Der Aufstieg in die Fußball-Oberliga ist eigentlich das große Ziel des SV Scherpenberg. Doch was sich das Team von Trainer Sven Schützek am Freitagabend in den finalen 25 Minuten bei den Sportfreunden Katernberg zurechtspielte, war eines möglichen Landesliga-Meisters nicht würdig. Fahrlässig vergeigten die Moerser Gäste das Führungstor per Kopfball von Ömer Akbel (55.) in nahezu allen Mannschaftsteilen und kassierten in der vierten Nachspielminute sogar noch eine 1:2 (0:0)-Niederlage. Coach Schützek stand auf dem Kunstrasen an der Meerbruchstraße im Essener Nordosten kurz vor einem Tobsuchtsanfall: „Ohne Not, ohne Druck und total dumm geben wir das Spiel aus der Hand.“ So bleiben der SV Budberg und mit Abstrichen der ESC Rellinghausen weiter dicht hinter Scherpenberg im Aufstiegsrennen.

SV Scherpenberg mit vier personellen Ausfälleb

Neben Torjäger Baha Arslanboga (Gelb-Sperre) waren vor dem Anpfiff noch drei weitere Ausfälle zu verzeichnen. Hope Ogansuyi (Lebensmittelvergiftung) sowie die Terzi-Brüder Kaan und Arda (beide privat verhindert) standen nicht im Aufgebot. Robin Fuhrmann ersetzte Arslanboga auf der „Zehn“, Nils Werner kam für Kaan Terzi im defensiven Mittelfeld zum Zug.

Fußball, TuS Xanten - SV Scherpenberg
Der einsatzfreudige Ömer Akbel (rechts) erzielte für den SV Scherpenberg das Führungstor, musste aber leicht verletzt in der 63. Minute vom Feld.© FUNKE Foto Services | Markus Joosten

In einer von Ballsicherheit geprägten ersten Halbzeit brauchte Scherpenberg lange, um sich eine mögliche Führung herauszuspielen. Ömer Akbel mit einem 18-Meter-Schuss (38.) und Robin Fuhrmann, der im Katernberger Strafraum an Keeper Jan Unger scheiterte (39.) waren dicht dran. Auf der Gegenseite hatte Torsteher Gian-Luca Reck eher wenig zu tun. Lediglich Maurice Tavio Y Huete kam einmal im Gäste-Strafraum zum Zug. Doch der 15-malige Torschütze verzog den Ball ins benachbarte Wäldchen.

Ömer Akbel köpft für den SV Scherpenberg das Führungstor

Im zweiten Durchgang nahm das Geschehen dann mächtig Fahrt auf. Vor allem nach dem Kopfballaufsetzer von Ömer Akbel im Anschluss an eine Ecke von Gabriel Derikx zum 1:0 (54.). Danach machte nämlich plötzlich Katernberg Druck. Gleich drei Essener Hundertprozenter verfehlten das Gäste-Gehäuse. Ob den Moersern die Luft ausging, die Übersicht plötzlich nicht mehr da war, bei dem einen oder anderen der Einsatzwille nicht wirklich stimmte? Spätestens mit dem Katernberger Ausgleich in der 80. Minute durch Marice Tavio Y Huete nach einem Fehler von Emirhan Karaca drängten sich die Fragen auf.

Rheinberg / Moers: Fußball-Landesliga SV Budberg – SV Scherpenberg
Hatte die Nase nach der völlig unnötigen Niederlage in Katernberg gestrichen voll: Trainer Sven Schützek vom SV Scherpenberg.© FUNKE Foto Services | Karl Banski

Dazu gesellte sich dann auch noch die Kardinalfrage, warum das Team nun großes Risiko ging und sich immer wieder haarsträubende Fehler im Mittelfeld sowie übel schwache Abschlüsse in Tornähe leistete. Bemerkenswert war dabei auch, dass alle Einwechselspieler überhaupt nicht ins umkämpfte Geschehen hineinfanden. Und so war es ein Ballverlust von Ersatz-Linksaußen Tevfik Kücükarslan im Vorwärtsgang, der die Katernberger in der 94. Minute noch einmal in eine prächtige Konterchance brachte. Die dann der eingewechselte Joel Wyputa mit dem von gezündeten Bengalos umjubelten 2:1 vollendete.

SV Scherpenberg: Trainer Sven Schützek ist hochgradig angefressen

„Ich verstehe nicht, wieso die Mannschaft ohne Anweisung von außen einfach die Defensive auflöst und hier am Ende Harakiri spielt. Jetzt haben wir das Aufstiegsrennen wieder komplett scharf gemacht. Aber vielleicht braucht der eine oder andere im Team auch den größtmöglichen Druck“, erklärte Coach Sven Schützek auf dem Weg in die Umkleide hörbar angefressen.

Große Chance für Widersacher SV Budberg am Sonntagmorgen bei der SG Schönebeck

Der SV Budberg jedenfalls hat als direkten Konkurrent der Scherpenberger am Sonntag (11 Uhr, Ardelhütte) bei der SG Schönebeck nun die große Chance, mit dem Widersacher wieder auf Augenhöhe zu kommen. Bekanntlich hat der SVB danach nur noch zwei Spiele, der SVS aber drei Punktmöglichkeiten.

SV Scherpenberg: Reck - Bu. Arslanboga, Williams, Saiti, Kapuscinski - Karaca, Werner - Derikx (83. Kücükarslan), Fuhrmann (59. Music), Kretschmer - Akbel (63. Redam).