Endlich wieder Volleyball! Diese Feststellung war am Donnerstagabend in der Dreifachsporthalle an der Elpenbachstraße in Oberhausen nicht nur auf das erste Match des Moerser SC seit dem 3:2 bei VV Humann Essen am 21. März und den folgenden Abstieg in die 3. Liga West gemünzt. Für Lukas Lübke war es sogar der erste Auftritt seit mehr als einem Jahr. Der Außenangreifer hatte auch nach einer Schulterverletzung im Januar 2025 eine schöpferische Pause eingelegt, sich eher um sein berufliches Fortkommen als Klempner gekümmert, wird aber nun unter Trainer Chang Cheng Liu wieder sportlich Punkte für die Adler einsammeln.
Gutes Comeback für Lukas Lübke beim Moerser SC
Der Start war schon recht vielversprechend. Beim 4:1 (21:25, 25:21, 25:21, 25:16, 15:6) über den Regionalliga-Absteiger Turnerbund Osterfeld sorgte auch Lukas Lübke immer wieder für Schwung. Getreu dem stakkato-artig wiederholten Osterfelder Spielmotto „Feuer frei“. Der langjährige MSC-Spieler strahlte nach gut zwei Stunden Testmatch: „Ich bin sehr zufrieden, wenn ich bedenke, dass ich bisher nur wenige Trainingseinheiten bestritten habe.“

Die Spielpause in der vergangenen Saison war offenbar nötig - Lübke: „Ich habe die Auszeit gebraucht, um etwas runterzukommen und wieder Kraft zu tanken. Die Drittligasaison mit dem Aufstieg hat doch viel Aufwand und Zeit gekostet.“ Trainer Chang Cheng Liu kennt der Moerser schon lange. „Er hat mir schon mit 15 Jahren das Vertrauen geschenkt. Damals hatte sich der MSC in die Regionalliga zurückgezogen. Da war ich schon als Jugendlicher bei Trainingseinheiten unter Chang Cheng dabei“, erinnert sich Lukas Lübke.
Beim Moerser SC gibt es noch einige Baustellen für Trainer Chang Cheng Liu
Nach einem Jahrzehnt MSC-Pause ist der mittlerweile 62-jährige Volleyball-Experte beim Traditionsverein zurück. Mit stoischer Ruhe verfolgte der Olympia-Teilnehmer von 1984 die Partie in Osterfeld. „Das war ein guter Test, in dem ich ab dem zweiten Satz nur zufrieden sein kann. Der Gegner hat uns gut unter Druck gesetzt und sich ein Rückspiel in Moers verdient“, erklärte Coach Liu. Der hatte sich allerdings auch eine Menge notiert: „Alles Baustellen, die wir zu bearbeiten haben. Aber die Spieler haben alle schon angedeutet, was sie können.“

Im ersten Durchgang wirkten die in Schwarz spielenden Gäste mit insgesamt vier Neuzugängen im neunköpfigen Aufgebot noch etwas rostig. Aufschlagfehler, leichte Mängel in der Annahme und auch das unrunde Zusammenspiel mündeten in ein 21:25.
„Die Spieler können alle was, es dauert nur noch ein bisschen“, erklärte Teammanager Marco Destefani. Und verwies darauf, dass die Adler drei Wochen lang nur Beachvolleyball beim TV Asberg spielen konnten, weil die Enni-Halle in Rheinkamp wegen Ferien zugesperrt war. Das ändert sich in der nächsten Woche. „Immerhin haben wir dann drei Einheiten“, so Trainer Chang Cheng Liu, „besser wären für eine gute Vorbereitung aber vier oder fünf Einheiten.“ Immerhin: Bis zum Saisonstart am 19. September ist noch etwas Zeit.
Die Spieler können alle was, es dauert nur noch ein bisschen.
Marco Destefani, Teammanager des Volleyball-Drittligisten Moerser SC
So oder so wird der Coach das Potenzial seiner drei neuen Italiener wecken, da gibt es eher wenig Zweifel. Zuspieler Luca Scrollavezza wechselte sich mit Niko Haug in den einzelnen Sätzen ab. Der Serie-B-Spieler zeigte gute Bewegungen, verstellte aber auch Bälle. Einen sehr wuchtigen Eindruck hinterließ Diagonalspieler Davide D‘Amato. Der 2,04 Meter große Jura-Student, ebenfalls mit Spielerfahrung in der italienischen Serie B, vollstreckte nicht nur am Netz, sondern zeigte auch einige gute Aufschläge.
Moerser SC: Auch Co-Trainer Quentin Kugel spielt im Test mit
Gleiches gilt für Umberto Sorrenti, der wie Zuspieler Scrollavezza zuletzt für Serie-B-Team Maia Callavolo Cascia unterwegs war. Der Außenangreifer mit der Nummer 23 verwertete zahlreiche Bälle. Mit aufgeboten als Ersatzspieler war übrigens auch MSC-Co-Trainer Quentin Kugel, der ab dem dritten Satz phasenweise den Kollegen etwas Luft verschaffte.
MSC-Start-Sechs: Lübke, Haug, Sorrenti, Bartsch, Broshog, D‘Amato; Libero: Illmer - eingewechselt: Scrollavezza, Kugel.


