Im Sport wächst man an den Herausforderungen. Das jedenfalls hoffen sie bei den Fußballfrauen des GSV Moers mit Blick auf die am 24. August startende Spielzeit in der Regionalliga West. Nachdem die dritte Niederrheinliga-Saison mit dem Wiederaufstieg und dem Kreispokalsieg (sehen Sie dazu auch unser Jubelvideo) erfolgreich abgeschlossen wurde, arbeiten Cheftrainer Eckart Schuster, der Sportliche Leiter Martin Walz und die Mannschaft auf die dritthöchste Spielklasse hin. Dies schon seit vergangenen Montag, dazu mit zwölf neuen Spielerinnen und der Gewissheit, demnächst auch bei Borussia Dortmund im Stadion Rote Erde vor vielleicht 3000 oder 4000 Zuschauern gegen Vollprofis antreten zu dürfen.
GSV Moers spielt gegen den Abstieg - mit drei Konkurrenten
„Die neue Saison wird für uns eine Riesensache. Durch die vielen guten Zugänge sind wir aber gewappnet“, versichert Sportleiter Martin Walz. Partien wie zuletzt in Winnekendonk, als der GSV mit neun Spielerinnen mangels Personal trotzdem hoch gewann, dürften der Vergangenheit angehören. In der Regionalliga spielen die Gelb-Schwarzen gegen den Abstieg. „Aber mit einer reellen Chance auf die Rettung“, wie Sportleiter Walz betont. Der zählt den Kölner Aufsteiger Deutz 05, Fast-Absteiger Spoho Köln sowie den 1. FFC Recklinghausen zu den direkten Konkurrenten im Kampf um Rettungsplatz elf der 14er-Liga.
13 Konkurrenten für GSV Moers
Die neue Saison in der Fußball-Regionalliga West startet für Rückkehrer GSV Moers am 24. August. Der Spielplan steht noch aus, die Konkurrenten sind allerdings bekannt. Mitaufsteiger sind der Titelfavorit Borussia Dortmund sowie Deutz 05 aus Köln. Aus der 2. Bundesliga übernimmt die erste Mannschaft des FSV Gütersloh als Absteiger den Platz der Zweitvertretung. Weitere GSV-Gegner: Vizemeister Borussia Mönchengladbach II, Arminia Bielefeld, Fortuna Köln, DJK Wacker Mecklenbeck aus Münster, 1. FC Köln U20, SGS Essen U21, Bayer 04 Leverkusen U23, 1. FFC Recklinghausen, SSV Rhade aus Dorsten sowie Vorwärts Spoho Köln.
23 Spielerinnen im Kader dürften Trainer Eckart Schuster genügend Spielraum und auch individuelle Qualität geben, um nicht permanent in der erfolglosen Außenseiterrolle zu stecken. Der GSV muss vier Abgänge zum Niederrheinligisten MSV Duisburg verdauen. Neben Antonia Triantafilidou, Hakima Lahjar und Sena Gükcek wechselt auch die 25-jährige Innenverteidigerin Emma Hilbrands zu den Meidericherinnen. „Emmas Verlust tut uns zweifelsohne weh“, versichert Martin Walz. Dass mit Leistungsträgerin Kira Schuster eine wichtige Säule weiter im Aufgebot steht, ist dagegen natürlich von großem Vorteil.

Zwei Rückkehrerinnen werden die Grafschafterinnen auf jeden Fall verstärken. Die 25-jährige Japanerin Iona Miyake ist vom Klever Zweitliga-Aufsteiger VfR Warbeyen zurück an der Filder Straße. Vier Regionalliga-Spielzeiten für den FV Mönchengladbach, Alemannia Aachen und Südwest Köln hat die 21-jährige Ex-Moerserin Elisa Kammen mittlerweile absolviert. Ein wichtiger Faktor könnte auch Torhüterin Amelie Lüth (18) werden, die vom 1. FFC Recklinghausen kommt, aber schon bei Ex-Zweitligist Borussia Bocholt mitgemischt hat.
Neuzugang des GSV Moers spielt für die Universität in Osaka
Erfahrung bringt die Japanerin Hana Suzuki (25) mit, die vor ihrem Engagement für Regionalligist Alemannia Aachen bei der Universität Osaka aktiv war. Die schnelle, dribbelstarke Julia Lipic (20) war in der Juniorinnen-Bundesliga für Borussia Mönchengladbach aktiv. „Sie könnte ein Glücksfall für unsere Mannschaft werden“, hofft Trainer Eckart Schuster. In der 19-jährigen Abike Izuagie vom FV Mönchengladbach holt der GSV eine sehr athletische Innenverteidigerin ins Aufgebot. Vier weitere Spielerinnen folgte Izuagie vom FVM: Spielmacherin Alina Eick (22), die ebenfalls in der Regionalliga erfahrene Patricia Sous (23), Fatine El Moussaoui (20) sowie die physisch starke und schnelle Schalina Eimler (18).

Die zwölf Zugänge für die neue Saison werden durch die 19-jährige Niederländerin Isis van Biljouw komplettiert. Die Abwehr- und Mittelfeldspielerin von Regionalliga-Meister VfR Warbeyen ist nach einer schweren Verletzung wieder zurück und wird sich kraftvoll ins Team einbringen. Alle neuen Spielerinnen wurden im Laufe der vergangenen Saison von Trainer Eckart Schuster live unter die Lupe genommen. Dabei setzt Schuster vor allem darauf, dass alle jüngeren Akteure noch Steigerungspotenzial besitzen.
GSV Moers spielt nur mit einem kleinen Jahresbudget
Neben der sportlichen Ambition spielte bei den Wechseln die Entlohnung kaum eine Rolle. „Wir sind mit dem gleichen Jahresetat unterwegs wie in der Niederrheinliga“, versichert Sportleiter Martin Walz. Das steht in krassem Gegensatz zu den meisten anderen Teams der dritthöchsten Frauenspielklasse - gerade auch der teilnehmenden Männer-Profifußballklubs. Aufsteiger Borussia Dortmund beispielsweise hat alle seine Spielerinnen mit einem Profivertrag ausgestattet. Dazu in Markus Högner den Bundesliga-Trainer der SGS Essen geangelt. Es wird fünfmal die Woche trainiert. „Ich bin mir sicher, dass der BVB als Neuling auch in der Regionalliga ganz vorn dabei sein wird“, so Martin Walz.
GSV Moers freut sich auf eine riesige Herausforderung
Beim GSV Moers steht im Vordergrund, über Teamgeist und ein gutes Mannschaftsgefüge zum Erfolg zu kommen. Die Attraktivität manch eines Gegners wie etwa den Dortmunderinnen kommt beflügelnd hinzu. Martin Walz: „Wir sind zurück in der Regionalliga und freuen uns auf eine riesige Herausforderung.“


