Mehr Sport machen und Gewicht verlieren – das sind laut dem Datenportal Statista auch 2026 zwei der häufigsten Neujahrsvorsätze der Deutschen. Doch wie gelingen diese großen und kleinen Pläne? Gibt es auch Alternativen zum Fitnessstudio? Daniel Krüger leitet den Hochschulsport an der Uni Duisburg-Essen (UDE) und hat wichtige Tipps.
Konkrete Ziele halten die Motivation oben
Für viele ist die erste Anlaufstelle bekanntlich das Fitnessstudio. Doch das ist nicht die einzige Option und auch nicht unbedingt für alle die beste Wahl. „Wenn man vorher noch gar nichts gemacht hat, kann man mit Ausdauersport gut einsteigen“, sagt Krüger. Also Laufen, Fahrradfahren oder Schwimmen. „Da braucht man nicht so viel Equipment und man kann es gut dosieren von der Belastung her.“ So können Menschen eine Grundfitness aufbauen und dabei auch wenig falsch machen. Der Nachteil: Für viele könne es schnell langweilig werden, wenn sie damit nur „vor sich hin“ trainieren.
„Das Wichtigste ist Kontinuität“, sagt Krüger. „Es bringt nichts, zwei Monate lang jeden Tag Sport zu machen und dann einfach aufzuhören.“ Wer langfristige Erfolge sehen will, muss länger dranbleiben. Gerade deswegen sei die Motivation besonders wichtig. Er empfiehlt deswegen, auf ganz konkrete Ziele hin zu trainieren: „Das kann zum Beispiel sein: Ich möchte in einem Dreivierteljahr fünf Kilo abnehmen. Oder ich kann auf Events hinarbeiten. So, dass ich mir das Ziel setze, im Herbst meinen ersten Halbmarathon zu laufen.“
Diesen Fehler sollten Sie dringend vermeiden
Einen Fehler gilt es aber tunlichst zu vermeiden: „Wenn man vorher gar keinen Sport gemacht hat, ist es auch wichtig, dass man nicht zu viel macht.“ Von jetzt auf gleich anfangen, an vier oder fünf Tagen die Woche zu laufen, von zuvor null? „Da treten schnell Überlastungserscheinungen auf“, warnt Krüger.
Sportangebot im Hochschulsport
Während das primäre Publikum für den Hochschulsport Studierende und Beschäftigte der Universität sind, können sich auch externe Interessierte zu den verschiedenen Kursen anmelden. Die Sportangebote finden in vier Zeiträumen statt: Jeweils im Winter- (Oktober bis März) und Sommersemester (April bis September) und den beiden Semesterferien, die jeweils etwa die letzten zweieinhalb Monate des Semesters beinhalten. Sowohl in Essen als auch in Duisburg bietet der Hochschulsport durchgehend ein Fitnessstudio an.
Die Preisstruktur ist gestaffelt. Studierende bekommen die Angebote zum günstigsten Preis, danach folgen Bedienstete. Nicht-Hochschulangehörige zahlen einen höheren Preis. Das nächste Kursprogramm startet Mitte Februar und kann auf der Webseite des Hochschulsports unter www.uni-due.de/hochschulsport/ eingesehen werden. Dort sind auch Anmeldungen möglich.
Dagegen rät er, sich Hilfe zu holen, mit der man realistische Trainingspläne aufstellen kann. Ansprechpartner gibt es zum Beispiel für Vereinsmitglieder in Sportvereinen oder bei Trainern in festen Kursen. Das Training in einer festen Gruppe könne noch dazu die Motivation oben halten und für Kontinuität sorgen. Allerdings sei das typabhängig – manche Menschen könnten auch besser trainieren, wenn sie dabei ganz für sich bleiben können, räumt Krüger ein.
Wahl der Sportart muss zu Zielen passen
Welcher Sport ausgewählt wird, das sollte an die eigenen Ziele und Vorlieben angepasst werden. Geht es um Gewichtsverlust, dann sei jeder Sport, bei dem man sich viel bewegt, geeignet, sagt Krüger. „Leute die sagen, sie möchten einen definierteren Körper haben und richtig Muskeln aufbauen, die kommen an Kraftsportarten nicht vorbei.“
Grundsätzlich gilt: „Wenn man wirklich abnehmen will, muss man über einen längeren Zeitraum mehr Kalorien verbrauchen als man zu sich nimmt.“ Dabei hilft mehr Bewegung immer, ob Ausdauerlaufen oder Gerätetraining im Fitnessstudio, erklärt der Sportexperte. Ein Irrglaube kann dem Erfolg trotzdem in die Quere kommen: „Man darf sich nicht denken, ich mache jetzt viel Sport und kann deswegen ganz viel essen.“ Wer das zum Abnehmen nötige Kaloriendefizit erreichen will, muss auch auf die Ernährung achten.
Hochschulsport-Kurse sind nicht nur für Studierende
Für die Motivation sei aber natürlich auch Spaß wichtig. Ambitionierte Neujahrsziel-Erreicher sollten sich also erstmal fragen, auf welchen Sport sie richtig Lust haben. Wie viele Optionen es gibt, das weiß Krüger quasi aus erster Hand: Beim Hochschulsport der UDE, den der studierte Sportmanager und -berater seit anderthalb Jahren leitet, gibt es über das Jahr verteilt Kurse in rund 100 Sportarten an den Campus Duisburg und Essen.
Von allen Klassikern wie Fußball, Volleyball und Basketball über verschiedene Kampfsportarten und Tanzkurse bis hin zu einem breiten Yoga-Angebot und verschiedensten Fitness-Kursen ist alles dabei. Anmelden können sich auch Menschen, die weder studieren, noch an der Uni arbeiten.


