Stadtrivale VfB Speldorf leistete am Freitagabend bei Fußball-Landesligist Blau-Weiß Mintard in einem packenden Match gegen den SV Scherpenberg leichte Schützenhilfe. ZDF-Journalist Thomas Münten, der gewöhnlich bei den Grün-Weißen an der Saarner Straße zum Mikrofon greift, machte in der Ruhrau den Stadionsprecher. Ein Glücksbringer war Münten für die Süd-Mülheimer aber lange nicht. Scherpenberg führte bis zur 88. Minute, ehe noch das allerdings klar verdiente 1:1 (1:0) fiel. Trotzdem: Für eine Nacht grüßt das SVS-Team von Trainer Christian Mikolajczak von der Tabellenspitze.
SV Scherpenberg muss den Kapitän ersetzen
Im Vergleich zum 2:1 über die SG Schönebeck musste Coach Mikolajczak seine Startelf auf einer Position verändern. Für den privat verhinderten Kapitän Stefan Kapuscinski war Hope Ogansuyi auf der Rechtsverteidiger-Position aufgeboten. Der Sommer-Zugang machte seine Sache gut.

In einer intensiv und temporeich geführten ersten Halbzeit spielten die Teams auf Augenhöhe. Mit dem nicht unerheblichen Torvorteil für die Gäste. Eine schöne Kombination über Ali Gülcan und Vedad Music schloss Linksaußen Tevfik Kücükarslan mustergültig mit einem Flachschuss aus halblinker Position in die rechte Torecke ab (23.). Mittelstürmer Music hätte kurz darauf beinahe das 2:0 draufgelegt. Mintards Keeper Leon Ossmann lenkte das Geschoss noch zur Ecke.
Defensive des SV Scherpenberg hat alle Hände voll zu tun
Auf der Gegenseite hatte die Scherpenberger Defensive allerdings auch einiges zu tun, um die offensivlustigen Gastgeber nicht in günstige Schusspositionen kommen zu lassen. Das verstärkte sich nach der Pause erheblich. Mintard fuhr nun eine Welle nach der anderen auf das Gäste-Tor, holte 14:1 Ecken heraus. Keeper Julian Geitz war dann mehrmals Retter in höchster Not mit einigen Glanzparaden. Scherpenberg verlor zusehends die vor der Pause noch gute Ballkontrolle und hatte eher die weiten Bälle als Wahl der Mittel zu bieten.

Gute Konterchancen gab es trotzdem. Aber bis ins Ziel fand kein Ball. Der eingewechselte Baha Arslanboga schien zweimal in günstiger Position vor dem Mintarder Tor. Kaan Terzi verfehlte dazu aus 25 Metern das verlassene Mintarder Gehäuse (82.). Der Ausgleich lag auf der Gegenseite fast ständig in der Luft. Und das 1:1 fiel dann auch noch. Zwei Minuten vor dem Ende bediente Linksaußen Niklas Nett den eingewechselten Leonard Rettek im Scherpenberger Strafraum. Das ließ die Mehrzahl der 150 Zuschauer frenetisch jubeln.
GSV Moers spielt am Samstag gegen den FC Kray
Ärgerlich aus Sicht der Gäste, aber auch wahrlich nicht unverdient. „Wir sollten das Positive mitnehmen. Und das heißt, dass wir eine beherzte Leistung geboten haben und weiter ungeschlagen sind“, betonte Coach Mikolajczak nach dem Schlusspfiff in der feucht-kühlen Ruhrau. Der Blick auf die Tabelle bestätigt den Wert des Punktgewinns: Scherpenberg ist zumindest für eine Nacht Tabellenführer. Am Samstag (17.30 Uhr) kann der GSV Moers mit einem Heimsieg über den FC Kray allerdings am Stadtrivalen vorbeiziehen. Brisant: Kommenden Freitag (20 Uhr) treffen die Moerser Kontrahenten dann in Asberg direkt aufeinander.
SV Scherpenberg: Geitz - Bu. Arslanboga, Abel, Saiti, Ogansuyi - K. Terzi, A. Terzi (67. Redam) - Kücükarslan (73. Ba. Arslanboga), Gülcan (84. Karaca), Kretschmer (89. Derikx) - Music.


