Eishockey ist eine Sportart, die auch dann für Jubel auf den Rängen sorgen kann, wenn es an sich nichts zu bejubeln gibt. Denn nach dem recht ordentlichen Spiel in Hamm weniger als 24 Stunden zuvor wollte es im abschließenden Testspiel für den Eishockey-Oberligisten EV Duisburg gegen den französischen Zweitligisten Corsaires de Dunkerque lange Zeit so gar nicht laufen. Als dann aber Gästespieler Leandre Muchery zu vehement bei Füchse-Torhüter Aaron Kaiser nachstocherte, schnappte sich EVD-Verteidiger Nikita Müller seinen Gegenspieler und erklärte ihm in handfesten Argumenten, was er davon hält. Spielerisch war die Partie aber offenbar von dem Willen geprägt, sich vor dem Saisonstart am Mittwoch (20 Uhr, in Neuwied) keine weiteren Verletzten einzuhandeln, schließlich ist die aktuelle Ausfallliste lang genug. Am Ende stand eine 1:2 (0:0, 0:2, 1:0)-Niederlage.

Die Jungs haben gezeigt, dass sie ein Teil dieser Mannschaft sind. Sie haben alles reingehauen.

Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg – über die Förderlizenzspieler

Erst im letzten Abschnitt gaben die Füchse Gas. Daher wollte Trainer Frank Petrozza genau das herausstellen. „Der Torwart von Dunkerque war sehr gut. Was mir aber wichtig ist: Die Moral stimmt! War alles perfekt? Nein! Aber wir haben gekämpft – und darauf kommt es an.“ Gerade der Auftritt der Förderlizenzspieler stimmt den Coach sehr froh. „Die Jungs haben gezeigt, dass sie ein Teil dieser Mannschaft sind. Sie haben alles reingehauen“, unterstrich Petrozza. „Außerdem haben beide Torhüter an diesem Wochenende ein gutes Spiel abgeliefert.“ Es gilt, die positiven Aspekte mitzunehmen, auch wenn sechs Niederlagen in der Vorbereitung statistisch zwar ohne Bedeutung, aber halt auch nicht sondernlich erfreulich sind.

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Während der am Freitag bärenstark haltende Nico Wiens erneut die Kölner Haie als dritter Goalie beim Champions-Hockey-League-Spiel in Krefeld gegen Klagenfurt unterstützte, bekam Aaron Kaiser noch einmal Spielpraxis. Dabei bekamen beide Torhüter zunächst allerdings nicht schrecklich viel zu tun. Die auffälligste Reihe bildete das Iserlohner Förderlizenzgespann mit Daniel Geiger, Maximilian Strauß und Bence Farkas im Sturm. Hinten machte Gordejs Radionovs einen guten Job – ebenso wie sein von den Kölner Haien förderlizenzierter „Altersgenosse“ Nikita Müller. Im zweiten Drittel hatte Michael Fomin die Führung auf dem Schläger. Kurze Zeit später hatten die Füchse dann aber Glück, als nach einem Puckverlust der so entstandene Konter der Nordfranzosen mit einem Pfostentreffer endete. Ein weiterer Puckverlust endete nicht so glücklich, sondern mit dem 0:1 durch Clément Thomas (30.). Zachary Gravel erhöhte vier Minuten später auf 2:0 für Dünkirchen. Insgesamt trudelte das Spiel in dieser Phase am EVD vorbei. „Stimmt“, sagte Petrozza, „wir hatten Phasen, in denen es nicht gut lief.“

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Die Füchse versuchten im Schlussabschnitt, das Spiel noch auf ihre Seite zu ziehen, handelten sich mit dem Ende eines Powerplays allerdings einen Alleingang ein, den Aaron Kaiser gegen Rayan Belharfi aber locker parierte. Damit gab er seinem Team die Chance zurückzukommen. Denn nur wenige Sekunden später stellte Daniel Geiger den 1:2-Anschluss her (52.). Gut eine Minute später wurde es bitter: Michael Fomin hatte genug von den Nickeligkeiten, die sich durch diese Vorbereitung ziehen, wählte aber vor der Auseinandersetzung mit Matéo Bussat den „Weg“ eines Fouls und kassierte dafür schließlich eine Spieldauerstrafe. Das bedeutet nach den aktuellen Bestimmungen – anders als es früher einmal der Fall war – dass er für das erste Ligaspiel in Neuwied gesperrt ist. Trotz Unterzahl legten die Gastgeber nun einen Zahn zu und erspielten sich Chancen durch Philippe Sanche und Gordejs Radionovs. Letztlich blieb es aber bei der knappen Niederlage,

Die Statistik:

Tore: 0:1 (29:12) Thomas, 0:2 (33:54) Gravel (Vesely, Bussat), 1:2 (51:43) Geiger (Farkas, Stock).

Strafen: Duisburg 6 + 5 (Müller) + 5 + 5 + Spieldauer (Fomin), Dunkerque 16 + 5 (Muchery) + 5 (Bussat).

Zuschauer: 590.