Eigentlich war am Mai-Feiertag im Enni-Sportzentrum alles für einen perfekten Saisonausklang angerichtet. 700 Fans, darunter MSC-Legende Chang Cheng Liu, waren gekommen. Der Moerser SC hatte 100 Liter Freibier ausgelobt. Doch nach einer enttäuschenden Leistung im Bezirkspokalfinale gegen Oberliga-Meister Eintracht Spontent aus Düsseldorf wurde für die Moerser Adler aus dem Freibier eher ein Frustbier. Die 1:3 (25:13, 24:26, 20:25, 26:28)-Heimschlappe gegen den Außenseiter fußte auf Fehlersalven in allen Bereichen, die letztlich die enttäuschende Vorstellung der Gastgeber begründeten.
Enttäuschung beim Moerser SC auch beim Klubchef
„Wir waren offenbar vom Kopf her nicht bereit, das Spiel am Ende noch zu drehen. Daraus müssen wir lernen“, erklärte MSC-Cheftrainer Hendrik Rieskamp betont sachlich. Klubchef Guido Lohmann konnte seine Enttäuschung nicht verbergen: „So viele Zuschauer in der Halle - und dann solch eine enttäuschende Leistung. Das tut schon weh. Es gab zu viele Fehler, zu viele schwache Aufschläge. Am Ende war der Sieg für Spontent fraglos verdient.“

Dabei hatte es vor dem Spiel zumindest zuversichtliche Kunde gegeben. Die VBL meldete, dass der SV Warnemünde nach der Zweitliga-Nord-Meisterschaft auch ein Bundesliga-Aufsteiger sei. Somit wäre für den MSC in der zweithöchsten Spielklasse der ersehnte Startplatz frei. MSC-Klubchef Guido Lohmann gab sich noch zurückhaltend: „Wir warten jetzt die Entscheidung der VBL ab und hoffen natürlich auf positive Nachrichten.“
Moerser SC dominiert ersten Satz und bricht dann ein
Auf einen negativen Ausgang des Pokalfinals hätte nach dem ersten Satz wohl niemand getippt. Der MSC dominierte gegen einen fehlerhaften Außenseiter. Doch ab dem zweiten Durchgang schienen sich die Düsseldorfer Gäste auf die Adler und speziell auf Punktegarant Tim Broshog immer besser einzustellen. So wie Broshog und seine Kollegen nahezu in jeder Beziehung abbauten, so gut und euphorisch kam Spontent nun ins Match.

Satz zwei ging nach am Ende nach drei Schattenberg-Patzern mit 24:26 in den Teich. Mitte des dritten Durchgangs geriet der MSC wieder in Rückstand. Coach Rieskamp ließ seine Start-Sechs fast durchspielen. Lukas Lübke, einzige Alternative auf Außen, war wegen Problemen mit der Patellasehne nicht fit. Die Wende im vierten Satz schien dann durchaus drin. Ein dicker Stellungsfehler bei 17:15-Führung kippte dann auch diesen Satz. Der MSC wehrte am Ende noch drei Matchbälle ab. Der vierte für Spontent saß dann. Der Saisonausklang war mehr Frust als Feier.
MSC-Start-Sechs: Bertea, Schattenberg, Ihde, Bartsch, Broshog, Wagner - Libero: Illmer; eingewechselt: Lübke, Schmidt.


