Der Fußball-Landesliga-Nachmittag an der Asberger Straße bot zwar trotz größter Einschussmöglichkeiten keine Treffer. Und doch gab es rund um das spritzige 0:0 des SV Scherpenberg gegen den VfB Bottrop eine Menge an bemerkenswerten Dingen zu beobachten. Unter die knapp 150 Zuschauer hatten sich auch Baha und Bugra Arslanboga gemischt. Und das war natürlich kein Zufall. Die beiden Noch-Lintforter werden den SVS in der neuen Saison verstärken.

Der Sportliche Leiter freut sich auf zwei Talente vom 1. FC Lintfort

„Wir bekommen zwei sehr talentierte Fußballer für die Offensive und die Abwehr, die auch bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten geweckt hatten“, versicherte Scherpenbergs Sportlicher Leiter Sven Schützek: „Wir wollen unsere Philosophie weiter umsetzen und junge, dynamische Spieler in den Mittelpunkt rücken.“

Legte beim SV Scherpenberg ein gutes Startelfdebüt im defensiven Mittelfeld hin: Thomas Case (rechts), hier gegen den Bottroper Muhammed Emin Aksu.
Legte beim SV Scherpenberg ein gutes Startelfdebüt im defensiven Mittelfeld hin: Thomas Case (rechts), hier gegen den Bottroper Muhammed Emin Aksu.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Da traf es sich im Heimspiel gegen den Tabellenvierten aus Bottrop durchaus gut, dass nun auch wieder Nick Noah Redam mit an Bord ist. Fünfeinhalb Monate hatte der 21-jährige defensive Mittelfeldspieler pausieren müssen. Nach einer Knieverletzung aus dem Derby in Lintfort Mitte Oktober war ein beweglicher und deshalb schmerzender Knorpel im Knie diagnostiziert worden. Erst eine Operation sorgte für Linderung. Nun ist Redam zurück. Trainer Christian Mikolajczak gab seinem Dynamiker die finalen 25 Spielminuten. „Nick tut uns gut, wenn er fit ist“, betonte der Scherpenberger Coach.

SV Scherpenberg setzt auf US-Amerikaner Thomas Case im Mittelfeld

Der hatte im Vergleich zum Moerser Spielabbruch-Derby beim GSV seine Defensive umgestellt. Folarin Williams und Routinier Matthias Tietz zeigten für Max Abel und Kapitän Nico Frömmgen als Innenverteidiger eine solide Partie und wurden am Ende vom Trainer auch gelobt. Im defensiven Mittelfeld kam neben Konstantin Möllering erstmals Thomas Case zum Zug. Der US-Amerikaner war zweikampfstark und setzte seine Kollegen oft mit präzisen langen Bällen in Szene. „Tommy kann richtig gut sein“, hob Coach Mikolajczak seinen Winterzugang hervor.

Lobte seine Mannschaft für eine beherzte Leistung, die am Ende aber ohne eigenen Treffer blieb: Trainer Christian Mikolajczak vom SV Scherpenberg
Lobte seine Mannschaft für eine beherzte Leistung, die am Ende aber ohne eigenen Treffer blieb: Trainer Christian Mikolajczak vom SV Scherpenberg© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Letzteres traf am Sonntag unbedingt auch auf Jamie van Dornick zu. Der Keeper, der zuletzt im Derby beim GSV noch das Freistoßgegentor zum 1:2 auf seine Kappe nehmen musste, zeigte gegen Bottrop eine überragende Partie. Der Ex-Sterkrader machte mehrmals Eins-gegen-eins-Duelle im und am Strafraum zunichte. Größte Tat allerdings: Van Dornick lenkte einen Kopfball von Emre Köksal nach einer Ecke von Raphael Steinmetz mit einer Glanzparade unter die Latte (72.). Auch Steinmetz hatte per Freistoß einen Stangentreffer zu verzeichnen (52.).

Pech für den SV Scherpenberg: Zwei Abseitstore von Marcio Blank

Auf der Gegenseite trug Scherpenberg ungezählt viele brauchbare Angriffe vor. Doch es mangelte auch ein wenig am Fortune und an der Präzision. Gerade bei Torjäger Marcio Blank. Der erzielte zwar zwei Treffer, stand aber in der 18. und 56. Minute, jeweils nach Vorarbeit von Außenstürmer Marcel Kretschmer, knapp im Abseits. Auch Folarin Williams (3.), Thomas Case (16.) und Stefan Kapuscinski (83.) waren per Kopf dicht dran am Treffer. Torjäger Blank raufte sich zudem bei diversen unpräzisen Schussversuchen die wehenden Haare.

Fußball-Strategen unter sich: Ex-RWO-Profi Raphael Steinmetz (rechts) gegen den Scherpenberger Konstantin Möllering.
Fußball-Strategen unter sich: Ex-RWO-Profi Raphael Steinmetz (rechts) gegen den Scherpenberger Konstantin Möllering.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

„Die Jungs waren bereit, die Vorgabe unter der Woche nach drei Landesliga-Niederlagen in Serie umzusetzen: auch mal Fußball zu malochen und zu kämpfen“, betonte Trainer Christian Mikolajczak: „Taktisch war das gegen den Ball sehr gut. Das Team ist intakt, der Punkt war für uns mehr als verdient.“

SV Scherpenberg in Klosterhardt ohne Marcel Kretschmer

Kleine trübe Nachricht: Außenstürmer Marcel Kretschmer fehlt wegen der zehnten Gelben Karte am kommenden Sonntag in Klosterhardt gesperrt. Dafür ist der gegen Bottrop gesperrte Emirhan Karaca dann wieder im Mittelfeld verfügbar.

SV Scherpenberg: van Dornick - Wastian, Williams, Tietz (75. Abel), Kapuscinski - Jones, Möllering (65. Redam), Case, Kretschmer - Blank, Sadiklar (89. Totaj).