Der Moerser SC hatte sich zwar soeben die achte Niederlage in Serie in der 2. Volleyball-Bundesliga abgeholt. Und dennoch fand sich ein Spieler im schwarzen Dress, der nach dem 1:3 gegen das zu stark auftrumpfende Team von VV Humann Essen noch lächeln konnte. „Ich bin einfach froh, dass ich wieder spielen kann“, erklärte Jakub Petras nach seinem MSC-Einstand. Der 27-jährige Slowake zeigte vor 500 Zuschauern, dass die Schützlinge von Trainer Hendrik Rieskamp trotz eines beträchtlichen Punkterückstand auf Tabellenplatz zehn als Schlusslicht noch nicht verloren sind.

Moerser SC setzt auch auf eine positive Einstellung

„Gerade im ersten Satz habe ich eine spielstarke Mannschaft gesehen. Das Level der Zweiten Liga in Deutschland ist mit Erstliga-Niveau in Finnland, Österreich oder Griechenland vergleichbar, wo ich ja schon gespielt habe“, erklärte Diagonalangreifer Petras. Nicht nur die Spielklasse des Neuzugangs wird den Moersern gut tun. Petras zeigt auch eine positive Brust-raus-Einstellung. Auch wenn gegen Essen natürlich nicht alles rund lief. Dem Neuling merkte man da zweifelsohne an, dass er über Wochen kein wirkliches Pflichtspiel unter Druck bestritten hat. Die Kräfte ließen im zweiten und dritten Satz nach.

Zeigte gegen Essen im ersten Satz, was in ihm steckt: Neuzugang Jakub Petras (Mitte) vom Moerser SC.
Zeigte gegen Essen im ersten Satz, was in ihm steckt: Neuzugang Jakub Petras (Mitte) vom Moerser SC.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Das Engagement im Wüstenstaat Oman beim Majees Club war übrigens ein Ärgernis. „Ein iranischer Spieler und auch ich sind nicht bezahlt worden. Dazu gab es für mich auch keine Spielfreigabe. Vergangenen Sonntag war ich zwar noch vor Ort im Land. Es war allerdings das beste, mich so schnell wie möglich über meinen Agenten nach einer Alternative umzusehen“, erklärte Jakub Petras: „Ich bin wirklich happy, dass es mit Moers dann so schnell geklappt hat. Die Jungs haben mich zügig in ihren Kreis aufgenommen. Wir wollen die schwere Aufgabe lösen und in der Liga bleiben. Dabei ist es vor allem wichtig, an die eigene Stärke zu glauben.“

Wir wollen die schwere Aufgabe lösen und in der Liga bleiben. Dabei ist es wichtig, an die eigene Stärke zu glauben.

Jakub Petras, slowakischer Neuzugang beim Volleyball-Zweitligisten Moerser SC

VV Humann Essen beeindruckt den Moerser SC

Letzteres war gegen Essen durchaus der Fall. Im Vergleich zum enttäuschenden Auftritt gegen Mitkonkurrent TSV Giesen II vor zwei Wochen, der ja mit 0:3 in die Binsen gegangen war, schnupperte der MSC bei zwei Satzbällen im vierten Durchgang zumindest mal an einem Pluspunkt. „Essen hat ein junges, talentiertes Team mit Dynamik und viel Sprungkraft. Das war durchaus beeindruckend“, befand Jakub Petras nach dem verlorenen vierten Satz.

Trainer Hendrik Rieskamp vom Moerser SC sah gegen VV Humann Essen bei seinen Mannen einen klaren Aufwärtstrend, auch wenn es nicht zu Punkten reichte.
Trainer Hendrik Rieskamp vom Moerser SC sah gegen VV Humann Essen bei seinen Mannen einen klaren Aufwärtstrend, auch wenn es nicht zu Punkten reichte.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Viel Zeit, die eigene Fitness aufzubauen, bleibt ihm nicht. Kommenden Samstag (20 Uhr, Sporthalle Lehrte-West) ist der MSC bereits wieder bei den Volleys Aligse vor den Toren Hannovers gefordert. „Wenn wir drin bleiben wollen, dann müssen wohl sechs Siege aus elf Rückrundenspielen her“, rechnet Klubchef Guido Lohmann vor. Der Auftritt gegen Essen macht zumindest Mut, dass dies möglich ist. Vor allem Ex-Nationalspieler Tim Broshog zeigte nach Rückkehr auf seine alte Mittelblocker-Position mit diversen starken Block- und Punkte-Aktionen, dass mit ihm noch zu rechnen ist.

Vertrag beim Moerser SC läuft nur bis zum Saisonende

Beim MSC gibt es also mehr Hoffnungsträger als Neuzugang Jakub Petras, der schon sein Apartment in der WG mit den Mitspielern Jasper Theviot und Nico Haug wenige Minuten vom Enni-Sportpark entfernt bezogen hat. Wirklich lange wird Petras vermutlich aber nicht bleiben. Der Vertrag läuft nur bis Saisonende. „Wir hatten aufgrund der Umstände wirklich Glück, einen solch guten und normalerweise teuren Mann wie ihn kurzfristig zu bekommen“, gibt MSC-Chef Guido Lohmann zu.