Trotz dreier Gegentreffer in den finalen neun Spielminuten und einer 1:3 (0:0)-Testniederlage beim Oberligisten SV Sonsbeck konnte Philipp Gutkowski lächeln. Fünf Monate nach seinem Außenmeniskusriss aus dem Landesliga-Kick beim VfB Bottrop stand der 31-Jährige wieder für den 1. FC Lintfort zwischen den Pfosten. „Ich habe mich auf dem Feld gut gefühlt, auch wenn nicht alles geklappt hat“, erklärte Gutkowski: „Mein Anspruch ist es als mitspielender Torwart schon, dass auch alle Pässe beim Mitspieler ankommen.“

Beim 1. FC Lintfort geht am Ende die Kontrolle etwas verloren

Zwei taten es über 90 Minuten nicht. Das war aber verkraftbar. Der ehemalige Regionalliga-Torwart des VfB Homberg bewies sogleich eine gute Strafraumbeherrschung, zeigte vor allem in der zweiten Halbzeit einige Paraden und strahlte für die Vorderleute eine spürbare Sicherheit aus. Das Ergebnis nervte Gutkowski, Testspiel hin oder her, trotzdem: „Wir haben über weite Strecken mit und gegen den Ball gut gespielt. Am Ende ging etwas die Kontrolle verloren. Ein 1:1 wäre sicher gerechter gewesen.“

Nach dem 1:3 beim SV Sonsbeck bespricht 1. FC Lintforts Cheftrainer Mohamed El Mimouni (Mitte) die Partie kurz im Kreise der Mannschaft. Foto: Michael Ryberg
Nach dem 1:3 beim SV Sonsbeck bespricht 1. FC Lintforts Cheftrainer Mohamed El Mimouni (Mitte) die Partie kurz im Kreise der Mannschaft. Foto: Michael Ryberg

Das sah auch FCL-Trainer Mohamed El Mimouni so: „Das Team hat wieder einen guten Eindruck hinterlassen. Schade, dass uns am Ende doch noch leichte Fehler den Sieg gekostet haben.“ Sonsbecks nach vorn geeilter Abwehrchef Robin Schoofs köpfte spät nach der fünften Ecke das 1:1 (82.). Wenige Sekunden später vertändelte Lintforts von Rückenschmerzen geplagter Innenverteidiger Julian Klement vor dem eigenen Strafraum leichtfertig den Ball. Nutznießer mit einem eiskalten Abschluss in die linke Torecke war Niklas Binn. Sonsbecks Mittelstürmer hatte zuvor mehrere Male Keeper Gutkowski gefordert. Das 3:1 (90.), ebenfalls durch Binn per 20-Meter-Heber, war dann ein Komplettmissverständnis der Innenverteidiger und des zu weit aufgerückten Keepers. Gutkowski: „Die Tore zwei und drei waren von uns leider geschenkt.“

SV Sonsbeck: Trainer Heinrich Losing sieht offensiv noch eine Menge Arbeit

Davor lag allerdings ein taktisch sehr guter Auftritt der Gäste. Sonsbeck hatte eine Halbzeit lang gar keine Torchance, wurde dann druckvoller. „Bereitschaft und Wille hat die Mannschaft gezeigt, das war gut. Offensiv haben wir aber noch eine Menge Arbeit vor uns“, gab SVS-Trainer Heinrich Losing zu. Der brachte in der zweiten Halbzeit auch seine frischen Neuzugänge: Marco de Stefano auf Linksaußen sowie nach einer Stunde Torhüter Kenan Mehmedovic, der übrigens auch schon beim 1. FC Lintfort mittrainiert hatte.

Sorgte für den Höhepunkt des Test-Freitags in Sonsbeck: 1. FC Lintforts Angreifer Carlos Pin (rechts) traf aus 25 Metern in den rechten Torwinkel.
Sorgte für den Höhepunkt des Test-Freitags in Sonsbeck: 1. FC Lintforts Angreifer Carlos Pin (rechts) traf aus 25 Metern in den rechten Torwinkel.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Der Lintforter Führungstreffer war der Höhepunkt des Testspiels. Angreifer Carlos Pin versenkte den Ball aus 25 Metern Distanz in den rechten Sonsbecker Torwinkel (58.) und ließ auch in diversen Zweikämpfen seine Klasse aufblitzen. Von den FCL-Neuzugängen auffällig: Linksaußen Andre Rieger mit einigen schönen Soli, Mittelfeldspieler Noah Andich mit raumgreifenden Pässen sowie nach der Pause der agile Yassin Andich, der in der 69. Minute das 2:0 auf dem Fuß hatte, aber im Sonsbecker Strafraum in letzter Sekunde geblockt worden war.

SV Sonsbeck gegen 1. FC Lintfort: So haben sie gespielt

SV Sonsbeck: Fauseweh (60. Mehmedovic) - Berisic, Schoofs, Meier, Martens (46. Elspaß) - Krajac (46. Güngör), Pütz - Sahintürk (46. de Stefano), Keisers (46. Hammerschmidt), Janßen (46. Pokora) - Binn.

1. FC Lintfort: Gutkowski - El Abdouni (46. Völkel), Vizuete Mora (75. Hoenselaar), Klement (87. Luma), Haub (87. Haliti) - N. Andich (46. Riad), Baydar (46. von Zabiensky) - Rieger (46. Sall), Ngangjoh (46. Pin), Schwarz (46. Y. Andich) - Appiah (68. Köksel).