Ungläubig schauten sich die Fußballerinnen der SGS Essen nach 45 Minuten an. Deprimiert blickten sie danach auf dem Weg in die Kabine gen Boden. Was war das denn gerade in der ersten Hälfte gegen Eintracht Frankfurt? Ein Klassenunterschied? Nein, mindestens zwei, wenn nicht sogar drei waren es. Zwar stand es zu diesem Zeitpunkt erst 0:3, doch ganz ehrlich: Auch ein 0:8 wäre möglich gewesen. Die Frankfurterinnen um die Ex-Essenerinnen Nicole Anyomi und Elisa Senß fegten die SGS aus dem eigenen Stadion, zeigten ihr komplett die Grenzen auf und fuhren am Ende einen noch viel zu gering ausgefallenen 4:1-Sieg ein.
Von Sekunde eins an dominierte die Eintracht die Partie nach Belieben. Die Mittelfeldraute mit Senß im defensiven Mittelfeld und Laura Freigang in der offensiven Schaltposition stellte Essen vor unüberwindbare Probleme, sowohl offensiv, als auch defensiv. Meist reichte ein kleiner Doppelpass und schon hatte Frankfurt zehn bis 15 Meter Wiese vor sich, lief unbedrängt auf die Abwehr zu. Spielten die Essenerinnen dann mal ins Zentrum, war der Druck enorm. Vor allem Paulina Platner konnte einem da leid tun. Immer wieder ließ sie sich vom Pressing der Eintracht stressen und verlor so den Ball. Nach 17 Minuten klingelt es zum ersten Mal.
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Die starke Géraldine Reuteler ging vor Vanessa Fürst in den Kopfball und sorgte für das längst überfällige 1:0. Spätestens mit dem war die Eintracht komplett ins Rollen gekommen. Laura Freigangs Treffer zum 2:0 wurde wegen einer Abseitsposition richtigerweise aberkannt, es dauerte dennoch nur bis zur 27. Minute, bis Ereleta Memeti mit einem herrlichen Linksschuss aus 18 Metern den Ball ins Tor knallte. Zuvor war Laureta Elmazi bei der Ballannahme unter Druck ausgerutscht. Dabei war Elmazi so etwas wie der einzige Plan der Essenerinnen in der Offensive. Bekamen die SGS-Spielerinnen den Ball, wollten sie diesen sofort mit dem ersten Kontakt in die Tiefe auf Rechtsaußen zu Elmazi bringen. Das klappte auch ein, zwei Mal, brachte aber auch nichts.
SGS Essen: Wissmann verabschiedet sich aus der Rolle als Cheftrainerin – Müggenburg trifft zum Abschluss
Das 3:0 und das 4:0 von Anyomi (37. und 48.) war die logische Konsequenz. Dennoch kam die SGS in der zweiten Hälfte besser ins Spiel. Frankfurt nahm ein wenig Druck raus und die SGS schaffte es nun mit längeren Bällen immerhin, den Druck im Mittelfeld etwas herauszunehmen.

Immerhin gab es noch ein Abschiedsgeschenk für Jessica Wissmann, die nun als Cheftrainerin von der Belgierin Heleen Jacques abgelöst wird. Die eingewechselte Louisa Müggenburg sorgte in der 89. Minute mit ihrem abgefälschten Schuss aus 16 Metern bei ihrem zweiten Saisoneinsatz für Ergebniskosmetik. Ein Tor, der Wissmann ganz besonders gefallen haben dürfte. Die Trainerin rückt nun wieder in die zweite Reihe und ließ dazu vor der Partie durchaus einen Hauch von Enttäuschung durchblicken: „Ich hatte schon super viel Spaß. Es wäre gelogen, wenn ich was anderes sagen würde. Nichtsdestotrotz war mir meine Rolle bewusst. Ich bin als Co-Trainerin hergekommen. Wir haben dennoch mit der Mannschaft gut gearbeitet, das Vertrauen des Teams war von Anfang an da. Es war harte Arbeit. Den ganzen Weg der SGS haben wir so weitergeführt, trotz der Situation wie sie ist. Wir haben drei Debütantinnen gehabt in den letzten Wochen, haben jede Woche versucht, drei bis vier Jugendspielerinnen bei uns reinzunehmen.“

SGS Essen gegen Eintracht Frankfurt: der Live-Ticker zum Nachlesen
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