Was für ein Krimi! Die Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort tanzten nach dem Schlusspfiff siegestrunken im Kreis und skandierten immer wieder lautstark „Auswärtssieg“. Das Team von Trainerin Bettina Grenz-Klein schaffte gleich zum Saisonauftakt die erste echte Sensation. Lintfort gewann nach dramatischen und hochspannenden 60 Minuten bei den Handball Luchsen Buchholz-Rosengarten mit 30:28 (15:14). Die ersten beiden Pluspunkte sind damit unter Dach und Fach – die Stimmung könnte aktuell nicht besser sein.
Dramatik bis zum Schlusspfiff: TuS Lintfort holt sich die ersten beiden Punkte
Wenn eine gewisse Nervosität vorhanden war, so wich sie schnell einer konzentrierten Zielstrebigkeit. Die TuS-Spielerinnen waren von Beginn an hellwach, zeigten viel Einsatz und Engagement. Die Deckung stand, Lücken wurden mit einer ausgeprägten Laufbereitschaft weitgehend zugeschoben. Die kämpferische Ausrichtung gilt es absolut zu loben. Auch Torhüterin Anita Polackova war ein Faktor.
Lintfort überzeugte mit viel Geschwindigkeit in den Pässen, einer temporeichen Struktur und extrem viel Zug zum Tor. Dabei glänzten auch die Außen Alea Mattig und Nathalie Corsten. Die neuformierte TuS-Mannschaft präsentierte sich als eine geschlossene Einheit, führte gar mit 10:7 (22.). Doch in wüsten vier Minuten, in denen gar nichts zusammenlief, fehlte jegliche Zuordnung. Buchholz warf fünf Treffer in Folge. Aber Lintfort kam zurück, konnte sich in der Schlussphase des ersten Durchgangs auf Eva Manthei und Yara Vlaswinkel verlassen.

In den zweiten 30 Minuten war es dann ein Auf und Ab in den Leistungen. Doch Lintfort verfügte über einen ganz dicken Pluspunkt. Die Mannschaft verlor selbst in den stressigsten Momenten nie den Kopf, blieb relativ gelassen und traf in Summe oft die richtigen Entscheidungen. Und ganz wichtig: Das Kämpferherz saß stets am richtigen Fleck.
Der TuS Lintfort verlor auch in stressigen Momenten nie den Kopf
Die Mannschaft hielt somit dem immensen Druck stand. Einen überragenden Eindruck hinterließ Alea Mattig. Der TuS-Neuzugang auf der Rechtsaußenposition präsentierte sich nervenstark, „netzte“ unglaubliche neunmal ein. Auch Svenja Rottwinkel gebührte ein großes Lob. Die erfahrene Rückraumspielerin war vor allem in Hälfte zwei sehr präsent, behielt die Übersicht, agierte schlau und war zudem eine sichere Vollstreckerin. Und wenn die Partie in den Schlussminuten das Nervenkostüm aller Beteiligten ziemlich strapazierte: Der TuS Lintfort hatte letztendlich immer die passende Antwort. „Ich bin extrem erschöpft und unglaublich glücklich, aber vor allem stolz auf meine Mannschaft“, lautete das Fazit von Bettina Grenz-Klein.

TuS Lintfort: Gün, Polackova, Brandt – Mattig 9, Lupisella, Corsten 2, Broders, Vlaswinkel 4, Willing, Rottwinkel 10/4, Manthei 2, Udaw 3/1, Weisz, Rosner.


