Bestätigt ist es nicht, aber auch eben nicht dementiert: Der in Duisburg beheimatete Football-Club Rhein Fire ließ die Frage unbeantwortet, ob der zweifache Champion der früheren NFL Europe und zuletzt der European League of Football bald erneut in einer neuen Liga spielen wird. Die Wahrscheinlichkeit scheint aber groß zu sein. Rhein Fire, die Vienna Vikings, Berlin Thunder und die Wroclaw Panthers hatten sich nicht an der Einigung zwischen der European League of Football sowie der European Football Alliance beteiligt. Am Dienstagmorgen verkündete nun die American Football League Europe (AFLE) ihre Gründung.
Das Entscheidende an der neuen Liga dürfte der Teil der Pressemitteilung sein, in der verkündet wird, dass eine Investorenfamilie aus den USA dafür sorgt, dass die neue AFLE für fünf Jahre durchfinanziert ist. Der Hintergrund für die Trennung von der European League of Football, zunächst in Form der Clubvereinigung namens European Football Alliance, waren zum einen die Vorwürfe der Franchises, dass die von Zeljko Karajica geführte ELF ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Clubs nicht nachgekommen sei, und zum anderen der Umstand, dass die Clubs nicht an den Entscheidungen der Liga beteiligt wurden und es keine entsprechende Transparenz gebe. In den meisten Profiligen ist es so, dass eine Art „Board of Governors“ – das eben am ehesten mit Gesellschafterversammlung zu übersetzen wäre und nichts anderes ist als die Versammlung der Clubs einer Liga – die wichtigen Entscheidungen trifft. Dieses Board ist in der gemeinsamen Absichtserklärung zwischen ELF und EFA zwar für die bisherige Liga angekündigt, aber offenbar gibt es eben nach wie vor Clubs, mindestens die vier genannten, die auf dieses Versprechen nicht vertrauen.
Neues Team unter anderem aus Monaco
Das Büro der neuen Liga ist in Hamburg eingerichtet worden und wird von Frank Wendorf geleitet; außerdem nimmt Till Grönemeyer als „Head of the Advisory Board“, also der Leiter eines Beratungsgremiums, eine wichtige Rolle innerhalb der AFLE ein. Hierbei dürfte es sich um die erwähnte Clubvertretung handeln.
Die neue Liga nannte zwar keine Teamnamen, teilte aber mit, dass die beteiligten Clubs aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Monaco, Polen und Großbritannien kommen. Auch der Termin für das erste Finalspiel der AFLE wurde bereits genannt: So soll der erste Meister am 6. September im Rahmen eines Endspiels in Deutschland ermittelt werden. Wo genau, wurde bislang nicht verkündet.
Alles zu Rhein Fire:
Derweil bereitet sich Rhein Fire weiterhin auf die Nikolaus-Fanparty am Samstag, 6. Dezember, vor, die von 18 bis 22 Uhr beim „Hotelpartner“ des Clubs, dem Clayton-Hotel auf der Immermannstraße in Düsseldorf, stattfinden wird. Dort wird auch der Gewinner oder die Gewinnerin des nun überflüssigen Namenswettbewerbs geehrt, an dem sich über 2000 Fans beteiligt hatten. Erst vor wenigen Tagen hatte der Club verkündet, dass er voraussichtlich den Namen Rhein Fire behalten darf und eine Namensänderung damit überflüssig sei.


