Simon Polotzek lässt die Seele baumeln. „Die letzten sieben, acht Monate habe ich nur ans Fechten gedacht“, sagt der 20-Jährige. Da braucht es jetzt einmal eine Pause – und die gönnt sich der Top-Athlet des FC Moers aktuell mit einem Kurzurlaub in Istanbul. Mit herausragenden Leistungen bei den zwei letzten Höhepunkten der nun zu Ende gehenden Saison hat er sich das auch wahrlich verdient.
So ganz ist noch nicht Schluss. Nach der Rückkehr aus der Türkei wird erst einmal noch einige Wochen trainiert, ehe das Florett dann für einen längeren Zeitraum mal aus der Hand gelegt wird. Wenn Simon Polotzek sein Sportgerät dann wieder benutzt, wird er das nicht mehr als U-20-Fechter tun. In dieser Altersklasse hatte er bislang gefochten – und dies bei den jüngst in Buchholz ausgetragenen Deutschen U-20-Meisterschaften auch sehr erfolgreich.

Nach den durchweg gewonnenen Vorrundenduellen mit Pius Moddemann, Paul Seemann, Emil Hilcken, Ramon Bertram, Noel Rilling und Philipp Strasheim ging es in der K.-o.-Runde mit Erfolgen gegen Georg Fenner und Junes El-Ebrashi weiter. In der Runde der letzten acht wartete dann Otto Beckmann aus Bonn. Gegen ihn war Polotzek vor zwei Jahren im gleichen Wettbewerb mit 13:15 gescheitert. Auch diesmal sah es zunächst nicht gut aus, der Moerser lag immer einige Punkte zurück, startete dann aber eine erfolgreiche Aufholjagd und setzte sich am Ende mit 15:13 durch. „Das war ein wirklich emotionaler Moment“, sagt Polotzek. In diesem Moment hatte er die Bronzemedaille sicher.
Es hätte sogar noch ein bisschen mehr werden können. Im Halbfinale hatte es Simon Polotzek mit Michael Bergert aus Bonn zu tun. Hier schlug das Pendel aber knapp zu seinen Ungunsten aus, als es schließlich 15:13 für seinen Gegner hieß. Trotzdem konnte das Talent vom Niederrhein mit seinem Abschneiden sehr zufrieden sein.
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Damit war für diese Saison aber noch nicht Schluss. Nur wenige Tage später ging es für Simon Polotzek nach Baden-Württemberg, genauer gesagt zum Senioren-Turnier um den Burg-Cup nach Esslingen. Vor diesem Qualifikationsturnier für die Teilnahme an World-Cup- oder Grand-Prix-Turnieren war der FCM-Fechter an Position 20 der deutschen Rangliste. „Da habe ich mich dann durchgeboxt und hatte einen guten Lauf“, schildert er seinen Start ins Turnier, bei dem er sich in der Vorrunde gegen Finn Nießner, Leander Heitmann, Simon Altenrieder, Benwick Kunert und Junes El-Abrashi durchsetzen konnte; lediglich gegen Paul Luca Faul gab es eine Niederlage.
Das war ein wirklich emotionaler Moment.
Simon Polotzek, Fechter des FC Moers
Nach K.-o.-Siegen gegen Nick-Malte Lenschow und Rosario Vella drohte in der Runde der letzten acht allerdings das Aus, denn hier hatte es der Moerser mit einem der deutschen Top-Fechter zu tun, Alexander Kahl von der TG Dörnigheim. Der deutsche Meister im Florett des Jahres 2024 war der klare Favorit, doch Polotzek gestaltete das Gefecht ausgeglichen und zog nach einem 12:12-Zwischenstand entscheidend auf 15:12 davon. Im Halbfinale kam dann gegen den Tauberbischofsheimer Felix Klein das Aus; anschließend sollte der dritte Platz noch ausgefochten werden, wobei Simon Polotzeks Gegner Paul Luca Faul beim Stand von 11:8 für den Moerser aus medizinischen Gründen aufgeben musste.
„Jetzt bin ich auf Platz zwölf gelistet“, freut sich Polotzek über den Aufstieg im Ranking der deutschen Top-Fechter. Wenn es nach der Sommerpause nun dauerhaft im Seniorenbereich weitergeht, wird er sich mit den bisher durchweg älteren Kontrahenten auf Augenhöhe wiedertreffen, in der Hoffnung, dann auch die Qualifikation für internationale Großereignisse zu schaffen.



