Noch einmal ein Zuschauer-Rekord, noch einmal ein großes Fest mit den Fans, noch einmal ein großes Aufbäumen und sogar ein Torjubel: Doch das 1:1 gegen den SC Freiburg nutzte nichts mehr, nach 22 Jahren in der 1. Bundesliga steigen die Fußballerinnen der SGS Essen ab. Die 5738 Zuschauer applaudierten auch noch Minuten nach dem Spiel, die Spielerinnen umarmten sich. Es war das Ende einer Ära, das schon seit vielen Wochen in der Luft lag, nun aber Gewissheit war.
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Das Wunder von der Hafenstraße blieb aus. Bei den Spielerinnen verursachte das ein Gefühlschaos. Bei aller Enttäuschung darüber, den Klassenerhalt verpasst zu haben, war die Stimmung doch auch irgendwie positiv, als die Spielerinnen ihre letzte Runde durch das Stadion drehten. Auf den Rängen wurden lila-weiße Fahnen geschwenkt und man applaudierte. „Es ist ein komisches Gefühl“, befand auch Jana Feldkamp, die bekanntlich auch in der 2. Liga in Essen bleibt.

SGS Essen: Aggressiver Beginn
Immerhin hat die SGS zum Abschluss noch einmal gezeigt, dass sie in der Eliteliga durchaus mithalten kann. Mehr noch: Gegen den Sport-Club wäre in einer chancenarmen Partie sogar ein Sieg möglich gewesen. Und den hatten sich die Essenerinnen fest vorgenommen vor der Rekordkulisse. Schon Stunden zuvor gab es ein großes Fanfest vor dem Stadion, und auch wenn insgeheim mit größerem Andrang bei diesem „Highlight“-Spiel gerechnet wurde, so waren die Verantwortlichen doch einigermaßen zufrieden.
Und die SGS-Fußballerinnen? Von Anfang an liefen sie die Freiburgerinnen an und verwickelten sie in Zweikämpfe. Ein geordneter Spielaufbau war für die Gäste kaum möglich. Die erste Torchance ließ auch nicht lange auf sich warten: Ramona Maier setzte ihren Körper gegen Freiburgs Torfrau Adamczyk robust ein und eroberte den Ball. Das Tor war verwaist, doch der Winkel zu spitz für einen Schuss. Ihre Flanke fand keine Abnehmerin (9.).
Freiburg brauchte Zeit, um sich gegen die aggressiven Essenerinnen zu orientieren. Dann aber hatte Ojukwu den perfekten Überblick und hebelte mit einem Traumpass auf Karl die gesamte Essener Hintermannschaft aus. Allerdings war SGS-Keeperin Kim Sindermann hellwach und rettet per Fußabwehr (22.). Ansonsten taten sich beide Mannschaften schwer, das letzte Drittel zu bespielen. Erst kurz vor der Pause ging es plötzlich hoch her: Lena Ostermeier spielte einen feinen Pass auf Paula Flach, die im Strafraum zu Fall kam. Der Elfmeterpfiff blieb aus, doch der Ball landete bei Leonie Köpp, die verdeckt abzog. SCF-Torfrau Adamczyk war allerdings auf dem Posten (43.).

SGS Essen: Die Chance war da
Freiburg schaltete sofort um und leitete den direkten Gegenangriff ein: Egli war auf dem rechten Flügel durchgebrochen und spielte quer auf Bienz, die den Ball über Essens Torfrau chippte. Doch kurz vor der Linie kam plötzlich noch Flach angerauscht und klärte kurz vor der Linie artistisch per Fallrückzieher (44.). So war das 0:0 zur Pause durchaus leistungsgerecht. Weil das aber auch der Zwischenstand in Hamburg war, bestand spätestens jetzt keine realistische Chance mehr auf den Klassenerhalt. Dennoch ließ die SGS nach dem Seitenwechsel keinesfalls nach. Der Wille, sich von der Bundesliga-Bühne gebührlich zu verabschieden, trug die Spielerinnen.
Auch wenn Freiburg durch einen Kopfball von Nachtigall kurz nach Wiederbeginn den Pfosten traf (47.), war die SGS die bessere Mannschaft. Das Spiel war durchaus gefällig, nur schaffte es die SGS zu selten ins letzte Drittel. Aber Standards waren diesmal ein Mittel: Nach einer Ecke von Paulina Platner verfehlte Beke Sterner das Freiburger Tor aber zunächst per Kopf (63.). Nach der zehnten Ecke aber war der Ball im Tor: Wieder brachte sie Platner herein. Diesmal landete die Kugel erst über Umwege bei Sterner, die ihn unter dem Jubel der Zuschauer mit der Fußspitze im Tor versenkte (73.). Es war ein Treffer, der den Gastgeberinnen Oberwasser gab.
SGS Essen: Abschied scheint wahrscheinlich
Denn die SGS drängte auf die Entscheidung: Laura Pucks flankte auf Ella Touon, die den Ball im Strafraum auf Ramona Maier weiterleitete. Doch die brachte nicht genug Druck hinter ihren Abschluss (79.). Als Wandspielerin klappte es dann besser. Denn nach einem Doppelpass mit Natasha Kowalski kam die zum Abschluss, aber Freiburgs Keeperin klärte den Ball mit dem Fuß aus dem kurzen Eck (81.). Das 2:0 lag in der Luft. Doch dann rückte das Sportliche kurz in den Hintergrund. Ramona Maier und Lena Ostermeier gingen vom Platz und wurden von sämtlichen Mitspielerinnen geherzt. So wie zuvor auch schon Kapitänin Jacqueline Meißner. Es sah nach Abschied aus.
Und diesen Moment nutzten die Gäste, die sich bis dato in der zweiten Halbzeit diskret zurückgehalten hatten. Nach einem langen Ball war plötzlich Fölmli durch. Sie umkurvte SGS-Torfrau Kim Sindermann und markierte eiskalt den Ausgleich (86.). Dass der FC Bayern nun zum 1:0 in Hamburg traf, war nur noch eine Randnotiz. Und trotzdem wollte die SGS diesen Sieg zum Abschied. Selbst Sindermann rückte in der Nachspielzeit bei einer Ecke noch mit vor. Eine echte Torchance wollte sich nicht mehr ergeben. Und doch wirkte es wie ein versöhnlicher Abschied, auf den nun ein sportlicher Neuanfang in Liga zwei folgen wird.
SGS Essen - SC Freiburg
SGS: Kim Sindermann - Paula Flach, Lena Ostermeier (85. Julia Debitzki), Lany Bäcker, Beke Sterner - Ella Touon, Paulina Platner, Jacqueline Meißner (72. Maike Berentzen) - Leonie Köpp (72. Natasha Kowalski), Laura Pucks, Ramona Maier (85. Maria Olsen).
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SGS Essen - SC Freiburg: Ausgangslage vor dem Spiel
Es sollte eine fröhliche Sause mit Auftritten regionaler Starsänger vor ausverkauften Haus werden: Doch leider deutet alles darauf hin, dass die Fußballerinnen der SGS Essen nach 22 Jahren aus der Frauen-Bundesliga absteigen werden. Das Heimspiel gegen den SC Freiburg am letzten Spieltag müsste die SGS sehr hoch gewinnen, um den Hamburger SV noch zu überholen. Es braucht ein Fußballwunder. Dennoch drücken tausende Fans die Daumen. Wir sind live dabei, wenn ab 11 Uhr die Auftritte beginnen und um 14 Uhr der Anstoß erfolgt.
Die SGS Essen braucht ein Fußballwunder, um weiter in der Frauen-Bundesliga zu bleiben. Selbst wenn der auf dem zwölften Tabellenplatz liegende Hamburger SV zeitgleich hoch gegen Meister FC Bayern verlieren sollte, müssten die Essener den SC Freiburg nicht nur schlagen, sondern auch seeeeeeehr deutlich gewinnen, um die bessere Tordifferenz des HSV auszugleichen. Die letztwöchige Niederlage beim 1. FC Nürnberg hat die Ausgangslage für den Tabellenvorletzten aus Essen also mehr als knifflig gemacht.
- 11 Uhr: Yola, eine Essener Sängerin, die im Sommer mit ihrer Single „Nimmerland“ aufhorchen ließ
- 11.45 Uhr: Dueja stammt aus Bottrop und sticht mit ihren pinkfarbenen Haaren aus der Menge hervor. Sie verortet ihre Musik selbst an der Schnittstelle zwischen Pop, Electro und Techno-Rap.
- 12.30 Uhr: Mathis Kloss überzeugte mit 16 Jahren als einer der jüngsten Teilnehmer bei dem Talent-Format „The Voice of Germany“ und ist nun ebenfalls als Profi-Musiker unterwegs
- 13 Uhr: Björn von Morgenstern, einer der gefragtesten Newcomer der deutschen Comedyszene
- 14 Uhr: Anstoß SGS Essen - SC Freiburg


