Frustbewältigung bei der SGS Essen: Gegen Kickers Offenbach fährt die Elf von Teamchef Robert Augustin nach vier sieglosen Partien in der Frauenfußball-Bundesliga den ersten Erfolg in einem Pflichtspiel ein. Nach leichten Startschwierigkeiten setzen sich die Essenerinnen beim zwei Klassen tiefer angesiedelten Gegner letztlich überzeugend mit 7:0 durch und ziehen damit ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Shari van Belle trifft dabei doppelt. Der 17-jährigen Kassandra Potsi gelingt zudem ihr erster Pflichtspieltreffer überhaupt. Und versüßt wird der Sieg noch durch eine beinahe fünfstellige Prämie.

„Wir haben uns hier gut verkauft. So wie wir es uns vorgenommen haben“, erkannte Augustin nach einer „souveränen Vorstellung“ seiner Mannschaft. Allerdings wurmte ihn dennoch, dass es bis zu 37. Minute dauerte, ehe die erlösende Führung durch Paulina Platner perfekt war. „Wir haben Chancen vergeben, die wir niemals vergeben dürfen“, monierte er, der seine Startelf im Vergleich zur Partie gegen den 1. FC Köln gleich auf sechs Positionen und damit deutlich veränderte. Unter anderem Torfrau Kim Sindermann, Kapitänin Jacqueline Meißner und Angreiferin Ramona Maier nahmen zunächst auf der Bank Platz.

SGS Essen: Kollektives Durchatmen

Von Beginn an trat die SGS dominant auf, brauchte für die erste hochprozentige Möglichkeit allerdings eine Viertelstunde. Nach einer flachen Hereingabe tauchte Leonie Köpp am zweiten Pfosten auf, verpasste die Führung aber knapp. Zehn Minuten später war Teamchef Augustin erneut bereit zum Jubeln. Laureta Elmazi war der Ball nach einer zu kurz abgewehrten Flanke zehn Meter vor dem Tor vor die Füße gefallen, doch die Angreiferin schoss über den Querbalken. So ließ das erlösende 1:0 gegen ausschließlich defensiv orientierte Offenbacherinnen bis acht Minuten vor der Pause auf sich warten.

Dann aber war es Platner, die bei ihrem ersten Startelfeinsatz in dieser Saison von der Strafraumgrenze sehenswert in den Winkel traf. Weil Shari van Belle kurz vor der Halbzeit nach Vorarbeit von Vanessa Fürst auf 2:0 erhöhte, war bei den Essenerinnen erst einmal kollektives Durchatmen angesagt. Und nach dem Seitenwechsel schien der Knoten gegen einen jetzt überforderten Gegner geplatzt zu sein. Zehn Minuten nach Wiederbeginn erlief van Belle einen Steilpass von Maike Berentzen und versenkte den Ball im langen Eck. Weiter ging es fast im Minutentakt.

Die SGs Essen um Laureta Elmazi steht nun im Achtelfinale des DFB-Pokals.
Die SGs Essen um Laureta Elmazi steht nun im Achtelfinale des DFB-Pokals.© FUNKE Foto Services | Dirk A. Friedrich

SGS Essen: Offenbach nicht der Maßstab

Fürst schickte Potsi, die bei ihrem Pressschlag mit der Offenbacher Torfrau etwas Glück hatte, dass der Ball zum 4:0 über die Linie trudelte (59.). Die Tiefenläufe, die Augustin zuletzt immer wieder einforderte, funktionierten jetzt. Elmazi war frei durch, umkurvte die Torfrau und markierte das 5:0 (64.). Berentzen und van Belle kombinierten sich über den linken Flügel, die Hereingabe drückte die eingewechselte Maier mit dem Knie über die Linie (64.). Auch sie hätte beinahe einen Doppelpack geschnürt, scheiterte zwei Minuten später aber am Pfosten. Den Nachschuss von van Belle klärte eine Offenbacherin auf der Linie.

Dafür aber glänzte Maier als Vorbereiterin: Ihre Hereingabe grätschte die ebenfalls eingewechselte Paula Flach allerdings aus kurzer Distanz über das Tor (80.). Dafür gelang ihr der Schlusspunkt umso schöner: An der Strafraumkante nahm Flach den Ball kurz vor dem Abpfiff direkt und versenkte ihn zum auch in der Höhe verdienten 7:0 in den Maschen. Und auch wenn Offenbach nicht der Maßstab gewesen ist, Auftrieb dürfte der Sieg den Essenerinnen geben. Vor allem aufgrund der sieben Treffer.

Kickers Offenbach - SGS Essen 0:7 (0:2)
SGS: Palmen – Ostermeier (46. Flach), Bäcker, Pucks, Fürst (64. Meißner) – Platner (68. Maier), Feldkamp (46. Debitzki), van Belle – Köpp (46. Berentzen), Elmazi, Potsi