Für einige Schülerinnen und Schüler der Lise-Meitner-Gesamtschule in Rheinhausen steht in der kommenden Woche eine große Reise an. Sie machen sich am Montag auf den Weg nach Berlin, wo sie mit zwei Mannschaften an den Deutschen Meisterschaften im Flag Football teilnehmen, jener grundsätzlich körperlosen Variante des American Football, bei der die Gegenspieler nicht mit physischem Einsatz gestoppt werden, sondern indem ihnen eine am Gürtel befestigte kleine Flagge entrissen wird.

Schon im vergangenen Jahr hatte die U-12-Mannschaft aus Rheinhausen die Qualifikation für das Endturnier in Berlin geschafft und dort nach starken Leistungen erst im Finale das Nachsehen gegen das Erasmus-Grasser-Gymnasium aus München gehabt. Ein bisschen schade war das seinerzeit schon, war die Belohnung für den Sieg doch die Reise zum Weltturnier nach Orlando, Florida.

Die U-12-Kids der Rheinhauser Schule wollen ebenfalls gut abschneiden.
Die U-12-Kids der Rheinhauser Schule wollen ebenfalls gut abschneiden.© LMG

Seit zwei Jahren wird an der NRW-Sportschule in Rheinhausen die Football-Variante angeboten. Auf die Idee kam seinerzeit der eigentlich vom Handball stammende Lehrer Burkhard Heesen. Der Zuspruch war groß, der Erfolg stellte sich schnell ein. In diesem Jahr können nun sogar zwei Mannschaften an den Start gehen: Zur U12 gesellte sich eine U14 hinzu. Beide reisen mit ordentlich Rückenwind in die Bundeshauptstadt, da sie jeweils den Sieg bei der vom American Football Verband Deutschland organisierten NRW-Meisterschaft davongetragen haben. Die nun anstehende Deutsche Meisterschaft wird hingegen von der National Football League, der US-Profiliga, auf die Beine gestellt. Hier gab es zuletzt regionale Qualifikationsturniere, wobei sich die U14 in Köln durchsetzte und die U12 in Dortmund den zweiten Platz belegte.

Wir haben Experten dazubekommen, die unseren Horizont erweitern.

Burkhard Heesen, Lehrer und Football-Coach

Was nun in Berlin drin ist? „Ich bin gespannt“, sagte Burkhard Heesen am Freitag nach dem Abschlusstraining. Seine Schützlinge durften sich in dieser Saison über noch mehr fachkundige Anleitung freuen. So war die Duisburger Football-Legende Peter „Peewee“ Krause ebenso bei Übungseinheiten eingebunden wie der in Footballkreisen nur als „Coach Fifty“ bekannte Fathalla Fatah sowie Sebastian Zimmermann, verantwortlich für die „Green Machine“, die Jugendauswahlmannschaften des NRW-Footballverbandes. „Wir haben Experten dazubekommen, die unseren Horizont erweitern“, so Burkhard Heesen.

Nach Berlin wird er von drei Kolleginnen und Kollegen von der Lise-Meitner-Gesamtschule begleitet: Zehra Erol, Özlem Yuca und Marc Kindermann. Der Tross macht sich am Montag auf den Weg in den Osten Deutschlands, ehe dann am Dienstag die Spiele im Mommsenstadion im Berliner Ortsteil Westend anstehen. Der Modus stellt sich so dar, dass in beiden Altersklassen jeweils zehn Mannschaften an den Start gehen. Jedes Team bekommt dabei drei Gegner für die Vorrundenspiele zugeteilt. Aus den Ergebnissen wird dann ein Tableau erstellt, deren vier Erstplatzierte die Endrundenmatches bestreiten, die Teams ab Rang fünf spielen die weiteren Platzierungen aus. „Wir haben es bei der U14 unter anderem mit Kontrahenten aus Berlin und Hamburg zu tun, das wird schon anspruchsvoll sein“, so Burkhard Heesen.

Wenn es für eine der beiden Duisburger Mannschaften mit dem ganz großen Wurf klappen sollte, wäre die Belohnung wiederum eine attraktive. Die Sieger im U-12-Wettbewerb reisen zum Pro Bowl, dem All-Star-Game der National Football League, am 1. Februar kommenden Jahres; der Austragungsort steht noch nicht fest. Für die U-14-Champions geht es zum internationalen Vergleichsturnier nach Canton, Ohio.