Der Volleyball-Samstagabend im Enni-Sportpark Rheinkamp hätte für Veit Bils kaum besser laufen können. Der 23-jährige ehemalige Moerser Mittelblocker kam mit seinem TuS Mondorf beim MSC nicht nur zu einem verdienten 3:1 (25:19, 25:17, 18:25, 25:16)-Erfolg. Was gleichzeitig den fünften Sieg in Serie für den Tabellenführer der 2. Bundesliga bedeutete. Blondschopf Bils durfte sich auch mit der Goldplakette für den wertvollsten Spieler des Abends schmücken.

Der Ex-Moerser Veit Bils will sich auch in der Bundesliga versuchen

„Das ist doch mal ein gelungener Heimaturlaub bei meinen Eltern in Moers“, freute sich Veit Bils, der nach seinem Moers-Abschied 2021 und den beiden Studienjahren in den USA nun Sportmanagement und Kommunikation an der Sporthochschule Köln studiert und sich in Mondorf im dritten Jahr leistungsmäßig kräftig nach vorn entwickelt hat. „Ich würde gern den Schritt in die Bundesliga wagen, wenn ich mein Studium abgeschlossen habe“, betont Bils. Dem schien im Match gegen seinen alten MSC offensiv wie defensiv fast alles zu gelingen.

Spielte beim Moerser SC, wie auch seine Kollegen, gegen den TuS Mondorf mit Licht und Schatten: Diagonalspieler Tim Broshog (rechts), hier gegen TuS-Punktegarant Nils Becker (links) und Miguel Reuss.
Spielte beim Moerser SC, wie auch seine Kollegen, gegen den TuS Mondorf mit Licht und Schatten: Diagonalspieler Tim Broshog (rechts), hier gegen TuS-Punktegarant Nils Becker (links) und Miguel Reuss.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Das konnte man von den Gastgebern freilich nicht behaupten. Zugegeben: Mondorf stellt im 2,06 Meter langen Diagonalspieler Nils Becker sowie in Zuspieler Sebastian Dinges zwei weitere herausragende Akteure. Dazu konnte sich auch die Bank ziemlich sehen lassen. Dennoch spielte der Moerser SC zwei Sätze klar unter Form. Mondorf bekam bei zweimal 24:15 jeweils neun Satzbälle serviert.

MSC-Trainer Hendrik Rieskamp ist gefrustet: Wir können es doch besser

Trainer Hendrik Rieskamp mochte seine Mannschaft nach dem Match nicht zu arg in die Mangel nehmen. „Trotzdem hat es in vielen Bereichen nicht gepasst. Das war im ersten und zweiten Satz schlicht nicht gut genug. Dass wir es doch können, und sogar deutlich besser können, haben wir im dritten Satz bewiesen“, betonte der Coach. Da tauten fast alle Moerser auf. Es gab wenig Fehler und einige herausragende Ballwechsel mit Punktgewinnen für den nun kampfstarken und entschlossenen MSC. Martin Djordjevic trug seinen Teil dazu bei, ebenso Tim Broshog sowie auch der anfangs schwache Lukas Schattenberg. Dazu gesellte sich Mittelblocker Tim Ihde, der offensiv wie defensiv einige Akzente zu setzen wusste und verdient die Silbermedaille für den zweitbesten Akteur des Abends verliehen bekam.

Hatte beim Moerser SC neben schwachen Bällen auch einige starke Momente: der neue Außenangreifer Martin Djordjevic (rechts), hier gegen den Mondorfer 2,06-Meter-Riesen Nils Becker.
Hatte beim Moerser SC neben schwachen Bällen auch einige starke Momente: der neue Außenangreifer Martin Djordjevic (rechts), hier gegen den Mondorfer 2,06-Meter-Riesen Nils Becker.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Nach dem 25:18 waren die offiziell 540 Zuschauer durchaus positiv gestimmt, dass ihre Adler den Ligakrösus noch an den Rand der Niederlage bringen würden. Es kam komplett anders. Was vor allem Cheftrainer Rieskamp sichtbar frustete. Es gab wieder Annahmefehler, Versteller am Netz, wenig clevere Schmetterbälle. Auch zwei schnelle Auszeiten bei 2:5 und 3:8 brachten die Gastgeber im vierten Satz nicht mehr in die Spur zurück. Der erste von gleich acht möglichen Matchbällen saß dann zum 25:16 für Mondorf.

Moerser SC muss am nächsten Samstag beim Kieler TV ran

„Wir können auch gegen Spitzenteams mithalten, das ist die gute Nachricht. Nach einem starken dritten Satz muss man aber mit mindestens 105 Prozent weiterspielen, sonst kann das gegen einen solch starken Gegner einfach nichts werden“, befand Außenangreifer Lukas Schattenberg: „Nach einigen Fehlern und Punkterückstand waren wir wieder zu ungeduldig. Obwohl es noch Chancen gab, im vierten Satz zurückzukommen.“ Bei 12:15 und eigenem Aufschlag etwa. Schattenberg: „Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns.“

Ball auf der Seite des Moerser SC gegen den starken Mondorfer Block im Netz: Lukas Schattenberg (links), hier gegen Sebastian Dinges (rechts) und Veit Bils, brauchte mit dem Team mehr als zwei Sätze, um in Schwung zu kommen.
Ball auf der Seite des Moerser SC gegen den starken Mondorfer Block im Netz: Lukas Schattenberg (links), hier gegen Sebastian Dinges (rechts) und Veit Bils, brauchte mit dem Team mehr als zwei Sätze, um in Schwung zu kommen.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Nach der vierten Niederlage im fünften Spiel ist der Moerser SC aktuell nur einen Punkt vom ersten der beiden Abstiegsplätze entfernt. Ein Sieg am kommenden Samstag (19.30 Uhr, Hein-Dahlinger-Halle) beim ebenfalls nur mit einem Erfolg bisher bestückten Kieler TV käme den Adlern derzeit ziemlich gelegen. Zumal in der Woche darauf die Partie beim verlustpunktfreien Tabellenzweiten FC Schüttorf 09 ins Haus steht.

MSC-Start-Sechs: Bertea, Djordjevic, Ihde, Schattenberg, Bartsch, Broshog; Libero: Illmer - eingewechselt: Wagner, Haug, Pricken.