Die SGS Essen rüstet sich für den Abstiegskampf in der Frauenfußball-Bundesliga: Drei Tage vor Schließung des Transferfensters hat der Verein Maria Agerholm Olsen vom österreichischen Top-Klub Austria Wien verpflichtet. Die Dänin kommt mit einem klaren Auftrag an die Raumerstraße: Sie soll die Offensive der Essenerinnen beleben. In der Alpenrepublik hatte sie eine beachtliche Quote: In neun Spielen traf sie in dieser Saison sechs Mal und lieferte zwei Vorlagen. Schon an diesem Samstag (14 Uhr) wird Olsen beim Heimspiel gegen Union Berlin an der Hafenstraße erstmals im Kader stehen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Maria eine Verstärkung für die Offensive verpflichten konnten“, erklärt SGS-Manager Florian Zeutschler den für den Verein eher ungewöhnlichen Schritt. Wintertransfers haben bei den Essenerinnen Seltenheitswert. Erst recht, wenn dann noch eine Ablöse fällig wird. Davon ist jedenfalls auszugehen, schließlich hatte Olsen in Wien noch einen Vertrag bis Sommer 2027. Die angespannte sportliche Situation veranlasste die Verantwortlichen nun offenbar dazu, im Kampf gegen den Abstieg zu investieren. In der Hoffnung, dass Olsen sich in Deutschland schnell zurechtfindet.

Maria Olsen mit SGS-Manager Florian Zeutschler.
Maria Olsen mit SGS-Manager Florian Zeutschler.© SGS Essen | Marc Bremer

SGS Essen: Ereignisse überschlugen sich

Ganz neu ist die Auslandserfahrung für sie aber nicht: Als 19-Jährige wechselte sie in die USA und spielte am College für die Kentucky Wildcats. Nach drei Jahren zog es Olsen zurück in die dänische Heimat zum FC Aarhus, ehe es sie 2022 nach Österreich verschlug, wo sie zunächst für den FCR Altach kickte und schließlich vor ziemlich genau einem Jahr zu Austria Wien wechselte. Und doch ist der Schritt nach Deutschland für sie ganz speziell. Denn in dieser Woche überschlugen sich die Ereignisse geradezu.

Die vergangenen Tage waren stressig, weil alles wahnsinnig schnell ging. Aber jetzt bin ich glücklich, hier zu sein.

Maria Agerholm Olsen

„Die vergangenen Tage waren stressig, weil alles wahnsinnig schnell ging. Aber jetzt bin ich glücklich, hier zu sein“, sagt die 25-Jährige, die aktuell mit ihrer Ehefrau erst einmal ein Hotelzimmer bezogen hat. Vom Interesse der SGS hatte sie in der Türkei erfahren, wo sie sich im Trainingslager mit Austria Wien auf die Rückrunde vorbereitete. Am Mittwochabend landete ihr Flieger in Düsseldorf. Tags darauf erfolgten die sportärztlichen Untersuchungen und anschließend die Vertragsunterschrift. Am Abend stieß die 25-Jährige dann zur Mannschaft und absolvierte ihre erste Trainingseinheit an der Raumerstraße.

Heleen Jacques, neue Trainerin der SGS Essen
Essens Trainerin Heleen Jacques freut sich auf die Verstärkung.© FUNKE Foto Services | SGS Essen/Markus Lucassen

SGS Essen: „Ausgezeichneter Torriecher“

Sprachlich sorgt sie schon einmal für frischen Wind: Durch ihre Zeit in der Alpenrepublik versteht Olsen Deutsch, fühlt sie beim Sprechen aber noch mit Englisch wohler. Das aber mit österreichischem Akzent. Viel wichtiger ist für die SGS aber ohnehin, dass sie weiß, wo das Tor steht. Und das hat sie in den vergangenen Jahren bewiesen: In drei Spielzeiten für den FCR Altach traf sie in 52 Partien 20 Mal und bereitete weitere 18 Treffer vor. Für Austria Wien traf sie in der aktuellen Spielzeit alle 77 Minuten und ist damit die Führende der mannschaftsinternen Torjägerliste.

Und das erstaunlicherweise, ohne Stammspielerin zu sein. Nur fünf Mal stand sie in der österreichischen Hauptstadt in der Startelf. Seit Oktober kam Olsen gar nicht mehr zum Einsatz. Das dürfte wohl auch der Grund sein, warum sie sich kurzfristig für den Schritt ins Ruhrgebiet entschied. Bei der SGS erwartet sie mehr Spielzeit, die sie ganz sicher bekommt, wenn sie ihre Quote annähernd halten kann. Und davon ist SGS-Trainer Heleen Jaques bereits überzeugt: „Ich bin sehr froh, Maria im Team zu haben. Sie ist beidfüßig und hat einen ausgezeichneten Torriecher.“

Den möchte die Dänin am liebsten bereits an diesem Samstag gegen Union Berlin präsentieren: „Ich freue mich schon darauf, die Fans an der Hafenstraße kennenzulernen.“