Was 2011 beim TuS Union in Mülheim begann, wird für Assan Ouédraogo jetzt plötzlich zum WM-Traum. Der gebürtige Mülheimer rückt für den verletzten Lennart Karl in den deutschen Kader zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 nach.
Am 17. November 2025 beim WM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen die Slowakei in Leipzig begann Ouédraogos Karriere in der Nationalmannschaft.
In der 77. Minute schickte Bundestrainer Julian Nagelsmann Assan Ouédraogo für Florian Wirtz auf das Feld, keine zwei Minuten später traf der gebürtige Mülheimer zum 6:0-Endstand. Erster Einsatz für Deutschlands A-Nationalmannschaft, direkt das erste Tor.
Nach über 40 Jahren: Mülheim hat wieder einen deutschen Fußballnationalspieler
Damit hat der erst 19-Jährige nicht nur für seine Fußballerkarriere einen weiteren Meilenstein erreicht, auch seine Heimatstadt Mülheim darf einen weiteren deutschen Fußballnationalspieler in ihre Statistik aufnehmen.

Man könnte auch sagen: endlich mal wieder. Denn der letzte in Mülheim an der Ruhr geborene A-Nationalspieler war in den 80ern Hans-Günter Bruns, falls der Name noch ein Begriff ist. Der langjährige Profi von Borussia Mönchengladbach lief 1984 viermal für Deutschland auf, fuhr im gleichen Jahr zur EM nach Frankreich mit. Dort kam er jedoch zu keinem Einsatz.
Assan Ouédraogo: Von Mülheim in die Jugend und zum Profi auf Schalke
Vor Assan Ouédraogo liegt wahrscheinlich eine größere Nationalmannschaftskarriere. Nachdem der Mülheimer in der Jugend drei Jahre beim TuS Union 09 in seiner Geburtsstadt gespielt hatte, ging es für ihn die Nachwuchsabteilung von Schalke 04. Neun Jahre lang durchlief er die „Knappenschmiede“ und wurde 2023/24 mit gerade einmal 17 zum Profi.
In seiner ersten Saison erzielte der offensive Mittelfeldakteur drei Treffer für Königsblau in der 2. Bundesliga und fiel als technisches Ausnahmetalent vielen Klubs auf. Für zehn Millionen Euro wechselte er im Sommer 2024 zu RB Leipzig in die 1. Bundesliga, wo er nach einer längeren Verletzung in der abgelaufenen Saison Stammspieler wurde.
Jetzt folgte die Nachnominierung des U17-Weltmeisters von 2023 für die WM 2026. Beim starken 6:0 in der Qualifikation gegen die Slowakei trug er mit seinem rund viertelstündigen Einsatz und dem Treffer dazu bei, dass sich Deutschland direkt für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko qualifiziert hat.
TuS Union Mülheim fieberte mit Ouédraogo mit
Zuhause in Mülheim zeigte sich im November nach seinem Debüt auch sein Kindheitsverein TuS Union 09 stolz. Die Unioner sendeten auf ihrer Homepage nach der Nominierung von Ouédraogo Grüße an ihren ehemaligen Jugendspieler: „[…] viele Unionerinnen und Unioner werden sicher gespannt vor dem Fernseher mitfiebern, wenn Assan die Chance auf sein erstes A-Länderspiel erhält. […] Die gesamte Union-Familie drückt ihm die Daumen für sein mögliches Debüt – und vielleicht gelingt ihm ja sogar ein besonderer Moment im Nationaltrikot.“
Da wussten die Unioner noch nicht, dass sie mit ihrem Wunsch Recht behalten werden.


