Frank Petrozza war sauer. Das war dem Trainer der Füchse anzumerken. Doch er nahm sich merklich zurück. Denn am Tag eines Teddy Bear Toss durften zwei Kinder die Pressekonferenz nach dem Spiel in der Eishockey-Oberliga zwischen den Icefighters Leipzig und dem EV Duisburg leiten. Also atmete der Coach zweimal durch, ehe er seinem Ärger im ruhigen Ton Luft machte. In der 59. Minute hatten die Gäste den Ausgleich erzielt. Aus Sicht der Füchse noch in 5:3-Überzahl. „Es waren noch eine Minute und 46 Sekunden auf der Uhr, aber dann ist die Zeit noch zwei Sekunden weitergelaufen, sodass es angeblich nur noch eine 5:4-Überzahl war.“ Leipzig konnte durch den EVD-Treffer vollzählig weitermachen – und bestrafte eine Schlafmützigkeit in der defensiven Zone mit dem Siegtreffer zum 4:3 (1:1, 1:0, 2:2) für die Sachsen. Gerade einmal 82 Sekunden vor einer möglichen Overtime.
Es waren noch eine Minute und 46 Sekunden auf der Uhr, aber dann ist die Zeit noch zwei Sekunden weitergelaufen.
Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg
„Das war nicht in Ordnung“, sagte Petrozza über diese Szene, gestand aber gleichwohl ein, dass der Siegtreffer der Leipziger auch auf eine fehlende Zuordnung zurückging. Erst konnten die Gäste den Puck an der blauen Linie nicht aus der Gefahrenzone bringen, dann verlor Pascal Grosse den Zweikampf vor Goalie Leon Willerscheid. „Ich mache meiner Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf. Wir haben uns viele Chancen erspielt“, nimmt der Coach die unglückliche Niederlage bei den heimstarken Leipzigern überhaupt nicht krumm. Dass ihn die Situation rund um das 3:3 wurmte, war ihm aber auch weiterhin anzumerken.
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Die Duisburger starteten ein wenig ungeordnet ins Spiel. Das nutzte Leipzigs Daniel Schwamberger aus, um seinen ersten Saisontreffer nach nur eineinhalb Minuten zu erzielen. Dann flogen absprachegemäß die Teddys für den guten Zweck aufs Eis, was für eine rund zehnminütige Unterbrechung sorgte, in der die Füchse-Spieler mithalfen, die vielen Kuscheltiere einzusammeln. Die Pause nutzten die Gäste offenbar, um sich innerlich zu sortieren, denn für den Rest des Abschnitts waren sie die konzentriertere Mannschaft. Das nutzte Jack Bloem in der 15. Minute, um aus der Drehung den verdienten Ausgleich zu erzielen. Kurz vor der Pause zeichnete sich Goalie Leon Willerscheid einmal mehr durch eine starke Parade aus, als er eine Kontersituation reaktionsschnell mit der Blockerhand entschärfte.
Im zweiten Abschnitt brachte Marc Zajic die Sachsen erneut in Front. Innerhalb dieser 20 Minuten fand der EVD keine Antwort, hatte aber durch Nardo Nagtzaam (30.) und Adam Kiedewicz (39.) gute Gelegenheiten. Nach Wiederbeginn dauerte es nur 18 Sekunden, ehe Edelvorlagengeber Sandis Zolmanis einfach mal selbst zum 2:2 zuschlug. Das 3:2 der Hausherren sechseinhalb Minuten vor dem Ende hätte die Entscheidung sein können, doch wie in den Spielen zuvor bewiesen die Füchse einmal mehr ihre Comeback-Qualitäten und bestraften eine 5:3-Situation durch Adam Kiedewicz, der sich schnell vor dem Leipziger Tor drehte und abschloss, mit dem 3:3-Ausgleich. Die Diskussion darüber, ob die erste Strafe nun schon abgelaufen war oder nicht, dauerte minutenlang an, ehe die Schiedsrichter verkündeten, dass es mit fünf gegen fünf Spielern auf dem Eis weitergeht. Nur 22 Sekunden später nutzte dies Daniel Visner zum Leipziger Siegtreffer aus.
Weiter geht es mit dem Heimspiel am Freitag um 19.30 Uhr: Dann ist der Herner EV zum Ruhrderby zu Gast. Und der bisherige Saisonverlauf legt nahe, dass diese Partie in der Skala für den Unterhaltungswert recht weit oben anzusiedeln sein wird.
Die Statistik:
Tore: 1:0 (1:25) Schwamberger (Zajic, Hejcman), 1:1 (14:04) Bloem (Kuschel, Farkas), 2:1 (26:09) Zajic (Hejcman, Schietzold), 2:2 (40:18) Zolmanis (Mannes, Kalns/4-4), 3:2 (53:36) Ficenec (Aronsson, Visner), 3:3 (58:16) Kiedewicz (Kalns, Zolmanis/5-4), 4:3 (58:38) Visner (Aronsson, Ficenec).
Strafen: Leipzig 10, Duisburg 8 + Spieldauer (Co-Trainer Schwarze).
Zuschauer: 2146.



