Kein Drama, viel Sonne, glückliche Zebras und freundliche Gäste vom Niederrhein: Das Finale um den FVN-Pokal in der Schauinslandreisen-Arena linderte ein wenig den Schmerz der Drittliga-Fußballer des MSV Duisburg und ihrer Anhänger nach dem verpassten Zweitliga-Aufstieg. Die Meidericher gewannen zum vierten Mal nach 1989, 2014 und 2017 den Niederrheinpokal. Der MSV gewann das Endspiel gegen den Oberligisten SC St. Tönis vor 18.972 Zuschauerinnen und Zuschauern mit 4:1 (2:0). Funfact: Die Truppe von Trainer Dietmar Hirsch erhielt sogar einen Elfmeter.
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MSV-Trainer Dietmar Hirsch verzichtete beim Pokalfinale auf zwei Schwergewichte. Stürmer Tyger Lobinger und Rechtsverteidiger Joshua Bitter gehörten nicht dem Kader an. Sie waren offenbar nicht 100-prozentig fit. Der verletzungsbedingte Ausfall von Kapitän Alexander Hahn war schon im Vorfeld der Partie bekannt gewesen.

Hätte es eine Woche zuvor gegen Viktoria Köln nur schon so schnell geklappt! Der MSV ging in schon in der vierten Minute in Führung. Simon Symalla setzte sich flott auf dem rechten Flügel durch, flankte ins Zentrum, und Patrick Sussek traf aus kurzer Distanz zum 1:0. Sussek und Symalla – da wurden Erinnerungen an ihre starken Phasen in der Regionalliga und in der Hinserie der aktuellen Drittliga-Saison wach. Sie spielten auch später wie in besten Zeiten.
MSV Duisburg: Niklas Jessen verletzt sich früh
Die Hoffnung der Gäste, möglichst lange die Null zu halten, war damit geplatzt. Für Niklas Jessen war die Partie schon in der 19. Minute beendet. Der Außenverteidiger des MSV, der die Zebras im Halbfinale in Bocholt mit einem Doppelpack in der Verlängerung erlöst hatte, hatte sich schon kurz nach dem Anpfiff eine Schulterblessur zugezogen. Jessen versuchte, weiterzuspielen, warf dann aber doch das Handtuch. Mert Göckan kam für ihn in die Partie.
In der 26. Minute hatte der SC St. Tönis seinen ersten großen Moment in der Partie – und das in Person von Morten Heffungs. Der Stürmer ließ mehrere Duisburger Spieler aussteigen und setzte den Ball aus 17 Metern über den Kasten von MSV-Keeper Max Braune. Die Tönisvorster, die phasenweise in der Defensive eine Reihe mit sechs Spielern bildeten, fassten durchaus Mut und versuchten, Offensivaktionen zu kreieren.
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In der 33. Minute brandete in der Arena besonderer Applaus auf. Patrick Sussek kam im Strafraum nach einem Foul zu Fall. Und Schiedsrichter Jan Peter Weßels aus Moers hat es tatsächlich getan: Er zeigte auf den Punkt und gewährte dem MSV einen Elfmeter. Als einziger deutscher Profiklub hatte der MSV im Ligenbetrieb keinen Elfmeter erhalten, obwohl es genügend Gelegenheiten gegeben hatte. Nun kam es zum ersten Strafstoß in der Duisburger Arena in diesem Jahr. Stadionsprecher Stefan Leiwen nutzte das Wort „Sensation“. Aljaz Casar nutzte den besonderen Moment und traf vom Punkt zum 2:0 für die Zebras (34.).
In der Nachspielzeit der ersten Hälfte lief Julian Suaterna Conor Noß davon und setzte den Ball an das Duisburger Außennetz (neben den linken Pfosten).

Auch im zweiten Durchgang hatten es die Zebras eilig. Nach einer Flanke von Florian Krüger erzielte Patrick Sussek in der 47. Minute das 3:0 für den MSV. Vier Minuten später trat Patrick Sussek als Assist in Aktion. Simon Symalla verwertete das Zuspiel zum 4:0. Dietmar Hirsch nahm in der 53. Minute einen Dreifachwechsel vor. Jakob Bookjans, Steffen Meuer und Thilo Töpken kamen für Rasim Bulic, Florian Krüger und Can Coskun. Die Fans feierten Rasim Bulic mit Sprechchören. Es könnte sein, dass der Abräumer sein letztes Spiel für den MSV bestritten hat.

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In der 69. Minute gab Leon Müller, der den MSV verlässt, seine Abschiedsvorstellung im Zebra-Dress. Er kam für Aljaz Casar. Die tapferen Gäste verpassten in der 76. Minute ihren Anschlusstreffer. Erst scheiterte Tyler Nkamanyi an Max Braune, danach köpfte der Kameruner den Ball über das Tor. In der 88. Minute durften die Amateure dann aber doch noch jubeln. Der Treffer war etwas kurios, aber durchaus verdient. Der Mann mit dem wunderschönen Namen Luis Angel Montenegro Romero nutzte einen Patzer der Duisburger Abwehr zum 1:4.
MSV Duisburg – SC St. Tönis 4:1 (2:0)
MSV Duisburg: Braune – Jessen (19. Göckan), Fleckstein, Schlicke, Coskun (53. Töpken) – Casar (69. Müller), Bulic (53. Bookjans) – Symalla, Noß, Sussek – Krüger (53. Meuer).
SC St. Tönis: Schrick – Pohlig (56. Knops), Withofs (56. Okihara), Nikolaou, Esposito (62. Montenegro Romero), Nkamanyi (83. Ogbeide) – Dohmen –Torrens, Lufarenko (46. Nakano), Suaterna – Heffungs.
Tore: 1:0 Sussek (4.), 2:0 Casar (34., Foulelfmeter), 3:0 Sussek (47.), 4:0 Symalla (51.), 4:1 Montenegro Romero (88.).
Schiedsrichter: Weßels (Moers).
Zuschauer: 18.972.
So geht‘s weiter; erste Testspiele: Viktoria Buchholz – MSV Duisburg (Donnerstag, 2. Juli, 18.30 Uhr, Sternstraße); SC Preußen Duisburg – MSV Duisburg (Freitag, 3. Juli, 18 Uhr, Futterstraße).
Caterer Feinkost Kersten, dessen Tätigkeit beim MSV nach langjähriger Zusammenarbeit mit dem Abschluss der Saison nun endet, machte den Fans ein Abschiedsgeschenk. Während der Partie senkte der Caterer den Wasserpreis aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen um 50 Prozent.





