Die Füchse sind aktuell nicht aufzuhalten, auch der Spitzenreiter konnte die Siegesserie nicht beenden. Das 6:4 (3:0, 1:3, 2:1) des EV Duisburg gegen die Hannover Scorpions war nun schon der siebte Sieg in Serie. Nachdem die obere Zwischenrunde bereits am Freitag erreicht war, machten die Schwarz-Roten gegen den Primus aus der Wedemark einfach weiter und feierten einen verdienten Erfolg.

Nach dem Sieg gab es eine kleine Erinnerung an die Zeit vor rund 20 Jahren. Rico Rossi, Trainer der Hannover Scorpions und einst sehr beliebter Trainer der Füchse, begann die Pressekonferenz mit den Worten: „Guten Abend alles“ – so wie er es damals tat, als sein Deutsch noch nicht so gut war wie heute. „Ich habe viele gute Erinnerungen an diese Eissporthalle. Heute leider nicht. Das war für uns kein gutes Wochenende. Nun geht es ums letzte Spiel der Hauptrunde, ehe wir uns auf die Zwischenrunde vorbereiten.“ Sein damaliger Spieler und heutige EVD-Trainer Frank Petrozza sagte: „Wir sind hervorragend ins Spiel gekommen, haben aber den Anfang des zweiten Drittels verschlafen. Leider musste ich Aaron Kaiser aus dem Tor nehmen. Aber der Ausgleich war nicht sein Fehler. Dann kamen wir wieder besser ins Spiel. Respekt vor meiner Mannschaft – aber wir sind noch nicht fertig.“

Respekt vor meiner Mannschaft – aber wir sind noch nicht fertig.

Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg

Vom „bislang besten Drittel der Saison“ war in der laufenden Spielzeit schon einige Male die Rede – da reihten sich die ersten 20 Minuten der Partie in die Serie „bester Drittel“ in einer bislang überaus gelungenen Saison der Füchse ein. Von Beginn an spielte der EVD mit breiter Brust – was sechs Siege in Folge eben so mit sich bringen. Und abermals zeigte sich, dass der nicht groß gewachsene Philippe Sanche auf dem Eis eben doch ein ganz Großer ist. Als die Duisburger nach nicht einmal zwölf Minuten gegen den Spitzenreiter mit 3:0 vorne lagen, war der Kanadier an allen Toren beteiligt und hatte zudem den Reigen nach fünf Minuten selbst eröffnet. Dann ging es fix: Verteidiger Philip Kuschel, der nach einem Trainingsunfall mit Vollvisier spielte, erhöhte auf 2:0 (10.), ehe Kapitän Nicklas Mannes nach einem Pass aus der Ecke auf 3:0 stellte (12.). „Das kann man so machen“, sagte Füchse-Abwehrspieler Pascal Grosse in der Drittelpause. „Und wir werden nun auch alles dafür tun, um das Heimrecht in den Play-offs zu erreichen.“

Auch interessant

Allerdings schien das Spiel in den ersten fünf Minuten des Mittelabschnitts zu kippen. Plötzlich spielten die Mellendorfer ihre individuelle Klasse aus und glichen die Partie im Eilverfahren aus. Frank Petrozza nahm seine Auszeit und wechselte den Torhüter. Der junge Kölner Förderlizenz-Goalie Aaron Kaiser hatte eine Chance bekommen und wurde nun durch Leon Willerscheid ersetzt (26.). Allerdings war das vornehmlich ein Schutz für den jungen Keeper, schließlich waren die Füchse in diesen fünf Minuten insgesamt nicht auf der Höhe, was eine Mannschaft wie die Scorpions, die aus DEL- und DEL2-erfahrenen Spielern besteht, sofort bestraft.

Sport / DU-Süd
Eishockey, Oberliga: Füchse Duisburg gegen Hannover Scorpions  am 25.01.2026 Duisburg
Die neue Anzeigetafel war beim Sieg gegen den Spitzenreiter erstmals im Einsatz.© FUNKE Foto Services | Daniel Attia

Doch der EVD schlug zurück, fand wieder in seinen Flow – und ging durch einen Treffer von Adam Kiedewicz wieder in Führung (30.). Nun wurde das Spiel immer intensiver. Zweieinhalb Minuten vor der zweiten Pause wurde Nicklas Mannes auf dem Weg zum Tor von hinten gefoult, doch Schiedsrichter Sebastian Licau gab statt des fälligen Strafschusses nur zwei Minuten, was die Hausherren derart in Rage brachte, dass die Unparteiischen auch eine zweiminütige Bankstrafe gegen den EVD aussprachen.

Mehr zum Thema

Das Topspiel hielt auch im letzten Abschnitt, was es versprach. Die Scorpions glichen flott aus, als der frühere Duisburger Norman Hauner im Nachstochern erfolgreich war (45.). Dann aber gab es eine zehnminütige Unterbrechung, weil es ein Problem mit der Torverankerung gab. Als es wieder weiter ging, dauerte es nur 50 Sekunden, ehe Michael Fomin die abermalige Füchse-Führung erzielt hatte. Fünf Minuten vor dem Ende traf Noah Münzenberger zum entscheidenden 6:4.

Die Statistik:

Tore: 1:0 (5:19) Sanche (Mannes, Zolmanis), 2:0 (9:20) Kuschel (Zolmanis, Sanche), 3:0 (11:39) Mannes (Sanche, Üffing), 3:1 (21:23) Miglio (Hauner, Fricke), 3:2 (22:54) Knaub (Drews, Kruminsch), 3:3 (25:28) McMillan (Pavlu), 4:3 (29:50) Kiedewicz (Schymainski, Fomin), 4:4 (44:07) Hauner (Miglio, Fricke), 5:4 (48:13) Fomin (Kiedewicz, Schymainski), 6:4 (55:00) Münzenberger (Sanche, Üffing,).

Strafen: Duisburg 4, Wedemark 6.

Zuschauer: 1500 (nach aktuellen Bestimmungen ausverkauft).