Eigentlich standen die Berichte für die 23. Auflage des beliebten Lichterlaufs bereits so gut wie fest: Jörg Bunert, der Erfinder des Charity-Events zum Erhalt der beliebten Beleuchtungsanlagen an der Duisburger Regattabahn, sollte an seinem Geburtstag bei seinem Lauf über die kurze Distanz an den Start gehen. Doch daraus wurde nicht: Das Knie zwickte, der Initiator musste zusehen, durfte dafür aber den Startschuss abgeben. Doch nicht nur bezüglich der Teilnehmer – auch Anneke Vortmeier wurde nur in Zivil an der Strecke gesichtet – gab es recht spontane Änderungen. Auch bezüglich des Starts für den Hauptlauf musste das Organisationsteam von Stadtsportbund und Laufsport Bunert so einige organisatorische Hindernisse überwinden. Setzte etwa 30 Minuten vor dem geplanten Beginn zunächst ein leichter Regen ein, wurde schnell klar: Da kommt noch mehr.

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Und so musste der Start aufgrund einer Gewitterzelle gut 15 Minuten nach hinten verschoben werden. So ging es für die über 340 Läuferinnen und Läufer in strömendem Regen auf die zehn Kilometer lange Distanz um die Regattabahn – mit der Option, bei erneuter Wetterverschlechterung auf fünf Kilometer zu verkürzen. Doch am Ende konnte das Rennen regulär zu Ende geführt werden, sodass Jan Neuens und Katharina Wehr zu den neuen amtierenden Siegern des Laufs gekürt werden konnten. Ihnen folgten Maximilian Jakobs und Jan Königs sowie Katharina Krüger und Kristin Hasel.

Einige Zuschauer fanden beim Lichterlauf Schutz vor dem Regen.
Einige Zuschauer fanden beim Lichterlauf Schutz vor dem Regen.© FUNKE Foto Services | Kerstin Bögeholz

Nur wenige Stunden zuvor strahlte bei den Läufen der Bambini und der „Großen“ über die kurze Distanz noch die Sonne. Die 75 Nachwuchsläufer konnten so nicht nur trockenen Fußes ins Ziel einlaufen, sondern wurden auch angefeuert von vielen Zuschauern an der Strecke – darunter einige MSV-Fans, die es sich nicht nehmen ließen, nach dem Sieg des Fußball-Drittligisten auch die Läuferinnen und Läufer zu unterstützen. So nach vorne getrieben lief auch Doris Kluge-Schöpp ins Ziel. Die Siegerin über fünf Kilometer kann auf eine irre Laufsaison zurückblicken: Gesamtsiegerin bei der Winterlaufserie, Dritte beim Rhein-Ruhr-Marathon – und erstmals unter drei Stunden geblieben beim erst zweiten Marathon überhaupt. Dazu die beste Frauenstaffel beim Zoolauf und Zweite beim Targobank-Run. Und dabei ist sie erst seit der Coronazeit aktiv als Läuferin unterwegs. „Ich habe mir jetzt für dieses Jahr noch den Rhein-City-Run vorgenommen. Und nächstes Jahr möchte ich natürlich weiterhin so ambitioniert unterwegs sein“, freut sich Doris Kluge-Schöpp schon auf die nächsten Läufe.

Für die Kleinsten schien die Sonne: Die Bambini fanden gute Laufbedingungen vor.
Für die Kleinsten schien die Sonne: Die Bambini fanden gute Laufbedingungen vor.© FUNKE Foto Services | Kerstin Bögeholz

Erstmals mit am Start war das Team „Bruno Marsch“. Eigentlich wollten die Freundinnen Sarah und Karo gemeinsam laufen. Beide stammen ursprünglich aus Duisburg, waren zeitweise weggezogen. Doch Sarah zog es zurück in die Heimat. Nun wollten die beiden, die gemeinsam den Spitznamen Bruno tragen, auch mal daheim an einer Laufveranstaltung teilnehmen. Doch Karo musste krankheitsbedingt kurzfristig passen. So sprang Felix ein. „Ich bin schon ein wenig traurig, aber dann feuere ich die beiden heute halt kräftig an und beim nächsten mal bin ich dabei“, erklärte Karo. Felix dagegen war „die Ruhe selbst“, während Sarah schon „ziemlich nervös“ war. Vorgenommen hatte sich das Duo eine Zeit knapp unter einer Stunde. Am Ende waren sie ein bisschen langsamer – aber das auch im schon erwähnten strömenden Regen.

Laufurgestein Jörg Bunert konnte bei „seinem“ Lichterlauf verletzungsbedingt nicht an den Start ging. Katharina Wehr gewann den Frauenlauf über zehn Kilometer.
Laufurgestein Jörg Bunert konnte bei „seinem“ Lichterlauf verletzungsbedingt nicht an den Start ging. Katharina Wehr gewann den Frauenlauf über zehn Kilometer.© FUNKE Foto Services | Kerstin Bögeholz

Ebenfalls zum ersten Mal dabei waren Alex Brachthäuser und Frank Aufermann. „Wir sind Kollegen und haben durch einen Freund aus Duisburg vom Lichterlauf erfahren. Die Winterlaufserie hat schon richtig Spaß gemacht. Jetzt wollten wir auch hier mal mitmachen“, berichteten die beiden. Für Frank war es der erste Lauf im Dunkeln. Alex war zuvor bereits beim Run-Schnellweg zwischen Mülheim und Essen unterwegs.

Das war anstrengend, hat aber trotzdem wie immer viel Spaß gemacht und meine Motivation hat sich gelohnt.

Jan Neuens, Lichterlaufsieger

Wiederholungstäter waren dagegen die Läuferinnen und Läufer des Teams HKM. In diesem Jahr mit insgesamt 14 Aktiven, acht davon für den Hauptlauf gemeldet, bildete die Werkstruppe eine der größeren Gruppen. „Wir haben ein eigenes Gesundheitswesen, das uns sowohl mit Trainingseinheiten als auch mit der finanziellen Förderung von Läufen unterstützt. Das Ziel des Unternehmens ist, dass wir Mitarbeitenden uns bestmöglich fit halten können“, erklärte Lisa Draszba, die über die kurze Distanz am Start war und dann noch blieb, um die späteren Läuferinnen und Läufer zu unterstützen. Ihr macht es einfach Spaß, zu laufen und auch die anderen anzufeuern. Zusammen war ein Teil des Teams auch schon bei anderen Läufen wie der Winterlaufserie und dem Targobankrun am Start und auch an der Drachenbootregatta wurde schon mehrfach teilgenommen.

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Die beiden Sieger des Hauptlaufs waren sich am Ende in Bezug auf das Wetter einig: Es war nass, aber glücklicherweise nicht kalt. Und Jan Neuens ergänzte noch: „Das war anstrengend, hat aber trotzdem wie immer viel Spaß gemacht und meine Motivation hat sich gelohnt.“ Zumal der MSV-Fan sich zuvor noch in der Arena angeschaut hatte, wie man sich den Sieg holt.

Die schnellsten Lichterläufer

Zehn Kilometer, Männer: 1. Jan Neuens (ASV Duisburg, 33:12 Minuten),2. Maximilian Jakobs (SG Duisburg-Süd, 34:28), 3. Jan Königs (35:04); Frauen: 1. Katharina Wehr (ASV Duisburg, 35:36), 2. Katharina Krüger (36:55), 3. Kristin Hasel (Laufsport Bunert Duisburg-Moers, 40:44).

Fünf Kilometer, Männer: 1. Michael Schramm (ASV Duisburg, 16:46), 2. Sebastian Schmitz (Ausdauerschule Bunert, 17:02), 3. Niels Faassen (Running Twins, 17:34); Frauen: 1. Doris Kluge-Schöpp (Freie Schwimmer Duisburg Running Team, 19:16), 2. Kerstin Schumacher (20:31), 3. Simone Schwass (20:54).

Bambini, Jungen: 1. Jonas Rau (1:34), 2. Felix Bornemann (DSC Preußen, 1:36), 3. Valentino Efler (1:40); Mädchen: 1. Laura Lutz (Eintracht Duisburg, 1:38), 2. Lisa Wiegershaus (Club Raffelberg, 1:41), 3. Edda Wunderlich (Eintracht Duisburg, 1:44).

Am Ende konnte Uwe Busch, Geschäftsführer des Stadtsportbundes, trotz des Wetterumschwungs ein positives Fazit abgeben: „Mit 1479 Startenden können wir gut leben. Sie haben wieder ihren Beitrag geleistet, damit die 180 Laternen auch weiterhin leuchten können.“ Bis zum Lauf im nächsten Jahr.