Das neue Jahr startet genauso erfolglos wie das vergangene Jahr geendet hatte: Den Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort fehlt es weiterhin an nötiger Konstanz – und dies in beiden Mannschaftsteilen. Der erhoffte Befreiungsschlag aus dem Tabellenkeller heraus blieb unerfüllt, ebenso wie die Wiedergutmachung für den schwachen Heimauftritt jüngst gegen Bayer Leverkusen. Das Team von Trainerin Bettina Grenz-Klein stand erneut auf verlorenem Posten, war am Samstagabend beim ESV Regensburg chancenlos und bezog in der bayrischen Metropole an der Donau eine deftige 27:44 (16:25)-Packung. Der TuS Lintfort hält die drei Abstiegsränge zwar weiterhin auf Distanz, aber die zuletzt insgesamt dürftigen Auftritte lassen wenig Gutes hoffen. Immerhin: Zeit ist noch genug, um die Kurve wieder zu kriegen.
Die Wiedergutmachung nach der Pleite gegen Bayer Leverkusen bleibt aus
Die Gäste vom linken Niederrhein hatten die lange Anreise wohl gut überstanden, denn die Anfangsphase war eigentlich noch in Ordnung. Es war eine durchaus positive Ausstrahlung bei den Spielerinnen zu erkennen, es diesmal unbedingt besser machen zu wollen als noch drei Tage vor Silvester daheim gegen Bayer Leverkusen. Lintfort war in der Offensive sichtlich um Struktur bemüht. Und auch wenn nicht alles gelang, die Mannschaft blieb zunächst dran (8:6/11. Min.).
So haben sie gespielt
TuS Lintfort: Anita Polackova, Neele Brandt – Alea Mattig 2, Nathalie Corsten, Insa Weisz 3, Jana Willing 1, Rieke Rosner 1, Sydney Lupisella 1, Vakare Damuleviciute 3/1, Femke Kleijkers 1, Yara Vlaswinkel, Svenja Rottwinkel 1, Leonie Udaw 11/3, Eva Manthei 3.
So geht es weiter: Der TuS Lintfort erwartet am kommenden Samstag, 10. Januar, um 17.30 Uhr in der heimischen Eyller Sporthalle das Spitzenteam vom HC Rödertal.
Eine, die mehrmals mit Entschlossenheit auftrumpfte, war Leonie Udaw. Die junge TuS-Rückraumspielerin spielte mutig und belohnte sich mit etlichen Treffern. Doch eine gut aufgelegte Leonie Udaw allein reicht freilich nicht, um so einen hochkarätigen Gegner zu ärgern.

Und das Team von Bettina Grenz-Klein verlor in der Folgezeit ziemlich schnell den Faden und somit die Kontrolle. Die Defensivarbeit war einfach nicht gut genug. Die Spielerinnen bekamen überhaupt keinen Zugriff. Und wenn schon die individuelle Klasse fehlt, wie soll dann ein Abwehrverband erst an Kompaktheit hinzugewinnen? Auch die TuS-Torhüterinnen spielten keine nennenswerten Rollen. Die Gastgeberinnen profitierten in erster Linie von den Schwächen des Gegners. Aber auch die eigenen, klugen Abläufe, das sichere Passspiel und auch die konsequente Trefferverwertung gilt es positiv hervorzuheben. Regensburg erzielte seine Tore in letzter Konsequenz schlichtweg zu schnell und viel zu einfach.
TuS Lintfort bekommt die Defensive nicht „dicht“ – Regensburg hat es einfach
TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein versuchte viel, nahm früh zwei Auszeiten, um Schlimmeres zu verhindern. Aber nichts half. Auch die beiden Neuzugänge – die Litauerin Vakare Damuleviciute und die junge Niederländerin Femke Kleijkers – kamen zum Einsatz.

„Wir haben es in der Deckung nicht hinbekommen“, ärgerte sich Bettina Grenz-Klein nach Spielende: „Ob nun eine offensivere oder defensivere Ausrichtung – nichts hat funktioniert. Wir haben nahezu jede Eins-gegen-Eins-Situation verloren oder konnten die Anspiele an den Kreis nicht verhindern.“
Bettina Grenz-Klein: „Wir haben es in der Deckung nicht hinbekommen“.
Dem TuS Lintfort gelang es auch nach dem Seitenwechsel nicht, die Reißleine zu ziehen. Im Gegenteil. Das Unheil nahm seinen Lauf. In der Abwehr „brannte“ es weiterhin lichterloh. Regensburg konnte ohne Gegenwehr schalten und walten, überzeugte dabei ohne zu glänzen. Das Heimteam agierte nach dem Motto: „Tore werfen einfach gemacht.“ In den zweiten 30 Minuten gab es natürlich nicht mehr den Funken an Spannung. Während die einen das Schaulaufen sichtlich genossen, so warteten die anderen auf den erlösenden Schlusspfiff.

„Man kann sicherlich in Regensburg verlieren – aber nicht so“, betonte eine enttäuschte Bettina Grenz-Klein abschließend: „Hier mit 17 Toren Unterschied zu verlieren, das geht gar nicht.“


