Zusammenfassung
- Anna Schäfer, Triathlon-Neuling aus Essen, qualifizierte sich überraschend für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii.
- Trotz anfänglicher Schwierigkeiten im Schwimmen meisterte Schäfer ihren ersten Ironman in hamburg und sicherte sich so einen Platz im prestigeträchtigen Rennen auf Big Island.
- Unter der Anleitung ihres Trainers Max Longree, einem ehemaligen Amateur-Weltmeister und Triathlon-Profi, trainiert Schäfer intensiv, um sich auf die extremen Bedingungen des Hawaii-Triathlons vorzubereiten.
Als Anna Schäfer Anfang Juni in Hamburg an der Alster stand, zitterte sie am ganzen Körper. Ihr war kalt. Schon vor dem Sprung in den Fluss, und auch danach, als sie auf dem Fahrrad saß und zum Abschluss einen Marathon lief, wurde ihr nicht richtig warm. Es war ein kühler Tag und es regnete in Strömen, als Anna Schäfer damals ihren ersten Triathlon über die Ironman-Distanz absolvierte. So gut, dass sie nun in wärmeren Gefilden startet: Die 25-Jährige qualifizierte sich in Hamburg auf Anhieb für den bald anstehenden WM-Endlauf auf Hawaii. Aloha!
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Nun steht Anna Schäfer kurz vor der Reise auf die Inselgruppe im Pazifik. An diesem Samstag startet sie in Kailua-Kona auf Big Island in das Rennen: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad und abschließend ein Marathon (42,195 Kilometer). Vorher will sie sich an den Zeitunterschied und die Temperaturen gewöhnen. Der Zeitpunkt passt: Es sind Semesterferien in ihrem Master-Studium der Betriebswirtschaftslehre in Bochum, sie hat Urlaub im Job als Werkstudentin beim Wirtschaftsprüfer KPMG in Essen. Mit Schwester Theresa und den Eltern geht es dann von Amsterdam über Los Angels nach Hawaii. Ein Abenteuer. Eine Herausforderung.
- Die ARD-Sportschau überträgt das Rennen aus Hawaii komplett im Live-Stream auf sportschau.de und in der ARD-Mediathek.
- Los geht’s am Samstag um 18.15 Uhr, die Zielankunft wird gegen drei Uhr in der Nacht auf Sonntag erwartet.
- Ab 0.55 Uhr steigt im TV auch das Erste in die Übertragung ein, das hr fernsehen ist zum Start und dann wieder ab 21.45 Uhr dabei.

Essenerin beim Ironman auf Hawaii: Schwimmen konnte sie nur bedingt
Anna Schäfer ist noch ein Triathlon-Neuling und schon beim finalen Wettkampf der Besten der Welt dabei. Von null auf 100. „Es hat einfach Spaß gemacht. Und da wollte ich weitermachen“, erinnert sich die Rüttenscheiderin, als sie im Sommer 2023 spontan am Triathlon in Duisburg teilnahm. Damals noch über die halbe Ironman-Distanz. Ein Rennrad hatte sie sich da gerade gekauft, Laufen konnte sie auch - nur Schwimmen war eine Herausforderung. Eine große. „Nach dem Seepferdchen bin ich nur noch in der Schule notgedrungen geschwommen, sonst war das nie meins“, sagt sie. Und auch Max Longree erinnert sich: „Erst ist sie mehr schlecht als recht 15 Meter gekrault, irgendwann haben wir die 30 Meter gefeiert. So ging das immer weiter, es war viel harte Arbeit.“
Max Longree ist Anna Schäfers Trainer. Selbst war der 44-jährige Essener einst Amateur-Weltmeister im Ironman und danach Profi mit Erstplatzierungen, er startete vier Mal beim Finale auf Hawaii, mehrfach war er auch als Trainer vor Ort. Nach dem Duisburg-Start arbeitete er einen Plan aus und Anna Schäfer befolgte diesen - vor und nach der Uni, sieben Tage die Woche, zweimal pro Tag. Longree: „Das ist die große Kunst beim Triathlon-Training: die Belastung steuern, alles koordinieren. Hier Gas geben und dort Tempo rausnehmen.“
Essenerin beim Ironman auf Hawaii: Gefahr für den Kopf
Dass Anna Schäfer es bis nach Hawaii geschafft hat, dass sie das große Ziel aller Triathleten bereits so früh erreicht hat, verblüfft ihn schon, verwundert ihn allerdings nicht. „Die Einstellung muss stimmen. Man braucht einen eisenharten Willen, um nach Hawaii zu kommen.“ Den hat Anna Schäfer, die neben dem Training ihr Bachelor-Studium abschloss und eigentlich überhaupt nicht damit gerechnet hatte, den Ironman in Hamburg vernünftig zu bestehen. „Die Vorbereitung war nicht ideal, ich hatte zwischendurch eine Verletzung, Klausuren und Arbeit machten alles einfach stressig. Viel hatte ich mir nicht ausgerechnet.“ Doch die Essenerin kämpfte sich durch die Alster und kompensierte ihre schwache Disziplin auf dem Rad und auf der Laufstrecke. Nach knapp 10:51 Stunden hatte sie das Ziel erreicht - und war für Hawaii qualifiziert.
Und nun? Die Hamburg-Zeit, das weiß sie, wird sie wohl kaum unterbieten. Statt in der ruhigen Alster wird im offenen Meer mit Wellen und Strömung geschwommen, es wird heiß und es wird unglaublich schwül sein. Rad- und Laufstrecke durch die Vulkanfelder weisen nicht nur etliche Höhenmeter auf, sondern sind auch gefährlich für den Kopf. „Man wird müde, es gibt nicht viel zu sehen. Man muss konzentriert und mental stark bleiben“, sagt Trainer Longree aus Erfahrung. Anna Schäfer setzt sich deshalb nur kleine Ziele: „Ich will vor allem gesund über die Ziellinie kommen.“ Erreicht hat sie eh schon mehr, als sie selbst je geglaubt hatte. Hawaii ist die Krönung - und Zugabe zugleich.


