Die Ausgangslage war klar: Tusem Essen empfing den Tabellenzweiten Balingen-Weilstetten in der 2. Handball-Bundesliga als großer Außenseiter. Während der Tusem wie schon in der Vorsaison um den Klassenerhalt in der Liga bibbert, träumen die Gästen vom Aufstieg in die 1. Liga. Und die Ausgangslage hat sich am Freitagabend nicht groß geändert: Balingen-Weilstetten gewann in der Sporthalle am Hallo mit 34:25. Die Gäste aus dem Süden träumen weiter, der Tusem bibbert noch immer.

Für die Essener war durchaus etwas drin, Einsatz und Fleiß waren dem Team von Trainer Kenji Hövels nicht abzusprechen. Jedoch hatte sich der Tusem in den entscheidenden Situationen teils schwerwiegende Fehler geleistet: Eine doppelte Überzahl blieb ungenutzt, hinzu kamen wiederholte Wechselfehler, die zu Zeitstrafen führten. Viele Kleinigkeiten, die auf solch einem Niveau große Auswirkungen haben.

„Ich finde, dass wir es in der ersten Halbzeit ganz gut gemacht haben, vor allem in der Abwehr. Man hat dort aber schon gesehen, dass uns die Balinger Deckung schon Probleme bereitet hat“, sagte Tusem-Trainer Hövels. „Was mich aber stört, ist die zweite Halbzeit. Wir machen Fehler, die uns auf dem Niveau nicht passieren dürfen. Dadurch verlieren wir den Faden. Das werden wir uns nochmal anschauen und die Fehler dann klar ansprechen.“

Handball in Essen
Tusem Essens Valentin Willner, Maximilian Hejny und Tom Wolf im Spiel gegen HBW Balingen-Weilstetten.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl

Tusem Essen - HBW Balingen-Weilstetten: Zunächst auf Augenhöhe

In der Anfangsphase war der Tusem wirklich auf Augenhöhe: Torhüter Finn Knaack konnte sich mehrmals auszeichnen und vorne fanden die Essener Lösungen gegen die robuste Deckung der Süddeutschen. Gerade Nils Homscheid zeigte eine starke Partie und war mit ein Garant dafür, dass die Partie fünf Minuten vor der Halbzeit weiterhin ausgeglichen war (9:10 /25. Minute). Doch dann verloren die Gastgebner etwas den Faden, was Balingen eiskalt ausnutzte und die Führung zur Pause auf fünf Tore ausbaute.

Im zweiten Durchgang verhinderten die Essener zunächst, dass sich Balingen weiter absetzen konnte. Der Rückstand blieb allerdings konstant, der Tusem fand keinen Weg zurück in das Spiel. Auch, weil sich die Essener das Leben durch eigene Fehler, darunter zwei Wechselfehler binnen kurzer Zeit, sowie ein arg fehlerbehaftetes Überzahlspiel, schwer machten. So geriet der Sieg für Balingen nicht mehr in Gefahr, der HBW stellte früh die Weichen auf Sieg mit einem 4:0-Lauf zum 29:21. Für Balingen war es der erste Sieg in Essen seit 2018.

Für die Essener geht es nun mit einem Auswärtsspiel beim 1. VfL Potsdam weiter. Anwurf ist am kommenden Freitag um 19 Uhr.

Tusem Essen - HBW Balingen-Weilstetten: der Liveticker zum Nachlesen

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Tusem Essen gegen HBW Balingen-Weilstetten. Handball, Liveticker, Bottrop.© Hans Blossey | Hans Blossey

Tusem Essen - HBW Balingen-Weilstetten: Ausgangslage vor dem Spiel

Während der TuSEM wie schon in der Vorsaison um den Klassenerhalt in der Liga bibbert, träumen die Gästen vom Aufstieg in die 1. Liga. Die Form von Balingen-Weilstetten könnte den Essenern Angstperlen auf die Stirn treiben. Die letzten fünf Spiele wurden alle gewonnen, insgesamt gab es 21 Siege in 26 Spielen. Dies ergibt aktuell Platz zwei. Nur die SG BBM Bietigheim ist noch besser. Der Vorsprung auf Rang drei, den der HC Elbflorenz aktuell innehat, beträgt bereits vier Punkte.

Der Tusem hingegen konnte kein einziges der letzten fünf Spiele gewinnen. Vier Niederlagen und ein Remis - das immerhin gegen Spitzenreiter Bietigheim - sprechen eine klare Sprache. Zuletzt gab es eine Niederlage gegen Dessau-Roßlau. Und der Druck von unten wird immer größer. Während der HC Oppenweiler/Backnang noch immer ohne Sieg am Tabellenende steht und für die 3. Liga plant, konnte die HSG Krefeld Niederrhein drei der letzten fünf Spiele gewinnen und hat den Abstand auf den Tusem somit auf einen Punkt verkürzt.

Und nun kommt Balingen: Die Mannschaft von Cheftrainer Matthias Flohr stellt mit 853 Toren die zweitbeste Offensive der Liga, was der Tusem im Hinspiel (26:43) deutlich zu spüren bekam. Die Sporthalle „Am Hallo“ ist allerdings kein dezidierter Lieblingsort der Süddeutschen, den letzten Auswärtssieg holte Balingen im November 2018. Geht es nach Tusem-Trainer Kenji Hövels, kann diese Serie gerne länger bestehen bleiben, wenngleich der 32-Jährige die aktuellen sportlichen Verhältnisse gut einordnen kann: „Inhaltlich wird es nochmal ein anderes Spiel als gegen Bietigheim. Ich finde, dass Balingen mit den besten und breitesten Kader der Liga hat und dadurch auf hohem Niveau wechseln kann. Es ist für uns wirklich eine sehr schwere Aufgabe, aber das Bietigheim-Spiel kann uns Mut machen, weil wir zuhause sehr eklig sein können und das wollen wir auf die Platte bringen.“ 

Hövels sieht die Kernaufgabe auch darin, selbst Konstanz zu zeigen. „Wir schlagen uns zu oft selber, weil wir unsere guten Phasen nicht konsequent nutzen. Es ist teilweise schwierig, da inhaltlich anzusetzen, weil wir vieles wirklich nicht schlecht machen. Das hört sich vielleicht auch doof an, wenn man verliert. Was wir zuletzt nicht gut gemacht haben, waren unsere Fehlwürfe und die Anzahl der technischen Fehler.“

Wir sind am Freitagabend live dabei.