Das sind die Dinge, die niemand in Vorbereitungsspielen braucht. 26 Minuten waren gerade einmal zwischen den beiden Eishockey-Oberligisten EV Duisburg und Herforder EV gespielt, da musste Füchse-Stürmer Sandis Zolmanis bereits das Eis verlassen. Der Lette hatte gerade eine der vielen nicht wirklich nachvollziehbaren Strafen kassiert, die das komplett neben den Schlittschuhen stehende Schiedsrichter-Duo Eugen Berger und Caroline Butt verhängt hatte, als er statt zur Strafbank Richtung Kabine fuhr. Später machte er sich auf den Weg ins Krankenhaus – offenbar hatte er sich am Bein verletzt. Das Spiel selbst war völlig zerfahren, da sich die Strafen auf beiden Seiten häuften, ohne dass es dafür einen erkennbaren Grund gab. Letztlich verlor der EVD mit 3:4 (0:1, 2:1, 1:2).
„Durch die vielen Strafzeiten hatten wir überhaupt keinen Spielfluss“, sagte Trainer Frank Petrozza. „Außerdem haben wir viel zu selten den Abschluss gesucht. Dann noch die Verletzung von Sandis Zolmanis. Das war für die Jungs heute frustrierend.“
Das war für die Jungs heute frustrierend.
Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg
Das Spiel begann aus Füchse-Sicht bereits nicht besonders gut. Der erste Herforder Angriff brachte nach 27 Sekunden die Gästeführung durch Jackson Pierson, nachdem der EVD den Puck in der Vorwärtsbewegung verloren hatte. Dennoch hätte die Partie bereits in der Anfangsphase wieder in Richtung der Füchse kippen können, da Enrico Saccomani einige Male in aussichtsreicher Position zum Abschluss kam. Doch schon im ersten Drittel wanderten die Spieler beider Teams, die zusehends das Verständnis dafür verloren, auf die Strafbank. In der Mitte des zweiten Abschnitts riefen die beiden Hauptschiedsrichter tatsächlich die beiden Kapitäne nach dem Powerbreak zu sich, ganz so als hätte sich gerade ein unfaires Spiel zugetragen.
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Ein schön ausgespielter Konter brachte den Duisburger Ausgleich, den der aufgerückte Verteidiger Philip Kuschel erzielte (24.). In Überzahl gingen die Ice Dragons zwar noch einmal in Führung, als Dennis Sticha einen Schuss kurz vor EVD-Goalie Nico Wiens abfälschte (28.). Doch nur 46 Sekunden später stand es 2:2. Nach einem schönen Doppelpass auf engem Raum mit Philippe Sanche traf der junge Elias Aul zum Ausgleich. Ohnehin spielten die Kölner Förderlizenzspieler – wie schon ihre Altersgenossen aus Iserlohn beim Sieg gegen Heilbronn am vergangenen Wochenende – sehr engagiert, suchten und fanden die Zweikämpfe und gaben keine Scheibe verloren.
Torhüter Nico Wiens konnte sich in der 44. Minute bereits zum zweiten Mal auszeichnen, als er wiederholt einen Herforder Alleingang entschärfte. Doch kaum eine Minute später lag Herford wieder vorne, als Tamas Kanya die Duisburger Defensive überlief und zum 3:2 für die Gäste einnetzte. In Überzahl erhöhte Herford auf 4:2, als die Unparteiischen offenbar den Unmut von Luis Üffing auf sich zogen, der beim Aussprechen der Strafe mit dem Schläger aufs Eis klopfte. Das reichte offenbar aus, ihm eine zusätzliche Zweiminutenstrafe aufzubrummen. Keine Frage, die Füchse machten kein gutes Spiel, aber was die beiden Rotgestreiften anboten, hatte nicht mal im Ansatz etwas mit einer oberligatauglichen Spielleitung zu tun.
Am Sonntag (16.30 Uhr) stehen sich beide Mannschaften in Herford erneut gegenüber.
Die Statistik:
Tore: 0:1 (0:27) Pierson (D‘Aoust), 1:1 (23:14) Kuschel (Fomin), 1:2 (27:01) Sticha (Mastic, Berezovskij/5-4), 2:2 (27:47) Aul (Sanche), 2:3 (44:14) Kanya, 2:4 (45:35) Moberg (D‘Aoust, Pierson/5-4), 3:4 (58:56) Sanche (Saccomani, Frick/6-3).
Strafen: Duisburg 20, Herford 20.
Zuschauer: 801



