Es war ein tolles Fußballfest beim SV Haldern - und so gab es beim Gastgeber nach der Partie auch nur zufriedene Gesichter. Das Zweitrunden-Match gegen den Regionalligisten RW Oberhausen wird im Lindendorf für immer in sehr guter Erinnerung bleiben.
„Alles hat super geklappt. Es sind über tausend Zuschauer da gewesen, die Stimmung und auch das Spiel waren richtig gut. Besser konnte es nicht laufen“, zog Markus Sprenger, Koordinator Spielbetrieb beim SV Haldern, ein rundum positives Resümee - dem sich Vereinsvorsitzender Klaus-Dieter Buckermann und Fußball-Abteilungsleiter Holger Pistel nur anschließen konnten: „Es ist unglaublich, was der Verein und das gesamte Dorf geleistet haben. Ein großer Dank geht an die Macher des Haldern Pop Festivals, an die Vereine, die Stadt und Einsatzkräfte und alle weiteren Personen, die tatkräftig unterstützt haben.“

Absolut zufrieden war auch der Halderner Trainer. „Das war mega von der Mannschaft, die alles reingeworfen hat“, lobte Jürgen Stratmann sein Kreisliga-A-Team, das sich bei der 0:3 (0:1)-Niederlage gegen den haushohen Favoriten überaus achtbar schlug. „Wir haben die Räume eng gemacht und die Jungs haben sich das Futter aus der Hose gelaufen“, so Stratmann. „Wir waren aber auch mutig und hätten in der ersten Hälfte durchaus ein Tor machen können.“
Das war für alle ein super Erlebnis, da das ganze Dorf mitgezogen hat. Aber vor allem auch für mich, dass ich vor über tausend Zuschauern noch mal mit den Jungs auf dem Platz stehen durfte. Es hat mich sehr gefreut, dass ich die Einladung bekommen habe.
Matthias Bauhaus, Vereinslegende beim SV Haldern
Nicht ganz einfach waren die personellen Entscheidungen für den Coach, denn natürlich wollte gerade in einem solchen Match jeder Akteur gerne gegen den Ball treten. Mit Matthias Bauhaus wechselte der Coach in der 72. Minute auch einen sehr verdienten Spieler des Vereins ein. „Das war für alle ein super Erlebnis, da das ganze Dorf mitgezogen hat. Aber vor allem auch für mich, dass ich vor so einer Kulisse noch mal mit den Jungs auf dem Platz stehen durfte. Es hat mich sehr gefreut, dass ich die Einladung bekommen habe“, erklärte der aktuelle Trainer der zweiten Halderner Mannschaft.

Bereits im Vorfeld abgesprochen war, dass beide Torhüter zum Einsatz kommen werden. „Ich hatte damit gerechnet, mehr getestet zu werden, aber das hat sich in Grenzen gehalten. Am Anfang war ich schon etwas nervös, da wir ja noch nie so ein großes Spiel hatten. Aber da kommt man schnell rein“, so Nils Schweckhorst, der die ersten 45 Minuten im Kasten stand.
Arbeit für Halderner Torhüter hält sich in Grenzen
Nach der Pause übernahm dann Nico Hakvoort: „Tatsächlich hatte ich mehr Abschlüsse von Oberhausen erwartet, auch wenn sie den Ball natürlich gut haben laufen lassen. Das hat auf jeden Fall Bock gemacht.“
Da der etatmäßige Mannschaftsführer Stefan Hebing sowie der verletzte Vertreter Milot Seesing bei dem Spiel nicht dabei sein konnten, agierte erstmals Jan Middendorf als Kapitän. „Das war ein geiles Gefühl, gerade in einem solchen Spiel die Binde zu tragen. Vor allem in der ersten Halbzeit konnten wir auch Nadelstiche setzen und die Fans mitreißen.“

Etwas überraschend stand Luca Karczewski in der Startelf und machte seine Sache auf der rechten Abwehrseite ebenfalls hervorragend: „Das war ein einmaliges Erlebnis. Man kommt raus, das ganze Stadion ist voll und jeder Zweikampf wird von den Zuschauern gefeiert. Für den großen Ligen-Unterschied haben wir uns echt gut geschlagen.“
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Auch der Halderner Ex-Trainer Christian Böing, der in der vergangenen Saison mit der Mannschaft durch starke Auftritte im Kreispokal den Grundstein für das Highlight-Spiel auf Verbandsebene gelegt hatte, schaute sich die Begegnung an. „Dieses Spiel ist einfach eine schöne Belohnung für die Jungs“, stellte Böing fest, der vor der Partie durchaus zuversichtlich war, dass der Außenseiter auch selbst Akzente und vielleicht sogar einen Treffer erzielen würde.
Ein Tor hätte ich gerne gemacht. Ich war richtig heiß und wir wollten uns hier alle gut präsentieren. Das war eine tolle Mannschaftsleistung.
Veit Boßmann, Stürmer des SV Haldern
Fast wäre das auch in der ersten Hälfte gelungen, so hatte vor allem Veit Boßmann nicht nur einmal einen Treffer für den Underdog auf dem Fuß. „Ein Tor hätte ich gerne gemacht“, ärgerte sich der Stürmer, der mit seinen Antritten für so manches Raunen auf der Anlage sorgte. Die Kulisse bekomme man durchaus mit, wenn man aufs Tor zulaufe, erklärte Boßmann nach dem Match. In Hälfte zwei war der Akku dann aber beim Halderner Goalgetter leer und er verließ in der 72. Minute unter viel Applaus das Feld. „Ich war richtig heiß und wir wollten uns hier alle gut präsentieren. Das war eine tolle Mannschaftsleistung“, so Boßmann.
Angesichts einer „aktiven Fanszene“ aus Oberhausen war ein großes Polizei-Aufgebot zum Pokalspiel erschienen. „Es war aber alles absolut friedlich“, erklärte Einsatzleiterin Manuela Schmickler, die mit ihren Kräften einen recht entspannten Abend erlebte.

Hundertprozentig fair war auch das Geschehen auf dem Kunstrasenplatz. Schiedsrichter Sam Zergan verteilte nicht eine Karte. Vor allem ein Assistent aus dem Düsseldorfer Gespann freute sich, dass er im Lindenstadion an der Linie stehen durfte. „Die Ansetzung war für mich eine schöne Überraschung“, erklärte der gebürtige Emmericher Sebastian Brömmel, der als Spieler auch selbst des Öfteren in Haldern gekickt hatte, aber schon seit vielen Jahren in der Landeshauptstadt lebt.
Schöne Überraschung für Sebastian Brömmel
„Während Corona habe ich meinen Schiedsrichterschein gemacht, leite selbst spiele bis zur Landesliga und bin als Assistent bis zur Oberliga im Einsatz“, erzählte der 39-jährige Referee, der dann auch einige bekannte Gesichter im Lindenstadion traf, unter anderem Dennis Döring, den er aus seiner Zeit beim RSV Praest kennt und mit dem er auch befreundet ist.
„Das war eine richtig starke Leistung von Haldern, das konnte man sich sehr gut anschauen. Ich hatte einen deutlicheren Leistungsunterschied erwartet“, zeigte sich Dennis Döring, der aktuell als Schlussmann beim SV Fortuna Millingen zwischen den Pfosten steht, ebenfalls von der Vorstellung des Lokalrivalen angetan.

Auch der Reeser Bürgermeister schaute im Stadion vorbei. „Das Spiel ist ein sportliches Highlight für die Stadt. Wir mussten die Latte vom Sicherheitsgedanken sehr hoch legen, daher größten Respekt, wie viele Leute der SV Haldern mobilisieren konnte“, erklärte Sebastian Hense.




