Der Fußball-Landesliga-Nachmittag an der Asberger Straße bot zwar trotz größter Einschussmöglichkeiten keine Treffer. Und doch gab es rund um das spritzige 0:0 des SV Scherpenberg gegen den VfB Bottrop eine Menge an bemerkenswerten Dingen zu beobachten. Unter die knapp 150 Zuschauer hatten sich auch Baha und Bugra Arslanboga gemischt. Und das war natürlich kein Zufall. Die beiden Noch-Lintforter werden den SVS in der neuen Saison verstärken.
Der Sportliche Leiter freut sich auf zwei Talente vom 1. FC Lintfort
„Wir bekommen zwei sehr talentierte Fußballer für die Offensive und die Abwehr, die auch bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten geweckt hatten“, versicherte Scherpenbergs Sportlicher Leiter Sven Schützek: „Wir wollen unsere Philosophie weiter umsetzen und junge, dynamische Spieler in den Mittelpunkt rücken.“

Da traf es sich im Heimspiel gegen den Tabellenvierten aus Bottrop durchaus gut, dass nun auch wieder Nick Noah Redam mit an Bord ist. Fünfeinhalb Monate hatte der 21-jährige defensive Mittelfeldspieler pausieren müssen. Nach einer Knieverletzung aus dem Derby in Lintfort Mitte Oktober war ein beweglicher und deshalb schmerzender Knorpel im Knie diagnostiziert worden. Erst eine Operation sorgte für Linderung. Nun ist Redam zurück. Trainer Christian Mikolajczak gab seinem Dynamiker die finalen 25 Spielminuten. „Nick tut uns gut, wenn er fit ist“, betonte der Scherpenberger Coach.
SV Scherpenberg setzt auf US-Amerikaner Thomas Case im Mittelfeld
Der hatte im Vergleich zum Moerser Spielabbruch-Derby beim GSV seine Defensive umgestellt. Folarin Williams und Routinier Matthias Tietz zeigten für Max Abel und Kapitän Nico Frömmgen als Innenverteidiger eine solide Partie und wurden am Ende vom Trainer auch gelobt. Im defensiven Mittelfeld kam neben Konstantin Möllering erstmals Thomas Case zum Zug. Der US-Amerikaner war zweikampfstark und setzte seine Kollegen oft mit präzisen langen Bällen in Szene. „Tommy kann richtig gut sein“, hob Coach Mikolajczak seinen Winterzugang hervor.

Letzteres traf am Sonntag unbedingt auch auf Jamie van Dornick zu. Der Keeper, der zuletzt im Derby beim GSV noch das Freistoßgegentor zum 1:2 auf seine Kappe nehmen musste, zeigte gegen Bottrop eine überragende Partie. Der Ex-Sterkrader machte mehrmals Eins-gegen-eins-Duelle im und am Strafraum zunichte. Größte Tat allerdings: Van Dornick lenkte einen Kopfball von Emre Köksal nach einer Ecke von Raphael Steinmetz mit einer Glanzparade unter die Latte (72.). Auch Steinmetz hatte per Freistoß einen Stangentreffer zu verzeichnen (52.).
Pech für den SV Scherpenberg: Zwei Abseitstore von Marcio Blank
Auf der Gegenseite trug Scherpenberg ungezählt viele brauchbare Angriffe vor. Doch es mangelte auch ein wenig am Fortune und an der Präzision. Gerade bei Torjäger Marcio Blank. Der erzielte zwar zwei Treffer, stand aber in der 18. und 56. Minute, jeweils nach Vorarbeit von Außenstürmer Marcel Kretschmer, knapp im Abseits. Auch Folarin Williams (3.), Thomas Case (16.) und Stefan Kapuscinski (83.) waren per Kopf dicht dran am Treffer. Torjäger Blank raufte sich zudem bei diversen unpräzisen Schussversuchen die wehenden Haare.

„Die Jungs waren bereit, die Vorgabe unter der Woche nach drei Landesliga-Niederlagen in Serie umzusetzen: auch mal Fußball zu malochen und zu kämpfen“, betonte Trainer Christian Mikolajczak: „Taktisch war das gegen den Ball sehr gut. Das Team ist intakt, der Punkt war für uns mehr als verdient.“
SV Scherpenberg in Klosterhardt ohne Marcel Kretschmer
Kleine trübe Nachricht: Außenstürmer Marcel Kretschmer fehlt wegen der zehnten Gelben Karte am kommenden Sonntag in Klosterhardt gesperrt. Dafür ist der gegen Bottrop gesperrte Emirhan Karaca dann wieder im Mittelfeld verfügbar.
SV Scherpenberg: van Dornick - Wastian, Williams, Tietz (75. Abel), Kapuscinski - Jones, Möllering (65. Redam), Case, Kretschmer - Blank, Sadiklar (89. Totaj).


