisonende zurückziehen zu wollen und die Liga in Person von Ingo Schiller einen neuen Co-CEO vorgestellt hat, wird die European Football Alliance in einem Treffer zum Beginn der neuen Woche gemeinsam entschieden, wie sie die neue Situation bewertet. Klar scheint für die EFA zu sein, dass Zeljko Karajica in Zukunft keine leitenden Tätigkeiten in der Liga mehr haben dürfte. Aktuell ist er aber immer noch Mehrheitseigner der ELF.

Alles zu Rhein Fire:

Derweil geht es für Rhein Fire in den beiden ausstehenden Heimspielen der Saison darum, die Play-offs zu erreichen. Am Sonntag (16.25 Uhr, Schauinsland-Reisen-Arena) sind die Raiders Tirol zu Gast. „Im Hinspiel haben wie viel zu viele Fehler gemacht“, sagt Wagner. „Wir müssen konzentriert agieren.“ Bis auf die Langzeitverletzten ist das Team komplett. Bei Kicker Sebastian van Santen besteht zumindest eine Chance auf eine Rückkehr.