Frank Petrozza konnte nur noch mit dem Kopf schütteln. „Das ist peinlich“, sagte der Trainer des Eishockey-Oberligisten EV Duisburg. Denn nachdem die Füchse ohnehin in der Schlussphase der Saison nur noch mit drei Reihen agieren können, wurden nun auch noch mit Luis Üffing und Carter Popoff zwei Spieler nachträglich und ohne jegliche Strafe im Spielverlauf durch den Deutschen Eishockey-Bund gesperrt, nachdem der Deggendorfer SC diese Sperren beantragt hatte.

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Die Füchse werfen dem Verband eine Einflussnahme auf das Play-off-Geschehen vor, obwohl die Videos nach dem Dafürhalten des EVD nicht eindeutig zeigen, dass es im Falle von Popoff einen Crosscheck zum Kopf oder im Falle von Üffing einen Kniecheck gegeben habe. Luca Zitterbart wiederum, dessen Foul an Philippe Sanche, ein Crosscheck in Richtung Kopf, im Spielverlauf per Videobeweis überprüft worden war und der infolgedessen mit fünf Strafminuten und einer Spieldauerstrafe belegt worden war, wurde ebenfalls nur für ein Spiel gesperrt; bei ihm kommt ein weiteres Spiel Sperre hinzu, da er zusätzlich eine weitere „Fünfer“ wegen „Fightings“ bekommen hatte – seine zweite nach einem Play-off-Spiel in der ersten Runde gegen Herford.

Auf den Videos ergibt sich kein klares Bild zu den vermeintlichen Foulspielen. Wenn der Verband derart in die Play-offs eingreift, dann muss das nicht nur klar sein, dann muss es glasklar zu erkennen sein.

Fabian Schwarze, Co-Trainer der Füchse Duisburg

Fabian Schwarze, der Co-Trainer der Füchse, erklärt, dass Luis Üffing zunächst „klar die Schulter des Gegenspielers trifft, dann die Hüfte. Es ist gar nicht möglich, dass er zuerst das Knie getroffen hat.“ Ähnlich formulieren es auch die Füchse in ihrem Einspruch gegen diese Strafe: Der gegnerische Spieler habe auf der Mannschaftsbank zunächst klar über Schulterschmerzen geklagt, nicht sein Knie gehalten. Das DEB-Spielgericht ist zudem scheinbar zu dem Schluss gekommen, dass der Schiedsrichter die Situation nicht klar habe erkennen können, obwohl er direkt daneben stand. An sich eine bemerkenswerte Schlussfolgerung, „wenn die Schiedsrichter auf dem Eis nicht einmal eine Zweiminutenstrafe verhängt haben“, so Füchse-Geschäftsführer Tom Södler.

Im Fall von Carter Popoff sagt Schwarze: „Hier geht der Handschuh zur oberen Schulter. Später sieht man, wie der eigene Handschuh des Deggendorfer Spielers in seinem Gesicht landet.“ Hier haben die Füchse eine Revision beantragt. In beiden Fällen betont der Füchse-Co-Trainer: „Auf den Videos ergibt sich kein klares Bild zu den vermeintlichen Foulspielen. Wenn der Verband derart in die Play-offs eingreift, dann muss das nicht nur klar sein, dann muss es glasklar zu erkennen sein.“

Die Füchse werfen dem DEB zudem Verfahrens- und Formfehler vor, machen dem Verband den Vorwurf, dass ein Einspruch nur Geld kosten, aber nicht zum Ziel, also der Aufhebung der Strafen, führen könne. Deswegen haben die Duisburger nun gefordert, dass die Sperren aufgeschoben werden, bis die Sachlage rechtssicher geklärt ist.

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Offenbar hat der Sieg der Füchse am Sonntag gegen den Süd-Meister Eindruck gemacht. „Es bestätigt einmal mehr, dass wir offenbar in den Köpfen unseres Gegners stecken. Wer sich seiner Überlegenheit sicher ist, braucht solche Wege nicht, um sportlich Einfluss zu nehmen. Schade“, erklären die Füchse in den Sozialen Medien. „Ich frage mich, wann unser Sport so sensibel geworden ist“, schimpft Frank Petrozza. „Das ist Play-off-Hockey, es waren normale Checks und die Spieler sind nicht verletzt.“ Auch Tom Södler ist wütend: „Unser Fokus muss nun auf Freitag liegen.“ Es sei denn, der DEB revidiert seine Entscheidung oder schiebt sie auf. Doch selbst dann ist die Vorbereitung der Füchse auf dieses Spiel massiv gestört. Und auch dies würde dem Deggendorfer SC bereits helfen. „Außerdem haben wir Unterkunft und Verpflegung für zwei Spieler bezahlt, die wir aufgrund einer solchen Sache nicht einsetzen dürfen“, beschreibt Södler den Schaden, den diese Entscheidung des DEB-Spielgerichts aus Füchse-Sicht angerichtet hat.

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