Der Pfingstfeiertag am späten Montagabend gipfelte schlussendlich in eine stimmungsvolle Atmosphäre. Wahrscheinlich haben sich viele der rund 250 begeisterten Zuschauer in der Eyller Sporthalle zu Kamp-Lintfort während des Handball-Verbandsliga-Relegationsspiels mehrmals verwundert die Augen gerieben – und wohl gedacht: Spielt hier gerade wirklich „unsere“ Männermannschaft vom TuS Lintfort, die über eine lange Saison 2025/26 viel zu oft enttäuschte? Und nun zurecht „Zusatzschichten“ für den Klassenerhalt einlegen muss. Ja. Es stand genau das gleiche Team auf der „Platte“, nur diesmal mit einer erstklassigen Einstellung.

Kaum Zeit zum Durchatmen: TuS Lintfort tritt bereits Donnerstag um 20 Uhr bei Schwarz-Rot Aachen an

Es kämpfte eine geschlossene Lintforter Einheit, die sich nie aufgab und somit die Reserve des TSV Aufderhöhe mit einer tadellosen Energieleistung mit 28:25 (12:12) in die Knie zwang. Die Klosterstädter haben nun gute Aussichten, das Ticket für die Verbandsliga zumindest für ein weiteres Jahr zu buchen. Bereits am Donnerstagabend folgt Spiel zwei: Bei Schwarz-Rot Aachen ertönt um 20 Uhr der Anpfiff.

Handball-Verbandsliga: TV Kapellen - TuS Lintfort
Hatte viele gute Momente zwischen den Pfosten: TuS Lintforts Keeper Mika Schnerr.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Die Partie nahm am Pfingstmontagabend umgehend Fahrt auf. Die Spieler beider Mannschaften waren bis in die Haarspitzen motiviert. Aber eine gewisse Nervosität war ebenfalls präsent. Lintfort versuchte das Tempo hochzuhalten, ging dabei aber zu oft ins Risiko. Die Passqualität stimmte nicht, Bälle wurden leichtfertig verschenkt. Zudem brauchte es etwas Zeit, bis die Mannschaft eine akzeptable Genauigkeit in die Würfe bekam. Einsatz und Aggressivität bei der Deckungsarbeit hingegen stimmten. Dennoch setzte sich das schwungvolle Angriffsspiel der Gäste mehrfach durch. Aufderhöhe kreierte durch Tempo zahlreiche Torchancen. Doch einem TuS-Spieler gefielen die Durchbrüche des Gegners überhaupt nicht. Torwart Mika Schnerr brillierte auf der Linie oft mit tollen Paraden, war damit der Faktor in Halbzeit eins, weshalb Aufderhöhe eine 8:6-Führung in der 18. Minute nicht weiter ausbauen konnte. Lintfort wurde in seinem Auftritt wieder konsequenter und gestaltete das Spiel dann ausgeglichen.

Donnerstagabend in Aachen


Der TuS Lintfort bestreitet schon am Donnerstagabend sein zweites Spiel in der Abstiegsrelegation. „Wie schon für das Spiel gegen Aufderhöhe gilt: Wir kennen auch den Gegner aus Aachen nicht“, sagt Kapitän Sebastian Küpper: „Wir fahren dahin und wollen versuchen, unsere bestmögliche Leistung abzurufen.“ Der Aachener Trainer hingegen saß am Pfingstmontag in der Eyller Sporthalle auf der Tribüne und schrieb seinen Notizzettel pflichtbewusst voll. Der TuS Lintfort wird mit einem kompletten Aufgebot anreisen.

TuS-Torwart Mika Schnerr hält mit vielen Paraden seine Mannschaft im Rennen

Das Kräftemessen legte mit Anpfiff der zweiten Halbzeit nochmals an Intensität zu. Beide Seiten kitzelten weitere Prozentpunkte an Kampfkraft heraus. Die Gastgeber steigerten vor allem die Effizienz in der Offensive. Angeführt vom torhungrigen Jannik Nederkorn erspielte sich der TuS Lintfort nach dem 19:19-Zwischenstand (44.) klare Vorteile. Die Mannschaft befand sich fortan im „Tunnel“, wollte den Sieg unbedingt.

Tolles Spiel für den TuS Lintfort: Jonathan Keussen.
Tolles Spiel für den TuS Lintfort: Jonathan Keussen.© TuS Lintfort | TuS Lintfort

Ein Glücksfall war auch die Einwechslung von Jonathan Keussen. Der Lintforter Keeper hielt zunächst zwei Strafwürfe des Gegners und durfte dann weiter zwischen den Pfosten stehen. Es folgten etliche sehenswerte Paraden. Aufderhöhe verzweifelte letztendlich an der eigenen schwachen Trefferquote. „Ich bin stolz auf die Mannschaft“, lobte TuS-Kapitän Sebastian Küpper nach Spielende: „Heute hat eine Einheit auf dem Parkett gestanden – jeder hat für jeden gekämpft.“

Handball-Verbandsliga, Relegation: TuS Lintfort - TSV Auf der Höhe II
Neun Tore gehen auf sein Konto: Jannik Nederkorn (rechts) vom TuS Lintfort.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

TuS Lintfort: Mika Schnerr, Jonathan Keussen – Jan Michael Salobir 2, Jonas Klanten 4, Lars Lessmann 1, Yannik te Morsche 2, Sebastian Küpper, Jannik Nederkorn 9, Luis Hellwig, Lion Lasnig 3, Niklas König 5/4, Yannis Buschmann, Hannes Hellwig 2.