Pokalfinale ist nur einmal im Jahr? Für den MSV Duisburg gilt das anno 2026 nicht. Zwei Tage nach den Männern sind auch die Zebrastreifen tragenden Frauen im Endspiel um die wichtigste Trophäe des Fußballverbandes Niederrhein gefordert. Duplizität der Ereignisse: Wie ihre männlichen Vereinskollegen gehen auch die MSV-Kickerinnen eindeutig favorisiert in diese Partie. Am Pfingstmontag treffen sie um 13 Uhr im Nachwuchsleistungszentrum an der Westender Straße auf den TSV Solingen und wollen mit einem Sieg ihr zweites großes Saisonziel erreichen: die Teilnahme am DFB-Pokal der kommenden Spielzeit.

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Den ersten angepeilten Meilenstein haben Coach Tarek Ruhman und seine Schützlinge – und hier enden ärgerlicherweise die Parallelen zu den Männern – bekanntlich schon gesetzt. Der Aufstieg in die drittklassige Regionalliga West steht seit drei Wochen fest, zwei Jahre nach dem Super-GAU mit dem sang- und klanglosen Abstieg aus der Bundesliga, gefolgt von der Nichtmeldung für die 2. Bundesliga und der Nichtzulassung für die Regionalliga, meldet sich Duisburg als traditionelle Hochburg des Fußballs in der weiblichen Variante zumindest ganz zart wieder auf der überregional wahrgenommenen Landkarte zurück.

Wir wollen Werbung für uns betreiben.

Tarek Ruhman, Trainer und Abteilungsleiter des MSV

Weitere Ziele sind noch nicht formuliert, mit Gegnern wie dem FC Schalke 04 und womöglich der mit der Ex-Duisburgerin Alexandra Popp verstärkten Dortmunder Borussia ist an einen Durchmarsch ins Bundesliga-Unterhaus ohnehin nicht zu denken. Aber da Klappern zum Handwerk gehört und man wieder für ein breiteres Publikum interessant werden möchte, hat das erstmalige Gastspiel im Stadtnorden für die sonst auf der einstigen FCR-2001-Anlage an der Mündelheimer Straße ansässigen MSV-Frauen einen wichtigen Nebeneffekt. „Wir wollen Werbung für uns betreiben“, sagt Tarek Ruhman, gleichzeitig auch Abteilungsleiter und Protagonist bei der „Wiedergeburt“ der 2024 am Ende scheinenden Zebra-Kickerinnen.

SPORTFOTO DU-SÜD/Hüttenheim: Fußball-Niederrheinliga der Frauen, MSV Duisburg gegen SV Rosellen
19.04.2026 in Duisburg
MSV-Trainer Tarek Ruhman möchte mit seinem Team in den DFB-Pokal einziehen.© FUNKE Foto Services | Daniel Attia

Dass ein Finalsieg her soll, liegt auf der Hand. In Meiderich treffen zwei Tabellenführer aufeinander: Der MSV ist es in der Niederrheinliga, Gegner Solingen eine Etage tiefer in der Landesliga. Dass die Bergischen nicht unterschätzt werden, zeigt der Umstand, dass der MSV-Videoanalyst drei von deren Spielen beobachtete. Über die Erkenntnisse dringt naturgemäß nichts nach außen, aber klar ist, dass die Hausherrinnen die Partie mit vollem Ernst angehen. Acht von ihnen haben auch noch eine „Rechnung“ offen: Im Vorjahr kickten Sarah und Anna Schneider, Chloe und Zara Rickes, Ricarda Rumohr, Selina Grabbe, Julia Hülsken und Judith Thieme für den damaligen Regionalliga-Spitzenreiter und späteren Meister VfR Warbeyen und waren mit diesem auf dem besten Wege, den Niederrheinpokal zu gewinnen. Dann erfolgte jedoch ein Eklat mit schriftlich ausgesprochenen Kündigungen, woraufhin keine der Spielerinnen mehr für den Klever Klub auflief. Der gewann mit einer Rumpfelf trotzdem den Pokal – mit 3:0 gegen den TSV Solingen.

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Jetzt wollen die kollektiv nach Duisburg gewechselten Ex-Warbeyenerinnen die Trophäe nach oben stemmen und dann auch in der neuen Saison im DFB-Pokal kicken. Dort war der MSV zuletzt vor zwei Jahren vertreten, weil noch die automatische Qualifikation als Bundesligist aus der Vorsaison nachwirkte. Gegen Zweitligist Hamburger SV gab es für das damalige Landesliga-Team eine 0:9-Klatsche.

Das Comeback auf nationaler Ebene käme nun schneller als erwartet. Hier gibt es aber auch einen Unterschied zu den Zebra-Männern: Die dürfen sich nämlich sofort auf ein großes Los freuen, während bei den Frauen erst einmal eine sogenannte Play-off-Runde ansteht, die alle Erstligisten der aktuellen und der kommenden Saison überspringen dürfen. Da müsste dann zunächst eine vermutlich nicht so attraktive, aber sportlich womöglich schwierige Hürde genommen werden, ehe der MSV zusammen mit dem FC Bayern, dem VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt im Topf läge.

Das ist aber alles noch Zukunftsmusik, erst einmal zählt der Pfingstmontag. „Wir wollen gute Gastgeber sein“, sagt Tarek Ruhman, der mit seinem Team eigens noch Einheiten auf Naturrasen einlegte, um für das eher ungewohnte Geläuf gerüstet zu sein.