Einige Landesliga-Fußballer des SV Budberg hatten sich am Samstagnachmittag frohen Mutes in Richtung Jahnstadion aufgemacht. In der berechtigten Hoffnung, der Herbstmeister VfB Bottrop würde dem Aufstiegskonkurrenten SV Scherpenberg einen großen Fight liefern. Doch der Auftritt der Gastgeber entpuppte sich, gerade in der Defensive, schnell als ziemlich zahnlos. Die Gäste um Trainer Sven Schützek hatten die Partie schon zur Halbzeit entschieden, gewannen am Ende mit 7:0 (6:0) und brauchen im Schluss-Spiel gegen den PSV Wesel am nächsten Sonntag nur noch einen Heimsieg, um sicher in die Fußball-Oberliga aufzusteigen. Die nun punktgleichen Budberger müssen im Erfolgsfalle gegen Viktoria Goch auf einen Scherpenberger Ausrutscher hoffen. Der Showdown hängt also an der Schützek-Elf
SV Scherpenberg trennt sich vorzeitig von Gregor Grillemeier
Dabei war unter der Woche bei den Moersern im Abendtraining wahrlich nicht alles rund gelaufen. Folge: Am Samstag im Jahnstadion fehlte Gregor Grillemeier an der Seitenlinie. Offenbar hatte sich der Weg der Scherpenberger und des ehemaligen Fußballprofis des MSV Duisburg und von Rot-Weiss Essen, der zum Saisonende eh ausgeschieden wäre, kurzfristig getrennt. „Das große Ziel ist wichtig, nicht eine interne Personalgeschichte“, erklärte Coach Schützek dazu eher zugeknöpft. Der 67-jährige Grillemeier war seit Januar 2024 als Co-Trainer bei den Blau-Weißen beschäftigt, anfangs noch unter Chefcoach Ralf Gemmer (jetzt SV Schwafheim).

In Bottrop war das Thema freilich auf dem Rasen keines. Zumal Grillemeiers Enkel Luca, der vor einigen Tagen nach seinem Wechsel zum Ligakonkurrenten VfB Speldorf eine gewisse Unzufriedenheit öffentlich gemacht hatte – „Ich fühle mich in Scherpenberg nicht wertgeschätzt“ –, im 19 Kicker fassenden SVS-Aufgebot stand. Und die komplette zweite Halbzeit auch spielte. Allerdings ohne Erfolg.
Dass in der Bottroper Abwehr auch ein wenig Weihnachten war, konnte ja keiner ahnen.
Sven Schützek, Trainer des Fußball-Landesligisten SV Scherpenberg
Baha Arslanboga ist an allen sechs Toren vor der Pause beteiligt
Es dauerte nicht lange, da nahm das Match eine strikte Spielrichtung. Jene auf das Bottroper Tor. VfB-Spielmacher Raphael Steinmetz war in seinem letzten Heimauftritt im weiß-schwarzen Jersey schnell der Verzweiflung nahe. Seine Mitspieler schienen nicht allzu viel Interesse daran zu haben, die Scherpenberger mit Körpereinsatz irgendwie zu bremsen. Entfesselt spielte vor allem Baha Arslanboga auf. Sein 20. Saisontor nach einem krassen VfB-Fehler im Strafraum fiel schon in der siebten Minute. Gefolgt von einem an ihm verschuldeten Foulelfmeter, den Kaan Terzi sicher einlochte (9.). Das 3:0 durch Rechtsaußen Marcel Kretschmer legte Arslanboga im Strafraum auf (13.).

Die Treffer vier und fünf im Nachschuss nach einem Freistoß sowie nach einem Zuspiel von Bruder Bugra besorgte Baha Arslanboga dann wieder selbst (28./37.). Und auch das 6:0 durch Kretschmer im Nachschuss legte der Scherpenberger Zehner auf. Die Bottroper hatten bei 0:5-Rückstand übrigens auch eine Foulelfmeterchance. Doch Ex-RWO-Profi Raphael Steinmetz scheiterte am in die linke Ecke tauchenden Gian-Luca Reck.
Für den SV Scherpenberg trifft Kaan Terzi noch zum 7:0
Halbzeit zwei? War bei fast 30 Grad Celsius in der Sonne natürlich nur noch ein Schaulaufen. Auf beiden Seiten gab es gute Torchancen. Doch lediglich Kaan Terzi ließ die mitgereisten Gäste-Fans zehn Minuten vor dem Ende noch einmal jubeln. Der unverhofft hohe Auswärtssieg beschert Scherpenberg nun am kommenden Sonntag (15 Uhr, Asberger Straße) gegen den PSV Lackhausen aus Wesel einen Aufstiegs-Elfmeter. Gelänge den Moersern der Sieg, wäre die Stadt zum ersten Mal seit 1980 wieder in der Fußball-Oberliga vertreten.
SV Scherpenberg fokussiert sich auf das letzte Endspiel gegen PSV Wesel
Trainer Sven Schützek machte das seinen Mannen kurz nach dem Match im Siegerkreis mit einer kernigen Ansage auch deutlich. „Wir haben am Anfang direkt dreimal zugeschlagen. Dass in der Bottroper Abwehr auch ein wenig Weihnachten war, konnte ja keiner ahnen“, so Schützek: „Jetzt haben wir noch ein letztes Endspiel, auf das wir den vollen Fokus legen werden.“
SV Scherpenberg: Reck - Bu. Arslanboga (46. Wastian), Abel (63. A. Terzi), Saiti, Kapuscinski - Werner, K. Terzi - Fuhrmann (46. Grillemeier), Ba. Arslanboga, Kretschmer (69. Redam) - Akbel (74. Music).


