Auf der Zielgeraden der 2. Handball-Bundesliga stolpert der Tusem Essen. Im Rennen um den Klassenerhalt musste die Mannschaft von Trainer Kenji Hövels am Samstag eine knappe 29:30-Niederlage beim TuS N-Lübbecke einstecken. Ein fieser Schlag in die Magengrube. Doch noch ist alles weiter offen im Abstiegskampf: Verfolger HSG Krefeld verlor am Folgetag 34:36 beim HSC Coburg. Zwei Spiele sind noch zu spielen, der Tusem hat einen Punkt Vorsprung. Die Ausgangslage bleibt also bestehen: Mit zwei Siegen können die Essener die Klasse aus eigener Kraft sicher halten.

Mit der Unterstützung von über 100 Fans reiste der Tusem nach Ostwestfalen. Die Anhänger aus dem Ruhrgebiet machten sich schon vor Anpfiff lautstark bemerkbar – und das schien der Mannschaft zu helfen. Die ersten Minuten waren sehr solide in der Abwehr. Immer wieder gerieten die Gastgeber ins Zeitspiel und mussten unter Druck abschließen. Nicht immer erfolgreich, was der Tusem wiederum nutzen konnte und sich eine 5:3-Führung erspielte. Finley Werschkull erledigte seinen Job auf Linksaußen sehr gut, dazu tankte sich Alex Schoss immer wieder im Rückraum durch.

Der Tusem Essen unterlage beim TuS N-Lübbecke und steht im Tabellenkeller weiter unter Druck.
Der Tusem Essen unterlage beim TuS N-Lübbecke und steht im Tabellenkeller weiter unter Druck.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl

Tusem Essen spielt plötzlich unkonzentriert

Dann der Knick. Aus dem Nichts ließ die Konzentration nach. Lübbecke war zur Stelle und nutzte die Schwächephase der Essener, um das Spiel zu drehen. Plötzlich traf der Tusem mehrfach Latte und Pfosten, zudem ließ er in der Defensive zu viel zu. Die Ostwestfalen setzten sich auf 11:6 ab (22.) und waren drauf und dran, davonzueilen.

Handball in Essen
Alex Schoss traf in Lübbecke einige Male, musste mit dem Tusem dennoch eine Niederlage einstecken.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl

Aber die Gäste aus dem Ruhrgebiet weckten den Kampfgeist in sich und holten auf. Über den eingewechselten Felix Göttler und Nils Homscheid wurde es wieder spannender und immerhin betrug der Rückstand zur Pause nur noch zwei Treffer.

Tusem Essen: Torhüter hält die Gäste im Spiel

Die Essener kamen ordentlich in die zweite Hälfte hinein und hielten die Partie offen. Lübbecke ließ sich allerdings nicht anmerken, dass es eigentlich um nichts mehr geht und spielte auf Sieg. Vor allem einer wehrte sich gegen den Heimerfolg der Ostwestfalen: Finn Knaack. Der Tusem-Torwart zeichnete sich mit vielen Paraden aus und hielt sein Team im Spiel.

Das Problem: in der Offensive drückte der Hallenschuh. Zu viele einfache Fehler, Stürmerfouls und etwas Pech im Abschluss sorgten dafür, dass die Gastgeber immer leicht in Front blieben. Dabei gab es mehrfach die Chance für den Tusem das Spiel auf seine Seite zu ziehen, denn auch Lübbecke spielte nicht fehlerfrei. Aber letztendlich hatten die Hausherren immer die richtige Antwort parat und retteten die Führung über die Zeit.

Heimspiel gegen Nordhorn am kommenden Freitag.

„Mir fehlen ein bisschen die Worte, um ehrlich zu sein. Eigentlich spielen wir gut, kämpfen um die Bälle und sind heiß. Aber uns fehlt die Coolness vorne und spielen es nicht gut zu Ende“, ärgerte sich Linksaußen Finley Werschkull, der acht Treffer beisteuerte.

Zwei Spiele sind es jetzt noch für den Tusem. Die nächste Chance auf Punkte für den Klassenerhalt gibt es am kommenden Freitag im Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen (19 Uhr, „Am Hallo“).

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