Wie es lief? „Es lief super“, antwortet Simon Polotzek. Der 20-jährige Fechter vom FC Moers hat gerade ein echtes Karrierehighlight hinter sich gebracht und blickt zufrieden darauf zurück. In der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro war er Teil des deutschen Teams bei den U-20-Weltmeisterschaften und erzielte im Wettbewerb mit dem Florett ein ordentliches Ergebnis.
„Ich hatte mir absichtlich ein ambitioniertes Ziel gesetzt“, sagt Simon Polotzek, der mit dem Vorhaben über den Atlantik gereist war, im internationalen Top-Feld unter den besten 16 Athleten zu landen. Nach überstandener Vorrunde folgten zwei erfolgreiche Gefechte zunächst unter den letzten 128 und dann den letzten 64 Startern, wo er sich gegen den starken Israeli Eitan Lemberger durchsetzte. In der Runde der letzten 32 kam dann allerdings das Ende mit einer 6:15-Niederlage. „Der Gegner war ein US-Amerikaner, der aber für Zypern startet. Er ist schließlich unter den besten Acht gelandet“, so Simon Polotzek. Auf Basis der Vorrundenergebnisse belegte er letztlich den 26. Platz – ein Resultat, mit dem er sehr gut leben konnte. „Damit bin ich zweitbester Deutscher geworden“, freute er sich.
Mit den Gedanken in den Pausen allein
Da sein Heimtrainer Matthias Block aus finanziellen Gründen nicht mitreisen konnte, musste Simon Polotzek ohne individuelle Betreuung auskommen: „In den einminütigen Pausen, die sonst zum Coaching genutzt werden, war ich dann mit meinen Gedanken ziemlich allein.“ Vor diesem Hintergrund sowie angesichts des Umstandes, dass er als einziger im deutschen Starterquartett kein Stützpunkt-Athlet ist, war er mit seinem Abschneiden umso zufriedener.
Im Mannschaftswettbewerb kam für die vier Vertreter des Deutschen Fechter-Bundes das Aus in der Runde der letzten 16. Gegen Großbritannien gab es eine knappe 41:45-Niederlage. „Da waren wir auf Augenhöhe“, berichtet Simon Polotzek, dem anschließend nur noch der finale Tag des Aufenthalts blieb, um ein bisschen Sightseeing zu betreiben. Unter anderem ging es zur berühmten Statue Cristo Redentor auf den Berg Corcovado.
Als nächster Programmpunkt steht Ende Mai die deutsche Senioren-Meisterschaft in Berlin auf dem Programm. Hier will der junge Moerser nach Möglichkeit unter den Top acht landen.


