Das Kribbeln im Bauch, das Max Eberlein in den ersten Spielen der Eishockey-Regionalliga noch arg verspürte, ist mittlerweile gewichen. Nach nunmehr neun Spielen als neuer Cheftrainer beim GSC Moers ist der 26-Jährige bei fünf Siegen und vier knappen Niederlage recht gut unterwegs. „Man wächst mit den Aufgaben“, versichert Eberlein vor dem wichtigen Heimspiel am Sonntag (18.15 Uhr, Filder Straße) gegen den Tabellenvierten ERV Dinslakener Kobras.

GSC Moers: Trainerwechsel an der Bande Anfang November

Der Stabwechsel an der Bande Anfang November war nicht geplant. Eberlein betreut als Coach auch die Moerser Ib-Mannschaft, war dazu Co-Trainer des ersten Teams, ehe der überaus akribisch arbeitende Rene Lang seinen einvernehmlichen Rückzug verkündete. Max Eberlein, frisch mit der nötigen Trainer-C-Lizenz ausgestattet, sprang ein und schwamm sich frei. „Die ersten Ansprachen vor dem Team waren nicht so einfach“, sagt der Coach: „Ich musste erst einmal meinen eigenen Weg finden.“ Sportlich geht es in die richtige Richtung. Die Black Tigers können, sollte gegen Dinslaken am Sonntag ein Heimsieg gelingen, noch Vierter werden und einen Heimstart in den Play-offs ergattern.

Muss beim GSC Moers derzeit verletzungsbedingt passen: Topscorer Jan Theuerkauf.
Muss beim GSC Moers derzeit verletzungsbedingt passen: Topscorer Jan Theuerkauf.© Y.Brands

„Es war genau die richtige Entscheidung für uns, in der Regionalliga anzutreten. Die Mannschaft kann nicht nur mithalten, sondern auch Paroli bieten“, sagt Max Eberlein. Die knappen Niederlagen bei Topteams wie Bergisch Gladbach (4:5) oder Ratingen (3:5) stützen die Aussage. Dass in Jan Theuerkauf (11 Tore, fünf Vorlagen) der Topscorer wegen eines Handbruchs erst einmal ausfällt, ist natürlich schmerzhaft. Jammern mag Trainer Eberlein deshalb aber nicht: „Eishockey ist Teamsport. Wir haben genügend gute Angreifer, um den Ausfall von Jan zu kompensieren.“ Etwa Marc Schaub, der bei acht Toren und acht Vorlagen bislang ebenfalls eine erfolgreiche Saison hinlegt.

GSC Moers: Papa Dieter Eberlein unterstützt im Hintergrund

Dass Max Eberleins Vater Dieter (70) lange auch Eishockeytrainer beim GSC Moers war, in einer anderen Generation allerdings, sorgt für eine gewisse Sicherheit im Hintergrund. „Wir reden natürlich schon über Spiele und Spieler, so wie ich das auch mit meinem Vorstand tue“, sagt Max Eberlein, schickt aber forsch mit Blick auf Papa Dieter hinterher: „Reinreden lasse ich mir allerdings nicht.“

Es ist übrigens kein Novum, mit 26 als Cheftrainer in der Regionalliga zu agieren. Beim GSC-Rivalen Grefrather EG stand bis zum Frühjahr in Joschua Schmitz ein 23-Jähriger als Coach an der Bande. Schmitz hat sein Talent zum Beruf gemacht und ist nun hauptamtlicher Nachwuchstrainer im DNL-Bereich beim Oberligisten Moskitos Essen, der bekanntlich einige talentierte Spieler per Förderlizenz für die Black Tigers freigegeben hat.