In der Musikgeschichte gibt es Songs, die halten gefühlt für eine Ewigkeit. Gut 30 Jahre ist beispielsweise die Erstveröffentlichung eines Ohrwurms der britischen Rockband Oasis aus Manchester alt. Oder jung, wie man‘s nimmt. „Don‘t Look Back in Anger“ aus dem Februar 1996 bleibt nicht nur wegen der markanten Klangfarbe haften. Auch der von Noel Gallagher getextete Refrain kann in seiner Klarheit nahezu in jeder Lebenslage angewendet werden. Was das alles mit dem Fußball-Landesligisten SV Scherpenberg zu tun hat? Trainer Sven Schützek beruft sich vor dem Punktspiel am Freitag (20 Uhr, Asberger Straße) gegen Aufsteiger SC Werden-Heidhausen auf jene Oasis-Zeile.

SV Scherpenberg im Aufstiegsdreikampf mit SV Budberg und ESC Rellinghausen

Nicht im Zorn zurückblicken, wie es übersetzt heißt, fällt natürlich nicht leicht. An der 4:5-Pokalblamage beim Bezirksligisten TuS Xanten waren „bis auf Torhüter Miguel Nefian, der seine Sache gut gemacht und einiges gehalten hat, alle beteiligt“, wie Coach Schützek feststellte: „In der Kabine haben ich die Jungs nach dem Spiel klar gefragt, ob wir nun in den verbleibenden acht Spielen die ganze Saison wegwerfen wollen – oder ob wir uns noch einmal reinbeißen.“ Letzteres wird sich gegen Werden am Freitagabend zeigen. Im Aufstiegsrennen mit dem SV Budberg und dem ESC Rellinghausen mit Blick auf die Oberliga hat Scherpenberg schließlich noch alle Karten in der Hand.

Fußball-Landesliga: SV Scherpenberg - VfB Speldorf
Sollte beim SV Scherpenberg im defensiven Mittelfeld wieder für eine gewisse Dynamik sorgen: Emirhan Karaca (links), hier gegen den Speldorfer Robin Tschierske.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Sven Schützek hat nach vielen Telefonaten am Dienstag seinen Zorn auf den Ostermontag am Fürstenberg zurückgelassen. „Ich halte es da wirklich mit Oasis. Das sollten die Spieler auch tun und nicht mit dem Finger auf die anderen zeigen“, betont der Coach. Der sieht im Xanten-Match sogar noch einen kleinen positiven Effekt: „Alle haben mal wieder viele Einsatzminuten erhalten und sollten sich, wenn sie von der Bank kommen, auch frischer und fitter präsentieren können.“

SV Scherpenberg wieder mit Gian-Luca Reck und Emirhan Karaca

Es versteht sich von selbst, dass gegen die Essener Gäste eine andere Scherpenberger Startelf auf dem Kunstrasen stehen wird. Zumal es aktuell keine Personalausfälle gibt. Gian-Luca Reck kehrt zwischen die Pfosten zurück. Emirhan Karaca hat seine Zahnoperation überstanden und dürfte im defensiven Mittelfeld ein gewichtiger Faktor sein, was Zweikampfführung, Laufbereitschaft und Emotion anbetrifft.

SV Scherpenbergs Ligakonkurrent VfB Bottrop steht vor einem Umbruch

Auch wenn Fakten weiter fehlen: Scherpenbergs Planung für die neue Saison läuft. Und die zielt nicht nur darauf ab, ein waches Auge aufs Personal des taumelnden Ligakonkurrenten VfB Bottrop zu werfen. Dem VfB steht, offenbar auch aus finanziellen Gründen, ein personeller Umbruch ins Haus. Zahlreiche Stammspieler scheinen bei der Konkurrenz begehrt.