Der Druck im Kessel steigt an. Was nach drei Niederlagen in drei Spiele wenig wundert. Klar: Das Auftaktprogramm der Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort war auch knackig und eher unlösbar. Die Konkurrenz erwies sich schlichtweg als übermächtig. Aber damit ist nun Schluss. Die Schützlinge von Trainerin Bettina Grenz-Klein müssen sich nun schnellstmöglich von der Rolle des „Underdogs“ befreien – und somit fortan eigene Ansprüche mutig und selbstbewusst durchboxen. Denn es steht ein absolut richtungweisendes Kellerduell auf dem Spielplan. Der TuS Lintfort empfängt am Sonntag um 16 Uhr in der Eyller Sporthalle den SV Werder Bremen. Die Grün-Weißen haben ebenfalls nach drei Begegnungen noch nichts Zählbares ergattert.

Beim TuS Lintfort: Aufeinandertreffen zweier punktloser Kellerkinder

Dass die Gäste von der Weser sich derzeit im Tabellensumpf befinden, ist schon überraschend. Der Hauptgrund ist wohl das Fehlen der Ruwe-Schwestern Leni und Emma sowie weiterer Leistungsträgerinnen. Von daher stellt sich die spannende Frage: Reist der SV Werder am Sonntag erneut ersatzgeschwächt an oder stehen die Top-Spielerinnen erstmals im Aufgebot? Bisher alles reine Spekulation. TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein hingegen bleibt ruhig und gelassen: „Wir müssen und werden uns auf alle Eventualitäten vorbereiten. So oder so: Werder Bremen verfügt nach wie vor über genügend Qualitäten, hat unter anderem eine gute Effizienz von den Außenpositionen.“

2. Handball-Bundesliga der Frauen, TuS Lintfort - TG Nürtingen
Geht immer dahin, wo es weh tut. TuS Lintforts Haupttorschützin Svenja Rottwinkel (links) scheut bekanntlich keinen Zweikampf.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Der TuS Lintfort sollte in erster Linie auf sich schauen seine Hausaufgaben erledigen. Das heißt: Die eigene Leistung muss stimmen. Es bedarf Konstanz über einen langen Zeitraum, so dass Schwächephasen in den Hintergrund gedrängt werden. Die offensiv ausgerichtete Defensive muss das Heft des Handels in die Hand nehmen, den Gegner mit einer erhöhten Laufbereitschaft regelmäßig stressen. Und für Bettina Grenz-Klein ist ganz wichtig: „Wir benötigen unbedingt Aggressivität und eine schlaue Zweikampfgestaltung gegen die wendigen Bremer Spielerinnen. Wir werden mit Sicherheit das eine oder andere Eins-gegen-Eins-Duell verlieren. Aber wir dürfen uns nie komplett hinten reindrängen lassen.“

Bettina Grenz-Klein: „Wir benötigen unbedingt Aggressivität und eine schlaue Zweikampfgestaltung“

Der TuS Lintfort muss in der Offensive wieder den Spagat zwischen Individualität, entschlossenen Durchbrüchen sowie einem ruhigen Spielaufbau hinbekommen. Das wird bekanntermaßen schwer. Bettina Grenz-Klein nüchtern dazu: „Meine Spielerinnen kennen ihre Aufgaben.“ Svenja Rottwinkel ist als Taktgeberin gefordert. Eva Manthei sorgte zuletzt beim Bergischen HC für wichtige Entlastung aus dem Rückraum. Insa Weisz oder Tine Hinz sollten im rechten Rückraum liefern. Der TuS Lintfort hofft natürlich auf das Comeback von Luisa Bauder. Der Neuzugang ist zwar wieder ins Training eingestiegen, doch die Gelenkschmerzen in der Schulter des rechten Wurfarmes sind nach wie vor groß. Über einen möglichen Einsatz wird kurzfristig entschieden.

Kamp-Lintfort: Mannschaftsvorstellung TuS Lintfort Handball
Spielt sie oder nicht: Luisa Bauder laboriert derzeit an einer Schulterverletzung.© FUNKE Foto Services | Karl Banski

Definitiv ausfallen werden somit die langzeitverletzten Spielerinnen Femke Kleijkers, Anita Polackova und Katarina Longo. Letztere ist nach ihrer Kreuzbandoperation wieder voll ins Training eingestiegen. Ein Einsatz käme allerdings noch zu früh. „Wir sollten versuchen, die Chance gegen Werder Bremen zu nutzen“, beschließt Bettina Grenz-Klein: „Es wird schwer und und unglaublich hart. Aber warum nicht? Doch dazu müssen meine Spielerinnen zu Hause performen.“