Was ist Demenz?
Der Begriff „Demenz“ stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „ohne Geist“. Das trifft es auf den Punkt, denn als hauptsächliches Merkmal von Demenz wird eine Verschlechterung beziehungsweise der Verlust der kognitiven Fähigkeiten beschrieben. Zuerst ist dabei häufig nur das Kurzzeitgedächtnis betroffen – beim Einkaufen werden immer wieder Dinge vergessen, Details aus den Gesprächen vom Vortag sind plötzlich entfallen.
Mit fortschreitender Krankheit werden Nervenzellen im Gehirn nachhaltig zerstört. Betroffene verlernen nun auch Fertigkeiten, die sie im Laufe des Lebens erworben und über eine lange Zeit ausgeführt haben – scheinbare Banalitäten des Alltags, die vorher selbstverständlich schienen, selbst die Namen oder Gesichter der eigenen Familie. Für Angehörige ist es daher oftmals eine sehr große Belastung, den oft langwierigen Prozess dieses mentalen Verfalls zu beobachten.
Was nicht alle wissen: Auch Haustiere können an Demenz erkranken. So erkennen Sie die Anzeichen.
Welche Formen von Demenz gibt es?
Grundsätzlich wird zwischen zwei Formen der Demenz unterschieden:
- Die primäre Demenz macht dabei rund 90 Prozent aller Demenzerkrankungen aus. Sie beruht auf hirnorganischen Ursachen und ist unumkehrbar, das heißt, es gibt keine Aussicht auf Heilung.
- Die sekundäre Demenz dagegen hat andere Ursachen. So kann sie beispielsweise eine Auswirkung von starkem Vitaminmangel, einer Arzneimittelvergiftung oder Schilddrüsenfehlfunktionen sein. In vielen Fällen ist sie therapierbar und lässt sich zumindest teilweise umkehren.
Je fortgeschrittener das Alter, in dem die Demenz auftritt, desto niedriger die Lebenserwartung. Im Durchschnitt vergehen drei bis zehn Jahre zwischen dem Auftreten erster Symptome und dem Tod.
Wie wird Demenz diagnostiziert und welche Symptome sind erste Warnhinweise?
Um festzustellen, welche Form von Demenz vorliegt, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen, ist eine frühzeitige Diagnose essenziell. Dies ist jedoch nicht immer einfach, denn die Erkrankung macht sich häufig nur sehr schleichend bemerkbar und wird sowohl von Betroffenen als auch Angehörigen in vielen Fällen zunächst verdrängt.
Experten raten daher dazu, schon bei den ersten Anzeichen von häufiger Antriebslosigkeit, vermehrten Gedächtnislücken, Konzentrationsproblemen, Sprach- oder Orientierungsschwierigkeiten umgehend ärztliche Beratung einzuholen. Folgende Beschwerden sollten als Warnsignale nicht verdrängt werden:
- Sprachstörungen
- nachlassendes Interesse an sonst geliebten Hobbys, Arbeit oder sozialen Kontakten
- Vergessen kürzlicher Ereignisse
- plötzlich auftretende Schwierigkeiten im Alltag (beispielsweise bei finanziellen oder rechtlichen Angelegenheiten)
- häufige Stimmungsschwankungen
- Abstreiten von beweisbaren Fehlern, Verwechslungen oder Irrtümern
- Orientierungslosigkeit in bekannten Umgebungen
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Demenz: Wer stellt die Diagnose und welche Untersuchungen sind nötig?
Eine medizinische Diagnose wird in der Regel vom Hausarzt oder der Hausärztin gestellt. Dabei wird jedoch auch die Einschätzung einer Fachkraft in den Bereichen Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie oder Nervenheilkunde mit einbezogen.
Meist kommt es zu langwierigen körperlichen und psychologischen Untersuchungen, um andere Krankheiten, wie beispielsweise eine Depression, Delir oder Burn-out auszuschließen. Auch Blutproben, ein CT (Computertomografie) oder MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie) und eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquordiagnostik) sind nötig, um zu ermitteln, ob Schilddrüsenprobleme oder entzündliche Hirnerkrankungen vorliegen.
Bei der Diagnose „Alzheimer-Demenz“ handelt es sich um eine sogenannte Abschlussdiagnose. Das heißt, sie wird nur gestellt, wenn keine anderen plausiblen Ursachen für die Symptomatik gefunden werden können.
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Demenz: Ursachen und Prävention
Die genauen Gründe für die Erkrankung an Demenz sind bislang weitgehend unbekannt. Forscherinnen und Forscher wissen jedoch, dass es bei Erkrankten zu signifikanten Veränderungen im Gehirn kommt. Nervenzellen und deren Verbindungen sterben irreversibel ab, sodass es zu einem Rückgang an Hirnmasse kommt.
Ebenfalls beobachtet wurde die Verminderung des Botenstoffs Acetylcholin und es kommt häufig zu Eiweißablagerungen im Gehirn. Die Ursachen für diese Veränderungen sind noch nicht ausreichend erforscht. Bekannt ist jedoch, dass vor allem hohes Alter ein Risikofaktor ist; genetische Bedingungen spielen dagegen nur eine geringfügige Rolle. Statistiken zufolge erhöht sich das Risiko, an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken, im Laufe der Jahre wie folgt:
- 65 bis 70 Jahre: < drei Prozent
- ab 85 Jahren: ca. 20 Prozent
- ab 90 Jahren: ca. 33 Prozent
Daneben ist jedoch auch bekannt, dass Vorerkrankungen wie etwa Bluthochdruck, Diabetes, schwere Kopfverletzungen und Infektionen, aber auch steuerbare Verhaltensgewohnheiten einen Einfluss haben.
Körperliche und geistige Aktivität, soziale Teilhabe sowie eine ausgewogene Ernährung können das Risiko, an Demenz zu erkranken, verringern. Rauchen, regelmäßiger Alkoholkonsum und chronischer Stress haben einen negativen Einfluss. Ein bewusster, aktiver Lebensstil, bereits in frühen Lebensjahren, kann einer Demenz also vorbeugen.
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Welche Methoden zur Früherkennung gibt es?
Es gibt verschiedene psychometrische Tests, um eine eventuelle Demenz frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören:
- Mini-Mental-Status-Test (MMST)
- Uhrentest
- Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCa-Test)
- Demenz-Detektions-Test (DemTect)
Ziel dieser Demenz-Tests ist es, eine künstliche Situation zu erschaffen, in der dann das Verhalten der eventuell betroffenen Person analysiert wird. Auf diese Weise sollen bereits leichte kognitive Einschränkungen bemerkbar gemacht werden. Diese Tests können ausführliche ärztliche Untersuchungen jedoch nicht ersetzen und stellen – bei einem positiven Ergebnis – noch keine offizielle Diagnose dar.
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Erhärtet sich der Verdacht durch einen psychometrischen Demenz-Test, folgen in der Regel die entsprechenden körperlichen und psychologischen Untersuchungen. Ein neues Tool soll Alzheimer auf wenige Jahre genau vorhersagen können.
Wie wird Demenz behandelt?
In der Demenz-Behandlung werden häufig Medikamente eingesetzt, die das Enzym hemmen, welches den natürlichen Abbau des Botenstoffs Acetylcholin steuert. Auch wird häufig ein anderer Botenstoff namens Glutamat blockiert, um die Konzentration sowie die Merkfähigkeit zu verbessern und im Optimalfall den Verlauf der Krankheit zu hemmen. Endgültig stoppen lässt sich der Verfallsprozess dadurch jedoch nicht.
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Meist werden zusätzlich Medikamente verschrieben, die vorliegende Begleitsymptome mindern sollen, zum Beispiel bei innerer Unruhe, Angst, Schlafstörungen oder Sinnestäuschungen.
Besonders im Anfangsstadium ist eine Psychotherapie empfehlenswert, die Betroffenen dabei hilft, die einschneidende Diagnose besser zu verarbeiten. Weitere nicht medikamentöse Verfahren setzen darauf, das Selbstbewusstsein des oder der Erkrankten zu stärken und die Fähigkeiten zu trainieren, die noch ausgeführt werden können. Dies geschieht beispielsweise mittels Kunst- und Musiktherapie, Bewegungs- und Wahrnehmungsübungen. Auch Ergotherapie kann in vielen Fällen hilfreich sein.































































































