Das Handy klingelt. Am anderen Ende der Leitung: Burkhard Heesen. Dabei war das Gespräch mit ihm doch gerade schon beendet. „Habe ich eigentlich gesagt, dass ich unglaublich stolz auf die Kinder bin?“, fragt der Lehrer der Rheinhauser Lise-Meitner-Gesamtschule. Ja, hatte er. Auch einen Tag später weiß der Mann, der eigentlich vom Handball kommt, aber sein Herz nun auch an den Flag Football verloren hat, noch nicht so recht, wohin mit seinen Emotionen. Kein Wunder, ist er doch mit der U-12-Mannschaft seiner Schule gerade in Berlin Deutscher Meister der körperlosen Football-Variante geworden, was den Mädchen und Jungen aus dem Duisburger Westen nun eine Reise in die Vereinigten Staaten beschert.
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„Es ist eigentlich unglaublich, dass wir das geschafft haben. Manche der Kinder spielen ja erst seit einem Dreivierteljahr Flagfootball“, so Burkhard Heesen weiter. Die Sportart, bei der es im Gegensatz zum körperbetonten American Football darum geht, den gegnerischen Akteuren eine an der Ausrüstung befestigte Flagge zu entreißen, erfreut sich aber bekanntlich schon länger an seiner Schule steigender Beliebtheit: Im Vorjahr hatten die Rheinhauser Schülerinnen und Schüler als Zweite des Wettbewerbs nur knapp den großen Wurf verpasst.
Es ist eigentlich unglaublich, dass wir das geschafft haben. Manche der Kinder spielen ja erst seit einem Dreivierteljahr Flagfootball.
Burkhard Heesen, Sportlehrer und Flag-Football-Coach
Nun hatten sie sich sogar gleich mit zwei Mannschaften für das von der National Football League organisierte Finalturnier im Berliner Mommsenstadion qualifiziert: Neben der U12 war nun auch die U14 mit von der Partie. Für das insgesamt vierköpfige Lehrerteam, das zur Betreuung mitgereist war, eine ganz schön stressige Aufgabe, wie Burkhard Heesen beschreibt: „Erst U12, dann U14, dann wieder U12, dann Mittagessen, dann plötzlich Halbfinale...“
In letzterem wäre die U14 sehr gern gelandet, doch dazu reichte es für die junge Rheinhauser Mannschaft, in der nur drei Mitglieder des älteren Jahrgangs mitwirken, noch nicht ganz. Sie unterlag dem Berliner Schiller-Gymnasium mit 0:6, trumpfte dann mit 19:8 gegen die Schule Rellinger Straße aus Hamburg auf und war dann der Realschule Taufkirchen aus Bayern mit 0:13 unterlegen. Das bedeutete Platz sechs im Zwischenklassement und die Teilnahme am Spiel um Platz fünf, das mit 7:6 gegen das Gymnasium Wermelskirchen gewonnen wurde.
Knappe Entscheidung zugunsten der Rheinhauser Mädchen und Jungen
Die U12 gewann mit 13:0 gegen die Gemeinschaftsschule Gersheim (Saarland) und mit 7:6 gegen die Erika-Mann-Grundschule Berlin, ehe es nach einer 7:15-Niederlage gegen das Düsseldorfer Gymnasium Koblenzer Straße sehr spannend wurde. Die Rheinhauser waren nach Siegen gleichauf mit der Integrierten Gesamtschule Stromberg (Rheinland-Pfalz), hatten auch die selbe Score-Differenz, mit 27:21 gegen 26:20 aber einen Punkt mehr erzielt. So erreichten sie haarscharf das Halbfinale, wo das Josef-Albers-Gymnasium Bottrop mit 13:7 bezwungen wurde. Im Finale gegen die Realschule Taufkirchen ging es sehr eng zu: Ein Touchdown von Ila Erken, die dann auch zur wertvollsten Spielerin (MVP) gewählt wurde, brachte die Entscheidung und sorgte für überschäumende Freude.
Wie sich die als Belohnung ausgelobte Reise in die USA nun darstellt, wird sich zeigen. Ursprünglich war ein Besuch beim Pro Bowl, dem All-Star-Spiel der NFL, angesagt. Ob das klappt, ist offen; den Flug über den Atlantik wird es für die jungen Rheinhauser aber auf jeden Fall geben.
Das erfolgreiche Team bildeten: Mikail Aydin, Biagio Cuttaia, Kerem Duman, Ila Erken, Bennett Mascia, Paul Müller, Amar Pacolli, Lena Spitzer, Maximilian Swegat, Henry Zipfel.



