In der Schlussphase war allen Spielern von Rot-Weiss Essen anzumerken, dass sie gegen den SC Verl wirklich alles reingeworfen hatten. Die Beine waren schwer, jeder Schritt tat weh und immer wieder lag irgendein Essener von Krämpfen geplagt am Boden. Doch alles Leid machte sich am Ende bezahlt, als Schiedsrichter Max Burda die Partie des 37. Spieltags nach insgesamt rund 100 Minuten beendete und RWE so, nach zuletzt drei Niederlagen in Serie, einen wichtigen 1:0-Erfolg eingefahren hatte.

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„Heute war es, glaube ich, ein Sieg dieses Stadions“, befand Uwe Koschinat nach Abpfiff erleichtert und bedachte damit die 19.517 Fans, die sein Team letztlich über die Zeit getragen hatten. „Wir mussten in der zweiten Halbzeit schon ganz schön viel aushalten, weil wir unsere Konter nicht so ausgespielt haben, dass frühzeitig der Deckel drauf war. Aber am Ende sind wir einfach sehr sehr happy, dass wir jetzt nach dem Negativtrend wieder die Kurve gekriegt haben. Ich glaube das tut uns in der jetzigen Situation einfach sehr gut.“

Durch den Sieg bewahrt sich RWE weiter die Chance auf den Aufstieg in die Zweite Liga, steht man einen Spieltag vor Schluss doch punktgleich mit dem drittplatzierten MSV Duisburg (67) auf Platz vier. Dass man sich bei einer Niederlage von diesem Traum mehr oder weniger hätte verabschieden müssen, war auch dem 54-Jährigen klar: „Es war schon ein enormer nervlicher Druck auf dem Spiel. Deswegen hat die Mannschaft auch wirklich alles investiert, um diesen spielstarken Gegner in Schacht zu halten. Es war ein Fight bis zur letzten Sekunde.“

Rot-Weiss Essen - SC Verl
Pure Erleichterung: Jannik Hofmann schreit nach dem Sieg gegen den SC Verl alles heraus. © FUNKE Foto Services | Thorsten Tillmann

Das goldene Tor des Tages hatte Gianluca Swajkowski (50. Minute) erzielt, der nach sechs Spielen ohne Einsatz überraschend in die Startelf gerutscht war. „Er ist auf jeden Fall ein Spieler, der seine Nerven im Griff hat, der nie die Übersicht verliert und aus meiner Sicht strategisch ein richtig gutes Spiel gemacht hat“, lobte Koschinat den 21-jährigen Sechser. „Mit dem Tor hat er seine Leistung noch gekrönt.“

„Ein unbeschreibliches Gefühl“: Swajkowski über seinen Siegtreffer

Swajkowski hatte sich im Verler Aufbauspiel wachsam gezeigt, war dazwischen gespritzt und hatte den Ball dann aus 16 Metern ins Netz gejagt. „Die ganze Liga weiß, dass Verl eine Mannschaft ist, die gerne hintenraus spielt. Ich erkenne die Situation, hab mir schon gedacht: Der will vielleicht ins Zentrum spielen und dann spekulier ich auf den Ball, komme zum Glück vor ihn und mach ihn dann weg“, beschrieb Swajkowski die entscheidende Situation nachher bei MagentaSport. „Ich hätte mich, glaube ich, sehr geärgert, wenn der nicht reingegangen wär.“

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Der Ball ging aber rein und der anschließende Jubel kannte gefühlt keine Grenzen. „Das war ein unbeschreibliches Gefühl. Es war erst mein zweites Tor vor der heimischen Kulisse, beziehungsweise generell. Das macht schon sehr Bock.“ Dass er ab der 17. Minute gelbvorbelastet gewesen war, sei für den weiteren Spielverlauf „nicht so leicht“ gewesen. „Aber ich habe mir vorgenommen und wurde in der Halbzeit auch darauf hingewiesen, ab dann vorsichtiger zu sein – und das hat zum Glück geklappt. Weil, wenn du hier ein Mann weniger bist, dann kannst du das Ding gleich auf deine Kappe nehmen.“