Die Stimmung in der kleinen Halle des Gymnasiums an der Zusestraße im Ortsteil Lövenich-Ost war am Samstag durchaus prächtig. Die mitgereisten Fans des Moerser SC stärkten ihren Drittliga-Volleyballern massiv den Rücken. Doch Tabellenführer FCJ Köln erwies sich vor 300 Zuschauern als einen Tick zu stark - zumal die Gäste ohne zwei Erkrankte antreten mussten: In Zuspieler Fabio Bertea und Ex-Nationalspieler Tim Broshog fehlten wichtige Leistungsträger. Die Schwächung machte der MSC kampfstark durchaus wett. Doch gegen die auch auf der Bank ziemlich gut besetzten Junkersdorfer leisteten sich die Adler beim 0:3 (23:25, 22:25, 22:25) in allen Sätzen schlicht zu viele Fehler, um das Titelrennen noch einmal spannend zu machen.

Moerser SC: Comeback von Diagonalspieler Lukas Lübke

„Wir haben einen großen Kampf geliefert, müssen aber weiter an uns arbeiten“, gestand Frederik Schmidt, der zu seinem ersten MSC-Starteinsatz als Zuspieler als Bertea-Ersatz kam. Der Sommerzugang zeigte auf der Schlüsselposition eine solide Leistung: „Der Druck war spürbar, am Anfang war ich auch nervös. Das hat sich dann aber gelegt“, befand Schmidt. Dazu feierte Diagonalspieler Lukas Lübke nach mehrwöchiger Schulterverletzungspause sein Comeback. Und dies nach nur zwei Trainingseinheiten. „Es war schwierig, ich habe wirklich gebraucht, um ins Spiel zu finden. Das ist nach sechs Wochen nur Physiotherapie aber auch kein Wunder“, so Lübke zerknirscht, der mit roten Tapeverbänden am rechten Arm aufgelaufen war.

Punkt für den Moerser SC: Die Adler freuen sich über einen gelungenen Spielzug.
Punkt für den Moerser SC: Die Adler freuen sich über einen gelungenen Spielzug.© FUNKE Foto Services | Rainer Hoheisel

Die Junkersdorfer lagen im ersten und zweiten Durchgang permanent vorn, der MSC kämpfte sich immer wieder heran. Doch wenn eine Spielwende in den Bereich des Möglichen kam, setzte es prompt Fehler seitens der Adler. Das regte auch Cheftrainer Hendrik Rieskamp mehr als einmal auf. Der war nach dem Match sichtbar geladen und mochte keinen Kommentar zum Geschehen abgeben. Im dritten Satz schienen die Moerser dann ihre Chance zu bekommen. Ein Block von Tim Ihde brachte die Gäste in der Endphase sogar mit 22:21 in Führung. Doch die Kölner konterten im Endspurt sogleich mit zwei erfolgsbringenden Blöcken gegen Ihde und Lukas Schattenberg, Nach 90 gutklassigen Spielminuten war der Matchball für Junkersdorf versenkt.

MSC-Konkurrent USC Braunschweig patzt im Heimspiel

„Da war für uns auch ohne Fabio und Tim mehr drin. Köln hat weniger Fehler gemacht, das war der kleine Unterschied“, erklärte Ex-Bundesligaspieler Lukas Schattenberg. Der lobte den mitgereisten Anhang: „Klasse, dass die MSC-Fans uns so gut unterstützt haben.“ Mittendrin saß auch Vereinschef Guido Lohmann: „Die Ausfälle von Fabio und Tim waren nur schwer zu konservieren. Dennoch hat die Mannschaft eine gute Leistung gezeigt. Jetzt gilt es, Platz zwei zu verteidigen.“

Kleines Glück für den MSC nach der Niederlage: Der bisherige Tabellendritte USC Braunschweig verlor das Heimspiel gegen die SVG Lüneburg II überraschend mit 0:3, so dass Moers auf Relegationsplatz zwei den Vorsprung vor dem nächsten Gegner am kommenden Samstag (19.30 Uhr, Enni-Sportpark) behält. Der direkte Aufstieg in die 2. Bundesliga ist bei nun acht Punkten Rückstand auf Köln und nur noch fünf Pflichtspielen allerdings wohl nicht mehr zu schaffen.

MSC-Start-Sechs: Lübke, Ihde, Schattenberg, Schmidt, Bartsch, Wagner; Libero: Illmer - eingewechselt: Pfersdorf, Pricken.