Gerade einmal viereinhalb Jahre ist es her, als der MSV Moers seine erste Mannschaft aus disziplinarischen Gründen aus der Kreisliga A zurückzog und vom Spielbetrieb abmeldete. Der traurige Tiefpunkt des Meerbecker Fußballs, der die Grün-Weißen von 1978 bis 1980 in der damals mit der Oberliga Nordrhein dritthöchsten Spielklasse vertreten sah, war am Freitagabend überhaupt kein Thema mehr. Da brannten grüne Freuden-Bengalos auf der umgebauten Rheinpreußen-Anlage. Mit dem 5:3-Heimsieg über den Verfolger TV Asberg II hatte das Team des ehemaligen türkischen Zweitliga-Profis Tahsin Engin und von Co-Cheftrainer Ercan Erkal die Rückkehr in die Kreisliga A perfekt gemacht. 25 Siege in 26 Spielen bei einem Unentschieden lassen keine Fragen offen. Was auch das Co-Trainer-Trio mit Muhammet Uslu, Evrim Aydemir und Adem Sarsik freut.

MSV Moers feiert mit grünen Bengalos
Am Freitagabend wurden nach dem 5:3-Heimsieg über den TV Asberg II auch grüne Freuden-Bengalos beim MSV Moers unter den 350 Zuschauern auf der Rheinpreußen-Anlage gezündet.© Tolga Günes | Tolga Günes

350 Zuschauer sind beim Aufstiegsspiel gegen den TV Asberg II mit dabei

Vor dem Freudentaumel mit der Mannschaft und rund 350 euphorisierten Zuschauern mussten erst der Rechenschieben und dann ein Sieg her. Theoretisch können auf den ersten Tabellenblick der TV Asberg II, TuS Borth, 1. FC Lintfort II und auch der SV Budberg II mit Meerbeck nach Punkten noch gleichziehen, wenn die Konkurrenz komplett gewinnt und der MSV alle übrigen sechs Spiele verliert. Aber: Gegen Asberg und Lintfort haben die Grün-Weißen bei Punktgleichheit den direkten Vergleich bereits für sich entschieden. Und Borth muss noch gegen Budberg III ran, so dass nur einer der beiden Teams noch den MSV einholen kann. Es gibt in dieser Saison zwei feste Aufsteiger aus der Kreisliga B, der Tabellendritte spielt in der Relegation. Heißt: Meerbeck ist die A-Liga-Rückkehr nicht mehr zu nehmen.

MSV Moers holt zwei Spieler vom TV Asberg
Torjäger Serhat Karabulut (links) und Abwehrspieler Ogün Sengül vom TV Asberg werden den MSV Moers in der neuen Saison in der Fußball-Kreisliga A verstärken.© Tolga Günes | Tolga Günes

Yasin Dumans Treffer (16., 32.) konnten die Asberger am Freitagabend durch Tolgahan Basyilmaz (31.) und den ehemaligen Asterlager Khalil Al-Bazal (46.) jeweils ausgleichen. Ozan Sengül (64.), Fatih Yardim (66.) und Enes Balci (83.) bereiteten mit den Toren zum 5:2 dann aber die Aufstiegspartie vor. Für die TVA-Reserve verkürzte spät Givara-Bachtiar Rashied (90.+2).

MSV Moers ist seit 56 Punktspielen in Serie ungeschlagen

„Es ist ein absolut tolles Ding, dass wir zwei Aufstiege in Serie geschafft haben und in der Kreisliga B so viele Zuschauer ziehen“, freut sich MSV-Abteilungsleiter und -Spieler Tolga Günes: „Und auch in der A-Lige wollen wir definitiv angreifen.“ Das Selbstbewusstsein ist groß. Seit 56 Punktspielen in Serie sind die Meerbecker mittlerweile ungeschlagen. Den inoffziellen deutschen Rekord im Amateurfußball soll aktuell ein Berliner Team mit 62 Partien halten. „Vielleicht holen wir sie ja noch ein“, orakelt Tolga Günes schmunzelnd.

Eren Okumus wechselt vom SV Schwafheim zum MSV Moers
Eren Okumus wechselt vom SV Schwafheim zum künftigen Ligakonkurrenten in der Fußball-Kreisliga A, Aufsteiger MSV Moers.© Tolga Günes | Tolga Günes

Derweil gibt es für die neue Saison schon beachtliche Verstärkungen. Zwei Kicker des A-Liga-Tabellenführers TV Asberg werden die Trikotfarben wechseln. Torjäger Serhat Karabulut spielt künftig ebenso in Grün und Weiß wie der 1,95 Meter große Abwehrspieler Ogün Sengül, Bruder von Ozan Sengül und lange für den VfL Rheinhausen in der Kreisliga A unterwegs. Mit Eren Okumus kommt dazu, wie schon berichtet, ein Mittelfeldspieler mit Bezirksliga-Erfahrung vom SV Schwafheim.

Es ist ein absolut tolles Ding, dass wir zwei Aufstiege in Serie geschafft haben und in der Kreisliga B so viele Zuschauer ziehen.

Tolga Günes, Fußball-Abteilungsleiter beim MSV Moers

MSV Moers: Alle Spieler der Mannschaft bekommt für die neue Saison eine Chance

Mindestens eine weitere gute Verstärkung haben die Meerbecker noch an der Angel. „Wir haben wirklich viele Anfragen von Spielern – auch aus der Bezirksliga“, versichert Abteilungsleiter Tolga Günes. Aus der aktuellen Mannschaft wollen natürlich alle Spieler weitermachen. „Jeder bekommt seine Chance“, betont Günes. Ob am Ende das Potenzial auch reicht, wird sich dann zeigen.

MSV Moers
Der neue Vorstand des MSV Moers: (von links) Anja Reutlinger (Schriftführerin), Tolga Günes (Abteilungsleiter Seniorenfußball), Oguzhan Alemdar (1. Vorsitzender), Helmut Sandrock (ehemaliger Vorsitzender), Michael Scheffler (2. Vorsitzender), Riza Gündogdu (Jugendleiter) und Sandra Malek (Geschäftsführerin). © PR | MSV Moers

Meerbeck ist jedenfalls zurück in der höchsten Liga des Fußball-Kreises Moers. Das wird auch Helmut Sandrock freuen. Der ehemalige DFB-Generalsekretär und Organisator der WM 2006 in Deutschland hatte sich als „alter Meerbecker“ im Zuge der eingangs beschriebenen Krise des Vereins als 1. Vorsitzender angenommen. Mit seiner Crew schaffte der mittlerweile 69-jährige Sandrock den Wiederaufbau. Auch im Nachwuchsbereich. Bei der jüngsten Vorstandswahl im Januar gab der frühere Geschäftsführer von RB Salzburg und vom Karlsruher SC den Staffelstab aus Zeitgründen an Oguzhan Alemdar weiter.