Kommunen sind mitunter wie ein Tanker auf hoher See, der wenden muss. Es braucht seine Zeit. In Crimmitschau und Weißwasser hat das Eishockey-Schiff so gerade noch die Kurve gekriegt, ein „Kentern“ der dortigen Zweitligisten wurde verhindert. Der Grund: die so genannte Flexbande. Diese neue Variante der Spielfeldumrandung beim Eishockey ist seit der nun beginnenden Saison in der DEL2 für die dortigen Clubs verpflichtend. Doch die beiden sächsischen Städte installierten sie vor wenigen Wochen erst nach einer Alarmaktion der beiden Zweitligisten, denen ansonsten der Lizenzentzug gedroht hätte. Darauf wollen es die Füchse in Duisburg nicht ankommen lassen. Denn klar ist: Das Ganze wird ab der Saison 2029/30 auch in der Oberliga zur Pflicht.
Erstaunlicherweise bekommen es Oberliga-Standorte wie Erfurt und Peiting hin, die neue Flexbande bereits jetzt installiert zu haben.
Tom Södler, Geschäftsführer der Eissporthalle Duisburg
„Dabei handelt es sich um eine neue Form der Bande, bei der nicht nur das Plexiglas nachgibt, wenn man dort hineinkracht, sondern die gesamte Bande“, erklärt Tom Södler, Geschäftsführer der Eissporthalle an der Wedau. Das Ganze soll helfen, schwerwiegende Verletzungen zu vermeiden. Den denkbar schlimmsten Unfall dieser Art erlebte der damalige Rosenheimer Oberliga-Spieler Mike Glemser, der im Februar 2023 in einem Spiel gegen den SC Riessersee kopfüber in die Bande stürzte und seither querschnittsgelähmt ist. Kein Wunder also, dass die Ligen und Verbände darauf bestehen, dass es künftig ein anderes Bandensystem landesweit und flächendeckend gibt.
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Der Kostenpunkt: 350.000 Euro. „Aktuell“, sagt Södler. „Das wird von Jahr zu Jahr aber sicher nicht billiger.“ Auch in diesem Zusammenhang poppt das Thema „Eishallen-Neubau“ auf. Sollte sich die Errichtung einer neuen Eissporthalle in Duisburg weiter verzögern, müsste die Flexbande erst in der alten Halle eingerichtet werden, ehe sie in der neuen ohnehin zur Pflicht wird. Das sind doppelte Kosten, die vermeidbar wären. So oder so gilt aber, dass Eile geboten ist – auch wenn sich die Saison 2029/30 noch anhört, als läge sie in ferner Zukunft. Denn: Das Bandensystem gibt es schließlich nicht im Supermarkt. „Bei der Flexbande muss mit einer langen Wartezeit gerechnet werden“, mahnt Södler an, dass die Stadt Duisburg beim Thema Eissporthalle nun in Schwung kommen muss.
Denn hierbei erwartet Södler die Hilfe der Stadt. „Es ist ohnehin schon sehr schwierig, mit dem aktuellen Objekt überhaupt noch Geld zu verdienen“, sagt er. Mit einer neuen Halle sähe das freilich anders aus, wobei auch hier die lange Bauzeit zu überbrücken wäre. Das ist eine große Aufgabe, die nun angegangen werden muss. „Erstaunlicherweise bekommen es Oberliga-Standorte wie Erfurt und Peiting hin, die neue Flexbande bereits jetzt installiert zu haben“, erklärt der Duisburger Eishallen-Chef.



