Die vergangenen drei Auflagen des Kreispokalfinaltags waren stets ein Erfolg. Die teilnehmenden Teams und der Fußballkreis Moers freuten sich in Asberg, Neukirchen-Vluyn und beim GSV Moers jeweils über vierstellige Zuschauerzahlen. Es dürfte an diesem Donnerstag allerdings schwer werden, erneut die 1000er-Marke bei den Besuchern zu knacken. Und dies nicht nur wegen dem angekündigten Regenwetter. Zwar ist der 1. FC Lintfort am Vatertag ab 11.45 Uhr auf der Anlage an der Franzstraße der Gastgeber der vier Partien. Es fehlen allerdings mit den Landesligisten SV Budberg (als Titelverteidiger), SV Scherpenberg (als Vorjahresfinalist) und Lintfort sowie Bezirksligist FC Neukirchen-Vluyn sämtliche potenzielle Zugpferde. Das Duell um 17 Uhr zwischen Bezirksligist TuS Xanten und A-Kreisligist Büdericher SV ist zweifelsohne ein wahrhaftes Überraschungsfinale.

Endspielpremiere für den Fußball-A-Kreisligisten Büdericher SV

„Wir machen aus dem Tag trotzdem das Beste und sehen es auch ein wenig als Probelauf für unser großes Pfingstturnier-Wochenende. Da erwarten wir ja über hundert Mannschaften“, sagt Lintforts Fußball-Abteilungsleiter Norbert Lewing. Die schöne Pokalfinalbühne wollen zwei Teams nutzen, die sonst nicht gerade mit Rampenlicht gesegnet sind. Für A-Kreisligist Büdericher SV wird es eine Endspielpremiere sein.

Fußball Kreisliga A: Büdericher SV - SV Menzelen
Der Einsatz für Markus Dachwitz (rechts) beim Büdericher SV, hier im Duell mit David Utzka vom SV Menzelen, ist noch fraglich.© FUNKE Foto Services | Christian Creon

„Die Jungs haben sich das verdient, sind stolz drauf und auch heiß“, berichtet Trainer Frank Griesdorn. In der Kreisliga A ist nach zuletzt fünf Siegen in Serie der Klassenverbleib längst eingetütet. Das Pokalfinale wird nun der Saisonhöhepunkt für den defensivstarken BSV. Der kann sich einer guten Rückendeckung von außen Gewiss sein. „Wir treffen uns zum Mittagessen an unserer Platzanlage und fahren dann mit dem Bus nach Lintfort. Danach wird der Bus auch noch einige Fans zur Franzstraße bringen“, verrät Coach Griesdorn.

Büdericher SV freut sich auch schon auf den neuen Kunstrasenplatz

Der bangt aktuell noch um seinen linken Mittelfeldspieler Markus Dachwitz (neun Tore, neun Vorlagen), der zuletzt vor dem 3:2 beim GSV Moers II mit Knieproblemen zu kämpfen hatte. „Wir werden den Tag genießen und versuchen, mit Xanten auf Augenhöhe zu spielen“, sagt Frank Griesdorn. Apropos genießen: Im Spätsommer wird der alte Büdericher Ascheplatz Geschichte sein. Der BSV ist dann auch auf Kunstrasen unterwegs. Griesdorn: „Auch darauf freuen sich die Jungs schon.“

Muss beim TuS Xanten am Donnerstag passen: Norwin Meyer (links), hier im Pokal-Halbfinale gegen den Scherpenberger Innenverteidiger Jasin Saiti.
Muss beim TuS Xanten am Donnerstag passen: Norwin Meyer (links), hier im Pokal-Halbfinale gegen den Scherpenberger Innenverteidiger Jasin Saiti.© FUNKE Foto Services | Markus Joosten

Gut drauf ist auch Gegner TuS Xanten. Der Bezirksligist hat seit dem 5:4-Coup über Landesligist SV Scherpenberg im Pokalhalbfinale in fünf Punktspielen nicht verloren und die Karten im Abstiegskampf so deutlich verbessert. Dazu bringt der TuS seinen stimmungsvollen Stadionsprecher Anton Artz für einen Einsatz am Mikrofon mit. Trainer Mirco Dietrich muss auf den verletzten Norwin Meyer im defensiven Mittelfeld verzichten, geht aber zuversichtlich ins Match: „Seit meinem Amtsantritt im Januar hat die Mannschaft schon einiges umgesetzt. Nun haben wir auch noch die Möglichkeit, neben dem Klassenerhalt einen Titel zu holen.“

FC Neukirchen-Vluyn schafft den Aufstieg in die Frauenfußball-Landesliga

Die bislang eher gedämpften Pokalemotionen werden bei den Fußballfrauen des FC Neukirchen-Vluyn am Donnerstag ab 14.45 Uhr sicher hochkochen. Nach dem geschafften Aufstieg in die Landesliga am vergangenen Wochenende wartet auf das Team von Trainer Daniel Haak nun der zweite Saisonhöhepunkt. „Wir sind zwar gut drauf, aber trotzdem Außenseiter, weil uns auch einige Spielerinnen fehlen werden“, so Haak. Unter anderem der kreative Aktivposten Sina Nowitzki im offensiven Mittelfeld. Die Polizistin hat Schichtdienst.

Fußball-Niederrheinliga der Frauen, MSV Duisburg - SV Budberg
Hofft auf ein Erfolgserlebnis für seinen SV Budberg im Kreispokalfinale: Frauen-Trainer Daniel Peetz.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Der in der Bezirksliga in dieser Saison in 17 Spielen ungeschlagene FCNV wird auch auf seine gute Offensive bauen. Max Henrichs (zwölf Tore) sowie die Außenstürmerinnen Ela Erol (9) und Cindy Böhme (8) spielen in der Regel zusammen und sorgen meist auch für Torgefahr.

Die Alten Herren spielen zweimal

Beim Kreispokalfinaltag auf der Platzanlage des 1. FC Lintfort der Franzstraße werden die Alt-Herren-Fußballer eröffnen. Im Spiel um Platz drei ab 11.30 Uhr zwischen dem Rumelner TV und Viktoria Alpen geht es auch um das finale Ticket für den Niederrheinpokal. Die Finalisten haben ihrerseits die Startberechtigung schon in der Tasche. Das Oldie-Endspiel bestreiten um 13 Uhr der SSV Lüttingen und der FC Neukirchen-Vluyn.

Für die Fußballfrauen des SV Budberg gab es schon bessere Zeiten

Von Vorfreude oder gar Euphorie ist bei Gegner SV Budberg indes nicht allzu viel zu spüren. „Es gab schon bessere Zeiten“, sagt Trainer Daniel Peetz, der im Sommer in seine dritte Saison als SVB-Coach gehen wird. Das liegt zum einen am Abstiegskampf in der Niederrheinliga, zum anderen an Personalproblemen seit der Winterpause. „Wir haben den Engpass zuletzt mit einer Spielerin aus der Zweiten sowie einem U17-Trio aufgefangen“, so der 44-jährige Peetz, ein eingefleischter Fußball-Budberger.

Drei Spiele vor Saisonende steht sein Team auf einem Abstiegsplatz, hat aber mit dem CfR Links Düsseldorf, SV Walbeck und TSV Urdenbach noch drei Konkurrenten in unmittelbarer Reichweite. Vielleicht könnte ein Pokalsieg am Donnerstag dem Gemüt und der Motivation gut tun. „Neukirchen wird mit Selbstvertrauen und Überzeugung auflaufen. Wir stellen uns auf ein enges Match ein“, versichert Daniel Peetz.