Demenz

Selbsthilfegruppe für Angehörige von Demenzkranken in Hünxe

Die Initiatorinnen der Selbsthilfegruppe „Aufleben – im Gespräch bleiben“ im Hewag-Seniorenstift Hünxe.

Die Initiatorinnen der Selbsthilfegruppe „Aufleben – im Gespräch bleiben“ im Hewag-Seniorenstift Hünxe.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Hünxe.  In Hünxe gibt es eine neue Selbsthilfegruppe für Angehörige von Demenzpatienten. Das erste Treffen ist am 17. Oktober im Hewag-Seniorenstift.

Es sind Zahlen, die schon ein wenig aufhorchen lassen. Kirsten Bovenkerk von der gerontopsychiatrischen Beratungsstelle des St. Vinzenz Hospitals in Dinslaken präsentierte im Hewag-Seniorenstift in Hünxe die Statistiken zum Thema Demenz. Bei den gut 14.000 Einwohnern in der Gemeinde Hünxe, von denen gut ein Viertel jenseits der 60 Jahre alt sind, ist statistisch gesehen mit etwa 300 Betroffenen zu rechnen – Menschen, die unter Demenz in verschiedenen Stadien leiden. „Der Hauptrisikofaktor ist das Alter“, erklärte Kirsten Bovenkerk, was in einer Gesellschaft, in der Menschen immer älter werden, natürlich auch bedeutet, dass es immer mehr Demenzpatienten gibt.

Doch nicht nur die Betroffenen selbst haben mit der Krankheit zu kämpfen. Auch ihre Angehörigen finden sich oft in schwierigen Situationen wieder. Es müssen viele Aufgaben erledigt werden, man muss Pläne schmieden und Entscheidungen treffen und zusätzlich sieht man sich oft Ausgrenzung und sozialer Isolation gegenüber, weil andere möglichst wenig mit der Krankheit zu tun haben wollen oder sich die Betroffenen seltsam verhalten. „Es ist wichtig, die Nachbarn und Freunde mit einzubeziehen“, sagte Kirsten Bovenkerk.

Seniorenstift erlebt häufig eine „große Hilflosigkeit“

„Wir erleben oft eine große Hilflosigkeit“, berichtete Petra Schnüll, Einrichtungsleitung des Hewag-Seniorenstifts. Dort hat man öfter mit Demenzerkrankten und ihren Familienmitgliedern zu tun. Die Angehörigen stünden oft vor einem Dilemma, weil sie ihre Lieben natürlich gerne zu Hause pflegen würden, das aber in vielen Fällen einfach nicht möglich ist. „Wir wollen da eine Möglichkeit bieten, gemeinsam einen Weg zu einer entspannteren Situation zu finden“, sagte Petra Schnüll. Genau da soll die Selbsthilfegruppe „Aufleben – im Gespräch bleiben“ ansetzen. Hier sollen sich Menschen treffen, die ähnliche Erfahrungen machen und ähnliche Probleme haben, um sich gegenseitig zu unterstützen.

„Ein Austausch in einer Selbsthilfegruppe ist ein Gespräch mit Menschen, die mit den Herausforderungen vertraut sind“, erklärt Pia Breulmann vom Projekt SeDum (Selbsthilfe im Bereich Demenz unterstützend ermöglichen) des Landesverbands der Alzheimer-Gesellschaften Nordrhein-Westfalen. „Unser Anliegen ist, eine wohnortnahe Selbsthilfe aufzubauen“, erklärte sie. In diesem Sinne unterstützt das Projekt auch die Bemühungen, eine Selbsthilfegruppe vor Ort in Hünxe aufzubauen.

Die Selbsthilfegruppe wird sich am Donnerstag, 17. Oktober, von 17 bis 18.30 Uhr das erste Mal in den Räumlichkeiten des Hewag-Seniorenzentrums treffen. Danach soll es an jedem dritten Donnerstag im Monat Treffen geben.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben