Jetzt wird es für die Landesliga-Fußballer des SV Scherpenberg richtig heiß. Zwei Spieltage vor Saisonende dürfte das Team von Trainer Sven Schützek mit einem Sieg am Samstag (16.30 Uhr, Jahnstadion) beim abgestürzten Herbstmeister VfB Bottrop dem großen Ziel das vermutlich entscheidende Stück näher kommen. Klappt es mit drei Punkten, würde Scherpenberg mit Widersacher SV Budberg gleichziehen und könnte den Oberliga-Aufstieg in einer Woche im Heimspiel gegen den abstiegsbedrohten PSV Wesel klarmachen. Die Moerser haben bei Punktgleichheit bekanntlich den entscheidenden direkten Vergleich mit Budberg (2:0 und 1:0) für sich entschieden.

Ex-RWO-Profi Raphael Steinmetz gibt beim VfB Bottrop seinen Ausstand

Trainer Sven Schützek strahlt vor dem durchaus schweren Gang auf den Naturrasen an der Hans-Böckler-Straße die nötige Portion Selbstvertrauen aus: „Die Mannschaft hat fokussiert und gut trainiert. Wir lassen uns von nichts beeinflussen.“ Auch nicht von Ex-RWO-Zweitliga-Profi Raphael Steinmetz. Der 31-Jährige will beim VfB Bottrop einen würdigen Ausstand geben: „Ich hatte hier zwei richtig tolle Jahre. Das ist mein letztes Heimspiel für den VfB. Und ich will hier zum Abschluss auf gar keinen Fall die Meisterschaft des Gegners feiern. Ich werde alles geben.“ Künftig kickt der technisch versierte und sehr schuss-starke Steinmetz für den Oberhausener Bezirksligisten SuS 21 als Spielertrainer.

Fußball Landesliga : DJK Blau-Weiß Mintard - VFB Bottrop
Kann mit einer starken Einzelaktion immer ein Fußballspiel beeinflussen: VfB Bottrops Torjäger Raphael Steinmetz (am Ball), hier gegen Blau-Weiß Mintard.© FUNKE Foto Services | Kerstin Bögeholz

„Natürlich wissen wir um seine Qualitäten“, sagt Scherpenbergs Coach Schützek über Steinmetz, der mit 24 Treffern hinter dem Budberger Moritz Paul (34) aktuell zweitbester Torschütze der Fußball-Landesliga ist: „Der VfB hat aber auch andere gute Spieler in seinen Reihen. Meine Jungs werden eine Topleistung abrufen und sich wegen der warmen Witterung sicher auch auf Schmerzen gerade in der Schlussphase des Spiels einstellen müssen.“ Die Gäste müssen am Samstag allerdings gleich drei Akteure ersetzen. Sechser Emirhan Karaca (eigene Hochzeit) und Linksaußen Gabriel Derikx (Urlaub) fehlen aus privaten Gründen.

Wir haben ein großes Ziel. Und darauf haben alle bei uns sportlich den Fokus gerichtet.

Sven Schützek, Trainer des Fußball-Oberliga-Aufstiegsaspiranten SV Scherpenberg

Beim SV Scherpenberg muss Tevfik Kücükarslan die Saison vorzeitig beenden

Für Außenstürmer Tevfik Kücükarslan, der bekanntlich im Sommer zum Bezirksliga-Aufsteiger FSV Duisburg wechselt, ist die Saison wegen eines Haarrisses im Sprunggelenk vorzeitig beendet. „Die Verletzung dürfte auch ein Grund dafür gewesen sein, warum ,Toffi‘ zuletzt nicht so stark wie gewohnt geformt hat“, sagt Sven Schützek. Wie schon beim 12:0 über Schlusslicht Rhenania Bottrop zuletzt wird Robin Fuhrmann auf der linken Seite zum Zug kommen. Die Sechser-Position bekleidet Winterzugang Nils Werner, der dies auch schon beim 1:0-Auswärtssieg beim aktuellen Tabellenführer SV Budberg als Karaca-Ersatz gut bewerkstelligt hatte.

Fußball-Landesliga: SV Scherpenberg - Rhenania Bottrop
Wird beim SV Scherpenberg Emirhan Karaca im defensiven Mittelfeld ersetzen: Winterzugang Nils Werner (rechts).© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Fraglich ist noch, ob Folarin Williams aufgrund einer Leistenblessur spielen kann. Erster Ersatz in der Innenverteidigung wäre Max Abel. Nach einem grippalen Infekt ist Mittelstürmer Ömer Akbel wieder fit und dürfte deshalb in vorderster Linie starten. Mit dem 3:1 über den FC Kray hatte sich der 27-Jährige die Position in der Startelf von Vedad Music erobert und in den bisherigen vier Punktspielen jeweils auch sein Tor erzielt. Klar, dass in Bottrop eine Fortsetzung wünschenswert wäre.

VfB Bottrop hat in der Rückrunde die zweitschlechteste Bilanz aller Landesligisten

Der VfB hat übrigens nach der Herbstmeisterschaft bei zwölf Siegen und vier Unentschieden in 16 Spielen einen nahezu beispiellosen Absturz hingelegt. In der Rückserie gelangen den Schwarz-Weißen in 14 Partien nur drei Siegen. Lediglich Schlusslicht Rhenania Bottrop liegt in der Rückrundenbilanz noch hinter dem VfB.

Für Scherpenberg natürlich alles kein Grund, die Aufgabe im Ruhrpott auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wir haben ein großes Ziel. Und darauf haben alle bei uns sportlich den Fokus gerichtet“, versichert Trainer Sven Schützek.