Die Gäste zogen kräftig am Garn, die Heimserie des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg schien zwischenzeitlich zu reißen. Am Ende hielt die Serie, die Zebras sind in der Schauinslandreisen-Arena weiterhin unbesiegt. Vor 18.593 Zuschauerinnen und Zuschauern besiegte der MSV den 1. FC Saarbrücken mit 4:2 (1:1). Conor Noß drehte dabei mit zwei Treffern die Partie.
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Der MSV spielte mit Trauerflor. Vor dem Spiel gab es die Gedenkminute für den ehemaligen Zebra-Torhüter, der am Mittwoch im Alter von 54 Jahren verstorben war.

MSV-Trainer Dietmar Hirsch nahm gegenüber dem 0:0 am Mittwoch beim FC Ingolstadt 04 fünf Änderungen in der Startaufstellung vor. Die Flügelspieler Patrick Sussek und Simon Symalla saßen auf der Bank. Auch Winterneuzugang Aljaz Casar musste sich zunächst mit der Reservistenrolle begnügen. Auch Innenverteidiger Ben Schlicke und Stürmer Florian Krüger saßen beim Anpfiff auf der Bank. In die Mannschaft kamen dafür Steffen Meuer, Leon Müller, Dominik Kother, Conor Noß und Tyger Lobinger. Damit hat Hirsch während der englischen Woche kräftig rotiert.
Der MSV kehrte zu seiner Viererabwehrkette zurück. Müller und Meuer bildeten die Doppelsechs, Noß und Kother besetzten die offensiven Außenpositionen. Nach einem verhaltenen Beginn verbuchte Tyger Lobinger die erste Chance im Spiel. Der Duisburger Stürmer kam in der zwölften Minute aus halblinker Position zum Abschluss und verfehlte das Tor nur knapp. Eine ähnliche Situation verbuchte eine Minute später auf der Gegenseite Florian Pick.

In der 23. Minute zündete Lobinger aber. Steffen Meuer bediente den Stürmer mit einem langen Zucker-Zuspiel aus dem Mittelfeld, der Ex-Kölner setzte sich im Zentrum durch und traf per Direktannahme technisch stark zum 1:0 für die Zebras. Steffen Meuer stand zum ersten Mal seit dem 6. Dezember (damals in Cottbus) in der Duisburger Startelf. Der 26-Jährige bedankte sich beim Trainer auf beeindruckende Weise. In der 32. Minute hatte der MSV hingegen Glück. Maurice Multhaup hatte auf der rechten Seite freie Bahn und traf aus 17 Metern den Pfosten. Keeper Maximilian Braune wäre ohne Chance gewesen.
In der 42. Minute gab es für den MSV die kalte Dusche mit dem Ausgleichstreffer der besonderen Art: Es war ein Eigentor von Tobias Fleckstein. Florian Pick zog den Ball von der linken Seite ins Zentrum, und der Duisburger Innenverteidiger lenkte den Ball unbedrängt mit dem Kopf über Max Braune hinweg zum 1:1 ins eigene Tor. Fleckstein hatte bis dahin stark verteidigt. Das spielte in diesem Moment aber keine Rolle mehr. Braune hätte den Ball ohne Flecksteins Aktion mit der Mütze einfangen können.

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Vier Minuten nach dem Wiederanpfiff schoss erneut kaltes Wasser aus dem Duisburger Duschkopf. Am Ende einer Kombination mit dem starken Florian Pick traf Maurice Multhaup auf Zuspiel von Dominic Baumann zum 1:2. Max Braune bewahrte sein Team eine Minute später vor Schlimmerem. Einen Baumann-Schuss parierte er zur Ecke.
In der 56. Minute reagierte Dietmar Hirsch mit einem Dreierwechsel. Patrick Sussek, Simon Symalla und Aljaz Casar kamen für Dominik Kother, Leon Müller und Christian Viet. Die Einwechselspieler hatten nur bedingt Einfluss darauf, dass es nur zwei Minuten später 2:2 stand. Aber vielleicht brachten sie durch ihre Anwesenheit einfach frischen Mut und Spirit ins Spiel. Conor Noß, der nun im zentralen offensiven Mittelfeld unterwegs war, nahm Can Coskuns Zuspiel im Strafraum auf und traf zum 2:2. Der Ire legte in der 64. Minute nach. Die Zebras retteten auf der rechten Seite einen vermeintlich verlorenen Ball, und Noß zauberte den Ball aus halbrechter Position gefühlvoll zum 3:2 ins Netz. Der 25-Jährige schraubte seine persönliche Torbilanz auf neun Treffer hoch.
In der 77. Minute schwamm die Saarbrücker Abwehr, der MSV verpasste gleich mehrfach das 4:2. Nach einem Lobinger-Schuss war auch eine Hand der Saarländer im Spiel. In „gewohnter Tradition“ gab es keinen Elfmeter für den MSV. Am Ende setzte Patrick Sussek die Kugel über das Tor der Gäste.
In der 84. Minute setzten die Meidericher den Deckel auf den Topf. Simon Symalla, der nach seiner langen Verletzungspause zuletzt noch nicht zur alten Form zurückgefunden hatte, meldete sich nun eindrucksvoll zurück. Mit einem satten Schuss traf er zum 4:2.
MSV Duisburg – 1. FC Saarbrücken 4:2 (1:1)
MSV Duisburg: Braune – Bitter, Fleckstein, Hahn, Coskun (74. Göckan) – Müller (56. Casar), Meuer (74. Jessen), – Noß, Viet (56. Symalla), Kother (57. Sussek) – Lobinger.
1. FC Saarbrücken: Menzel – Rizzutu, Bormuth, Wilhelm, Bretschneider – Civeja (85. Rabihic), Sontheimer (67. Krahn) – Multhaup (76. Naifi), Caliskaner (67. Elongo-Yombo), Pick – Baumann (85. Wollschläger).
Tore: 1:0 Lobinger (23.), 1:1 Fleckstein (42., Eigentor), 1:2 Multhaup (49.), 2:2, 3:2 Noß (58, 64), 4:2 Symalla (84.).
Gelbe Karten: Coskun – Civeja.
Schiedsrichter: Kabalsakli (Gelsenkirchen).
Zuschauer: 18.593.
So geht‘s weiter: FC Hansa Rostock – MSV Duisburg (Samstag, 14. März, 14 Uhr, Ostseestadion).
Vor dem Spiel gab der MSV Duisburg die Vertragsverlängerung mit Hauptsponsor König Pilsener bekannt. Der Bierbrauer aus Beeck bleibt bei den Zebras zwei weitere Jahre an Bord.
Weiter geht‘s für den MSV Duisburg am Samstag, 14. März, mit dem Auswärtsspiel beim FC Hansa Rostock. Anstoß im Ostseestadion ist um 14 Uhr.




