Vier Niederlagen in vier Testspielen hört sich zunächst einmal dramatischer an, als es wirklich ist. Die Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort befinden sich bekanntlich zum einen in einem personellen Umbruch. Zum anderen wurden die Testspielpartner bewusst hochkarätig ausgewählt. So reichte es gegen den Ligarivalen HSV Solingen-Gräfrath zweimal nicht, ebenso wie jüngst gegen den Erstliga-Absteiger TSV Bayer Leverkusen. Und auch Spiel Nummer vier wurde jetzt verloren. Der TuS Lintfort unterlag bei den Werkselfen in Leverkusen allerdings nur knapp mit 30:32 (12:17).

TuS Lintfort: Vier Testspielniederlagen gegen allerdings bewusst ausgewählte Schwergewichte

Fakt ist: Die Moral und die Einstellung sind absolut intakt. Alles andere muss bis zum Meisterschaftsstart am 31. August bei HL Buchholz 08-Rosengarten noch angepasst werden – ob bei der Kondition, aber vor allem in Sachen Konstanz. So gestaltete sich der Auftritt in Leverkusen in Hälfte eins alles andere als überzeugend. Die Deckungsarbeit war nicht gut, erwies sich als zu brüchig und wackelig. TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein sah als Hauptgrund die „fehlenden Zuordnungen“. Dass die Partie bis zum 7:7-Zwischenstand ausgeglichen verlief, war einer ordentlichen Trefferquote im Angriff zu verdanken. Und man konnte sehen: Neuzugang Leonie Udaw blühte richtig auf.

Hatte vor allem in Halbzeit eins Redebedarf: TuS Lintforts Trainerin Bettina Grenz-Klein.
Hatte vor allem in Halbzeit eins Redebedarf: TuS Lintforts Trainerin Bettina Grenz-Klein.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Aber auch der Offensivauftritt „knickte“ dann ein. Lintfort lief aufgrund vieler leichter Ballverluste, wie unnötige Passfehler, immer wieder in die Konterfalle. Leverkusen nahm die „Geschenke“ dankend an und enteilte seinerseits auf 14:8. „Wir haben einfach nicht die richtigen Lösungen gefunden, uns zu oft in Einzelaktionen verhaspelt und aufgerieben. Der Ball lief nicht gut“, betont Bettina Grenz-Klein.

So haben sie gespielt

TuS Lintfort: Svenja Rottwinkel 9/3, Leonie Udaw 4, Insa Weisz 4, Alea Mattig 4, Eva Manthei 3, Lynn Broders 3, Sydney Lupisella 2, Jana Willing 1.

So geht es weiter. Der TuS Lintfort tritt am 9. und 10. August beim 13. Domstadtcup in Fritzlar an. Das Team trifft in seiner Gruppe B auf den Bundesligisten SV Union Halle Neustadt sowie auf die beiden niederländischen Vereine HV/KRAS Volendam und HV Zwartwoud Kwiek.

Bettina Grenz-Klein: „Wir haben einfach nicht die richtigen Lösungen gefunden“.

Fehlte nach den Seitenwechsel zunächst weiterhin die Effizienz (22:15/39.). Allerdings legten die TuS-Spielerinnen fortan den Schalter um, wohl auch angetrieben von einer gehörigen Portion Wut im Bauch. Eine, die das Feuer angezündete, war Eva Manthei. „Eva hat viel Energie eingebracht und ihre Mannschaft mitgerissen“, lobte Bettina Grenz-Klein. Fortan lief es besser. In der Abwehr wurde satt zugepackt, im Angriff fielen die Treffer aufgrund des gestiegenen Selbstbewusstseins zwangsläufig.

Stachelte nach dem Seitenwechsel die TuS-Offensive an. Eva Manthei. 
Stachelte nach dem Seitenwechsel die TuS-Offensive an. Eva Manthei. © TuS Lintfort | TuS Lintfort

Die TuS-Spielerinnen agierten nun sehr fokussiert, glichen in der Schlussphase auf 28:28 und 30:30 aus. Doch zwei finale Unachtsamkeiten führten dazu, dass der Testspielsieg an Leverkusen ging. „Schade ist, dass wir innerhalb einer Partie nach wie vor immer noch so absacken“, bilanzierte Bettina Grenz-Klein. „Nach schwachen ersten 30 Minuten haben sich alle Spielerinnen aber deutlich gesteigert und in der Schlussviertelstunde richtig stark zugelegt.“